LH Doskozil / LR Dorner: LKW-Maut soll Transit treffen, nicht heimische Betriebe

Burgenländische Betriebe sollen nicht belastet werden – Verursacherprinzip soll gezielt dort greifen, wo Schwerverkehr das hochrangige Straßennetz umfährt – intensive Gespräche mit Wirtschaft angekündigt

Das Land Burgenland möchte die geplante Benutzungsgebühr für schwere Nutzfahrzeuge auf ausgewählten Landesstraßen so präzisieren, dass sie gezielt den Transit- und Ausweichverkehr trifft und Belastungen für die heimische Wirtschaft vermieden werden. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Verkehrslandesrat Heinrich Dorner stellen klar: Die Intention der geplanten Maßnahme war und ist es, jene Schwerverkehrsströme zu erfassen, die das bemautete hochrangige Straßennetz umgehen und dadurch Landesstraßen sowie Anrainerinnen und Anrainer überproportional belasten. „Die Intention war niemals, die heimische Wirtschaft zu schwächen oder burgenländische Unternehmen zusätzlich zu belasten. Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Transitverkehr und insbesondere jenen Schwerverkehr zur Kasse bitten, der unsere Landesstraßen als Ausweichrouten nutzt. Die Befürchtungen, die in den vergangenen Tagen teilweise geäußert wurden, gehen daher über unsere Zielsetzung hinaus. Wir werden das Begutachtungsverfahren nutzen, um den vorliegenden Gesetzesentwurf gemeinsam mit der heimischen Wirtschaft zu schärfen.“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Am grundsätzlichen verkehrspolitischen Ziel werde festgehalten, so Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner: „Ausweichverkehr darf nicht länger auf Kosten der Lebensqualität unserer Bevölkerung und auf Kosten unserer Landesstraßen rollen. Es kann nicht sein, dass schwere Transit-Lkw die Landesstraßen kaputtfahren, während die Erhaltungskosten beim Land und den Steuerzahlern hängen bleiben. Unser Ziel ist ein klarer Lenkungseffekt: Wer durchrollt und abkürzt, leistet einen Beitrag – ohne die heimische Wirtschaft und unsere Betriebe zu schwächen.

Hintergrund der Initiative ist die zunehmende Nutzung bestimmter burgenländischer Landesstraßen durch schwere Nutzfahrzeuge als Ausweichrouten zum bereits bemauteten Autobahn- und Schnellstraßennetz. Betroffen sind insbesondere Verbindungen zwischen den Grenzübergängen und dem hochrangigen Straßennetz. Diese Straßen sind für die entsprechende Schwerverkehrsbelastung nicht im selben Ausmaß ausgelegt wie Autobahnen und Schnellstraßen. Die Folgen sind höherer Verschleiß und zusätzliche Belastungen für die Bevölkerung entlang dieser Routen.

Im vorliegenden Entwurf wurden insgesamt 144 Fahrstreifenkilometer definiert:

  • B50 – Grenzübergang Klingenbach – Anschlussstelle A3
  • B61a – Grenzübergang Rattersdorf – Anschlussstelle S31
  • B63a – Grenzübergang Schachendorf – B63(a) – Anschlussstelle A2 Pinkafeld bzw. Anschlussstelle Markt Allhau

„Die betroffenen Routen zwischen den Grenzübergängen und den Autobahnen sind keine Ausweichpisten für den internationalen Transit. Unser Ziel auf diesen Abschnitten ist unmissverständlich: Wir wollen den Verkehr dorthin zurücklenken, wo er hingehört – auf das dafür ausgelegte Autobahnnetz und nicht einfach in andere Gemeinden verlagern. Deshalb gibt es schon jetzt Überlegungen auch z.B. die B62 bei Deutschkreutz gleich mitaufzunehmen“, so Dorner.

Dialog mit Wirtschaft 

Die Wettbewerbsfähigkeit burgenländischer Unternehmen solle durch die neue Maut nicht beeinträchtigt werden, so Doskozil abschließend: „Die Rückmeldungen aus der Wirtschaft nehmen wir ernst. Deshalb suchen wir jetzt das direkte Gespräch. Unser Anspruch ist eine praktikable Lösung, die den Transit-Ausweichverkehr wirksam erfasst und gleichzeitig den Bedürfnissen der burgenländischen Betriebe Rechnung trägt. Auf dieser Grundlage werden wir einen neuen Vorschlag erarbeiten.“ Unternehmen, die im Burgenland wirtschaften, Arbeitsplätze schaffen und auf das regionale Straßennetz angewiesen sind, sollen nicht zum eigentlichen Adressaten der Maßnahme werden, stellt der Landeshauptmann abschließend klar. 

Eisenstadt, 19. August 2026

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