Kritik am Doppelbudget 2027/28 kommt von der burgenländischen Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarreferentin Anja Haider-Wallner. Besonders die geplanten Kürzungen und Verschiebungen im Agrarbereich würden die kleinstrukturierte Landwirtschaft im Burgenland massiv unter Druck setzen. „Dieses Doppelbudget ist in Zahlen gegossene Ungerechtigkeit. Während bäuerliche Familien jeden Euro zweimal umdrehen müssen, greift ihnen die Regierung noch tiefer ins Börsel“, kritisiert Haider-Wallner. Die Mittel im Budget der Untergliederung Landwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft sinken bis 2028 deutlich. Gleichzeitig läuft die aktuelle GAP-Periode 2027 aus, die zukünftige Finanzierung ist weiterhin offen. Besonders kritisch sieht Haider-Wallner die angekündigte „Bedarfsanpassung“ bei Agrarmitteln. „Es besteht die große Gefahr, dass gerade bei Umweltmaßnahmen, Bio-Landbau und Tierwohlprogrammen gekürzt wird, während die breit gestreute Flächenförderung unangetastet bleibt“, warnt die Agrarreferentin. Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Verteilung der Fördergelder. Derzeit werden Förderungen großteils nach Fläche vergeben – das führt dazu, dass große Betriebe insgesamt wesentlich höhere Fördersummen erhalten als kleinstrukturierte Familienbetriebe.
„Wer einen kleinen Hof führt, kämpft heute oft ums wirtschaftliche Überleben. Statt diese Betriebe zu stärken, belohnt das Fördersystem weiterhin vor allem jene, die ohnehin die größten Flächen besitzen. Genau das verschärft den Strukturwandel“, so Haider-Wallner. „Fair wäre ein gestaffeltes Fördersystem, das kleinere Betriebe stärker unterstützt und damit letztlich für mehr Gerechtigkeit sorgt.“
Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt deutlich, dass immer weniger Betriebe immer größere Flächen bewirtschaften. Gerade im Burgenland sind viele bäuerliche Familienbetriebe durch steigende Kosten, Wetterextreme und Preisdruck bereits stark belastet. „Wenn kleine Familienbetriebe zusperren müssen, verlieren wir nicht nur Höfe. Wir verlieren regionale Versorgung, gepflegte Kulturlandschaften und ein Stück Burgenland“, so Haider-Wallner ergänzend.
Kürzungen bei Umwelt- und Tierwohlprogrammen befürchtet
Im Zusammenhang mit der angekündigten „Bedarfsanpassung“ bei den Agrarmitteln weist Haider-Wallner darauf hin, dass insbesondere Programme für Umweltmaßnahmen, Bio-Landbau und Tierwohl unter Druck geraten könnten. Gerade kleinere Betriebe seien auf diese Unterstützungen angewiesen, weil sie häufig besonders ressourcenschonend wirtschaften und hohe Qualitätsstandards erfüllen.
„Wenn ausgerechnet dort gekürzt wird, wo Betriebe in Klima-, Tier- und Umweltschutz investieren, dann ist das das falsche Signal. Gerade kleinstrukturierte Familienbetriebe leisten hier tagtäglich wichtige Arbeit für unsere Regionen“, betont Haider-Wallner.
Auch die Änderungen bei der Pensions- und Sozialversicherung der Bauern würde Menschen im ländlichen Raum treffen. Die Anhebung der Eigenbeiträge und das Auslaufen der SV-Beitragsrückerstattung bedeuten zusätzliche finanzielle Belastungen. „Wenn bei bäuerlichen Familien gespart wird, während große Vermögen und Millionenerbschaften weiterhin unangetastet bleiben, dann ist das keine ausgewogene Budgetpolitik. Das Burgenland braucht faire Rahmenbedingungen für jene Menschen, die unsere Regionen tagtäglich tragen“, so Haider-Wallner abschließend.
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Bildtext LH-Stv.in Haider-Wallner: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner fordert gerechtere Agrarförderungen für kleinstrukturierte Betriebe.
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Eisenstadt, 16. Juni 2026
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