ERINNERUNGSKULTUR

Paul Johannes Rittsteuer - Errichtung Burgenland Gedenkstätte
Die Familie von Paul Rittsteuer möchte in einem Wald bei Neusiedl eine Kapelle zum Andenken an die Neusiedler Anschlussbefürworter (Amon und Wolf) bauen und künstlerisch ausschmücken. Der Text der Gedenktafeln wird von Dr. Michael Hess verfasst. Die Kapelle soll mit einem Kreuz aus Südtirol ausgestattet werden, um daran zu erinnern, dass Südtirol damals zur selben Zeit zu Italien gekommen ist. Weiters ist vorgesehen, dass eine Bilderleiste des Neusiedler Künstlers Franz Rittsteuer mit Impressionen aus dem Burgenland den Bezug verstärkt. Die Gedenkstätte liegt an einem von der Stadt ausgeschilderten Waldwanderweg, dessen Attraktivität damit wesentlich gesteigert wird.

 

Christian Zenger - Die Kämpfe an der Leithagrenze - Erinnerungstafel an die Kämpfe von Bruckneudorf  1921
Die Freischärler, im Burgenland „Banditen“ genannt, standen längst bereit, als es darum ging, den Anschluss des Burgenlandes an Österreich zu verhindern. Schon im Feber 1921 wurden zahlreiche Protestkundgebungen abgehalten, die unter dem Motto "Nein, Nein, Niemals" standen. In der Gemeinde Bruckneudorf fanden im September 1921 eine Reihe von schweren Gefechten statt, die mehrere Todesopfer forderten. Diese historische Tatsache ist weiten Teilen der Bevölkerung nicht bewusst. Die Geschichte rund um die Kämpfe 1921 in Bruckneudorf soll mittels einer Infotafel direkt an dem Ort des Geschehens, der gleichzeitig direkt am beliebten Radweg und Rastplatz liegt, der Bevölkerung nähergebracht werden.

 

Verein Neusiedler Stadtarchiv – Holocaust Gedenkort
Nachforschungen haben ergeben, dass etwa 50 Personen aus Neusiedl am See durch den Nationalsozialismus ums Leben gekommen sind. Es waren Juden, Roma und Euthanasieopfer. Für sie soll nun endlich ein Gedenkort im Kirchenpark errichtet werden. Er ist zentral, liegt in der Nähe des Friedhofes und beherbergt auch die beiden Kriegerdenkmäler. Zudem gibt es ungenutzte Nischen in der Mauer zum Pfarrgarten.
Die oberste Nische in unmittelbarer Nachbarschaft zum kleinen Kriegerdenkmal scheint der beste Ort für eine Gedenktafel, die einen Erklärungstext, einen Satz von Khalil Gibran und die gesicherten Namen der ermordeten Juden und Roma enthalten soll. Die Namen der Euthanasieopfer können aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht angeführt werden. Auch ein QR-Code soll auf der Tafel enthalten sein, um weitere Informationen abrufen zu können. Diese werden auf der Webseite der Stadtgemeinde hinterlegt.
In einer Veranstaltung soll dieser Gedenkort feierlich seiner Bestimmung übergeben werden.

 

Initiative Erinnern Frauenkirchen – Gedenktafel der Opfer des Nationalsozialismus und Bgld Kirche im Widerstand gegen den Nationalsozialismus
Im Ortsfriedhof von Pamhagen soll an einer geeigneten Stelle (Rastplatz) eine Gedenktafel der Opfer des Nationalsozialismus angebracht werden. Es sind zwei KZ-Opfer, ein jüdisches Opfer, mindestens ein Euthanasie-Opfer und mindestens 21 getötete Roma bekannt. Das sind im Verhältnis zur damaligen Einwohnerzahl ca. ein Prozent der Ortsbewohner. Bis heute gibt es im Ortsbild von Pamhagen keine Gedenkmöglichkeit für diese Personen.
Außerdem soll an der röm. kath. Pfarrkirche neben dem Haupteingang eine Gedenktafel an den Pfarrer Josef Lang angebracht werden. Er wirkte von 1920 bis zum 12. März 1938 in Pamhagen als Pfarrer und war auch Herausgeber des „Pfarrboten für den Heideboden“, in dem er laufend vor dem Nationalsozialismus warnte.

 

Verein „Kemeten AKTIV. Für ein offenes Miteinander“ – Gedenken an die ermordeten Roma von Kemeten
Als Erweiterung der Geschichtsmeile ist nun eine Erinnerungs- bzw. Gedenkstätte in der Nähe des Ortes der ehemaligen Romasiedlung geplant, die an die vertriebenen und ermordeten Kemeter – Romnija und Roma – erinnern soll. Dieser Gedenkort soll an die NS-Morde an über 100 Bewohner der Gemeinde Kemeten erinnern. Sie wurden als „Zigeuner“ geboren und damit in den Lagern der Nationalsozialisten ermordet. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten rund 200 Roma in Kemeten. Alle wurden deportiert, fast keiner überlebte die NS-Lager. Seit über 20 Jahren wird in Kemeten (Bezirk Oberwart) über eine Gedenkstätte für die im Zweiten Weltkrieg ermordeten Roma diskutiert. Eine Roma-Gedenktafel als Teil einer Skulptur zur Geschichte der Gemeinde wurde als erster Schritt errichtet.