Eine Milliarde Euro Dürreschäden: Landwirtschaft am Limit

Agrarreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

LH-Stv.in Haider-Wallner fordert von Minister Totschnig Akuthilfe und eine konsequente Kehrtwende bei Klimaschutz und Klimawandelanpassung

Die anhaltende Trockenheit verursacht in der österreichischen Landwirtschaft Schäden in bisher ungekanntem Ausmaß. Laut Hagelversicherung belaufen sich die dürrebedingten Schäden bereits auf rund eine Milliarde Euro. Betroffen sind österreichweit sämtliche Kulturen, besonders Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja, regional auch Getreide. Im Burgenland ist die Situation besonders angespannt: Extreme Hitze und massive Niederschlagsdefizite setzen den landwirtschaftlichen Betrieben zu und führen zu deutlichen Ertragseinbußen. „Es braucht jetzt rasche und unbürokratische Hilfe für jene Bäuerinnen und Bauern, die durch die Dürre massive Ernteausfälle haben. Gleichzeitig muss die Bundesregierung endlich die Konsequenzen dieser Entwicklung ziehen. Die Klimakrise ist längst auf den Feldern angekommen und trifft unsere Landwirtschaft mit voller Wucht“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner fordert Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig auf, neben dem angekündigten Hilfspaket auch dringend den Kurs zu ändern. „Es reicht nicht, nach jeder Dürre ein Hilfspaket zu schnüren und dann zur Tagesordnung überzugehen. Wir müssen jetzt Akuthilfe leisten und gleichzeitig echte Maßnahmen für Klimaschutz und Klimawandelanpassung auf den Weg bringen.“

Dazu brauche es insbesondere eine Umschichtung öffentlicher Mittel, so Haider-Wallner: „Wir müssen aufhören, fossile Energieträger mit fast 6 Milliarden Euro pro Jahr zu fördern, und dieses Geld gezielt in die Klimawende, Renaturierung und in die Anpassung an den Klimawandel investieren – mit einem klaren Schwerpunkt auf der Landwirtschaft.“

Die Entwicklung sei bereits deutlich spürbar und in naher Zukunft nicht mehr rückgängig zu machen. Umso wichtiger sei es, die weitere Verschärfung der Klimakrise zu bremsen. „Wir können die Folgen der Klimakrise nicht vollständig mit Hilfspaketen abfedern. Aber wir können verhindern, dass es noch schlimmer wird. Dafür braucht es jetzt eine Vollbremsung bei den fossilen und einen konsequenten Ausbau von erneuerbaren Energieträgern, von Sanierung und klimafreundlicher Mobilität.

Landwirtschaft braucht Planungssicherheit statt Politik des Abwartens

Gerade die Landwirtschaft brauche verlässliche Rahmenbedingungen, um sich auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen zu können. Investitionen in wassersparende Bewirtschaftung, Bodenschutz, Humusaufbau, angepasste Kulturen und weitere Maßnahmen zur Klimawandelanpassung seien deshalb keine Zukunftsmusik, sondern eine unmittelbare Notwendigkeit.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern können nicht auf bessere Wetterbedingungen warten. Sie brauchen Unterstützung beim Anpassen und gleichzeitig eine Politik, die die Klimakrise endlich ernst nimmt. Landwirtschafts- und Klimapolitik müssen deshalb zusammengedacht werden“, so Haider-Wallner.

Seit Jahrzehnten blockiert, verhindert und verzögert die ÖVP wirksamen Klimaschutz – in Österreich ebenso wie auf europäischer Ebene. „Diese Doppelzüngigkeit ist unerträglich“, kritisiert Haider-Wallner die Unterstützung von Landwirtschaftsminister Totschnig für eine Verlängerung kostenloser CO₂-Zertifikate für die Industrie. „Damit werden jene Industriebetriebe benachteiligt, die frühzeitig investiert und Verantwortung übernommen haben. Gleichzeitig werden jene belohnt, die notwendige Investitionen aufgeschoben und beim Klimaschutz Zeit geschunden haben.“ 

An den Landwirtschafts- und Klimaschutzminister richtet sie daher einen klaren Appell: „Herr Minister, jetzt ist der Zeitpunkt, vom Verhindern und Verzögern ins Handeln zu kommen. Die Schäden von heute sind ein Warnsignal. Wir müssen die Landwirtschaft jetzt unterstützen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Klimakrise nicht noch weiter eskaliert.“

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Bildtext Haider-Wallner 2: Agrarreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner

Eisenstadt, 10. August 2026

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