Wanderausstellung

Vor 100 Jahren wurde die Grenze im Osten Österreichs neu gezogen. Aus dem ehemaligen Deutsch-Westungarn wurde 1921 das Burgenland. Im Laufe des 20. Jahrhunderts sollten noch weitere einschneidende Ereignisse teils mit welthistorischer Bedeutung folgen. Eine dreisprachige Wanderausstellung des Projekts border(hi)stories bringt die wechselvolle Geschichte der Grenzregion von Österreich und Ungarn zu den Menschen.

Ab Oktober widmet sich die Wanderausstellung „100 Jahre Grenzgeschichte(n)“ den großen historischen Ereignissen, die die Grenzregion von Österreich und Ungarn geprägt haben. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Narrative gelegt, über welche diese Ereignisse erinnert und an die nächste Generation weitergegeben werden.

Die dreisprachige Wanderausstellung (Deutsch, Ungarisch, Englisch) wird an acht verschiedenen Orten im Burgenland von Oktober 2021 bis April 2022 zu sehen sein. Den Auftakt macht das Offene Haus in Oberwart (OHO) am 6. Oktober 2021. Danach wandert die Ausstellung nach Schattendorf (November) und Eisenstadt (Dezember). Jede Ausstellung wird mit einer Dialogveranstaltung eröffnet, bei der Historiker*innen und Expert*innen bestimmte Schwerpunktthemen unter Einbindung der Bevölkerung diskutieren.

Termine 2021:

Oktober 2021

Eröffnung: 6. Oktober

OBERWART

Offenes Haus Oberwart (OHO), 7400 Oberwart
Montag bis Freitag: 9.00 bis 14.00 Uhr
Termine für Führungen finden Sie hier.

Thema der Dialogveranstaltung:

Etablierung des neuen Grenzverlaufs 1921

Vom Versuch der umstrittenen Landnahme zur endgültigen Festlegung der Grenze

November 2021

SCHATTENDORF

Schuhmühle Schattendorf, 7022 Schattendorf

Thema der Dialogveranstaltung:

Entscheidungsspielräume am Südostwall 1944 - 1945

Dezember 2021

EISENSTADT

Landhaus, 7000 Eisenstadt

Thema der Dialogveranstaltung:

1956 - Die Welt blickt auf Ungarn

Die Termine und Orte für 2022 werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Zu den Schwerpunktthemen der Ausstellung zählen:

  • Etablierung des neuen Grenzverlaufs 1921
  • Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung sowie der pannonischen Roma und Sinti
  • Zwangsarbeit unter den Nationalsozialisten am Südostwall 1944 – 1945
  • Vertreibung der Ungarndeutschen 1946
  • Ungarnaufstand und die darauffolgende Flüchtlingswelle 1956
  • Fall des Eisernen Vorhangs 1989

Konflikte und Zusammenarbeit, Ausgrenzung und Aufnahme, Trennendes und Verbindendes ziehen sich durch die Geschichte der Grenzregion von Österreich und Ungarn und spiegeln sich in den unterschiedlichen historischen Narrativen, die zur Herausbildung von Identitäten beigetragen haben.

Durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit der wenig aufgearbeiteten Geschichte möchte das Projekt einen Beitrag zur Ausbildung einer modernen Identität eines historischen Grenz- und Kulturraums und zur wertschätzenden Anerkennung der vorhandenen kulturellen Vielfalt leisten.

Das Projekt „border(hi)stories – 100 Jahre Grenzgeschichte(n)“ wird durch das Programm Interreg Österreich-Ungarn 2014-2020 der Europäischen Union finanziert.

Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Führungen durch die Ausstellung werden an bestimmten Tagen unter vorheriger Anmeldung angeboten:
Daniela Mussnig
T: +43 1 586 75 44 - 36
M: daniela.mussnig(at)iz.or.at