Mit der „Dorfentwicklungsstrategie 2026“ stellt das Land Burgenland ein umfassendes Maßnahmenpaket für die Zukunft seiner 171 Gemeinden vor. Landeshauptmann-Stellvertreterin und Dorferneuerungsreferentin Anja Haider-Wallner präsentierte heute in Pöttelsdorf die vier zentralen Bausteine der Dorfentwicklungsstrategie 2026: die neue Förderrichtlinie für Dorfentwicklungsmaßnahmen, die Strategie „Gemeinsam gestalten“, den neuen Impulsraum Dorfentwicklung Burgenland sowie ein Beratungsangebot in Form regelmäßiger Sprechtage. „Mit der Dorfentwicklungsstrategie 2026 bringen wir Förderung, Beratung und Beteiligung erstmals in einem Paket zusammen. Damit geben wir Gemeinden zusätzliche Unterstützung, um Projekte vor Ort auf den Weg zu bringen. Klar ist auch: Die Strategie kann nicht alle Probleme lösen. Sie schafft aber Spielraum, setzt gezielte Anreize und hilft dabei, gute Ideen für die Zukunft der Dörfer Wirklichkeit werden zu lassen“, betonte Haider-Wallner. Die neue Dorfentwicklungsstrategie baut bewusst auf die Erfahrungen und das Engagement bestehender Netzwerke auf – von Gemeinden und LEADER-Regionen über Vereine bis hin zu zahlreichen Akteur:innen der Regionalentwicklung. Bewährte Beteiligungsformate und erfolgreiche Praxisbeispiele werden weiterentwickelt und für die Herausforderungen der Zukunft nutzbar gemacht werden. Für die Umsetzung der neuen Maßnahmen stehen bis Juni 2027 insgesamt eine Million Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Die Maßnahmen sind Teil der Umsetzung des Regierungsprogramms in den Bereichen Bodenschutz, ländliche Entwicklung und Dorferneuerung. Bereits im ersten Regierungsjahr wurden mit dem “Hauptreferat für Ländliche Entwicklung, Dorferneuerung und Bodenschutz”, dem Entsiegelungswettbewerb „Baba, Beton!“ sowie dem Burgenländischen Bodensymposium wichtige Impulse gesetzt.
Kernstück des Paketes ist die „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen der Dorfentwicklung im Burgenland 2026“, die mit 1. Juni 2026 in Kraft tritt und die bisherige Förderrichtlinie aus dem Jahr 2015 ablöst. Sie richtet sich an alle 171 burgenländischen Gemeinden und unterstützt Projekte für eine nachhaltige, klimafreundliche und zukunftsfähige Entwicklung.
Gefördert werden unter anderem die Revitalisierung und Nachnutzung von Gebäuden in Ortskernen, Maßnahmen zur Stärkung der lokalen Wohn-, Wirtschafts- und Sozialstruktur, Initiativen zu Sanierung und Energiesparen sowie qualitätsvolle Planungen und Investitionen im öffentlichen Raum. Besonderes Augenmerk liegt auf Baukultur, Ortsbildschutz und nachhaltigen Lösungen.
„Gemeinsam gestalten“ als Leitfaden für eine klimafitte Zukunft
Ein weiterer zentraler Baustein der Dorfentwicklungsstrategie 2026 ist „Gemeinsam gestalten”, ein strategischer Leitfaden zur Dorfentwicklung im Burgenland. Dieser reagiert auf Herausforderungen wie Klimawandel, Leerstand, Abwanderung und den Funktionsverlust vieler Ortszentren und versteht sich als praxisnahe Orientierungshilfe für Gemeinden, Vereine und engagierte Bürger. „Dorfentwicklung funktioniert nur gemeinsam. Niemand kennt die Stärken und Herausforderungen eines Dorfes besser als die Menschen, die dort leben. Deshalb setzen wir auf Austausch und Beteiligung statt Vorgaben von oben. Mit ,Gemeinsam gestalten‘ geben wir Gemeinden, Vereinen und engagierten Bürger:innen, aber auch Planer:innen eine Orientierungshilfe in die Hand, damit gute Ideen vor Ort Wirklichkeit werden können“, so Haider-Wallner.
Zentrales Leitprinzip ist die Entwicklung „von innen nach außen“: Durch die Revitalisierung bestehender Gebäude, die Nutzung von Leerständen und eine konsequente Innenentwicklung sollen Flächenverbrauch und Zersiedelung reduziert werden. Gleichzeitig sollen attraktive Ortszentren mit einer ausgewogenen Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Nahversorgung, Handwerk und Kultur entstehen.
Ein wesentliches Ziel der Strategie ist die Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität in den burgenländischen Gemeinden. Dazu zählen barrierearme Freiräume, wohnortnahe Grün- und Begegnungszonen sowie Maßnahmen zur Entsiegelung und Klimaanpassung. Naturnahe Flächen verbessern das Mikroklima, stärken die Biodiversität und machen Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.
Innovative Formate für mehr Lebensqualität, Klimaschutz und Vernetzung
Mit dem „Impulsraum Dorfentwicklung Burgenland“ wird zudem eine neue Plattform für Vernetzung und fachlichen Austausch geschaffen. Der nächste Impulsraum findet am 17. September 2026 statt.
Zusätzlich startet das Land Burgenland regelmäßige Sprechtage für Gemeinden, Vereine und Privatpersonen. Interessierte erhalten Unterstützung bei Projektideen, Informationen zu Fördermöglichkeiten sowie Beratung bei der Planung und Umsetzung. Die ersten Sprechtage finden am 24. September 2026 in Eisenstadt und am 22. Oktober 2026 in Oberwart statt.
„Lebensqualität zeigt sich für mich in den kleinen Momenten im Dorf: wenn Jung und Alt einander begegnen, wenn Gemeinschaft spürbar ist und ein Ort wirklich lebt. Genau das ist mein Antrieb – dass unsere Dörfer Orte bleiben, die man nicht nur kennt, sondern die man als Zuhause erlebt“, so Haider-Wallner abschließend. „Dorfentwicklung bedeutet für mich, Bestehendes wertzuschätzen und gleichzeitig mutig Neues zu gestalten. Mit der Dorfentwicklungsstrategie 2026 geben wir den Gemeinden dafür konkrete Unterstützung und verlässliche Partner an die Seite.“
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Bildtext Dorfentwicklungsstrategie 2026_1 bis _4: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner präsentierte mit Johanna Aufner, Architekturraum Burgenland und ViA ZT Architektur KG, dem Pöttelsdorfer Bürgermeister Christian Kurz und Pöttelsdorfs Vizebürgermeister Roland Piller die Dorfentwicklungsstrategie 2026.
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Eisenstadt, 02. Juni 2026
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