Brauchland Burgenland

2019 – Jahr der Burgenländischen Volkskultur

Bräuche kommen und vergehen, sie verändern sich oder werden neu erfunden. Sie unterliegen sozialen, gesellschaftlichen und religiösen Bedingungen und mit der Veränderung dieser Bedingungen kommt und geht auch das Bedürfnis nach Gemeinschaft in Form von Bräuchen.

Die wissenschaftliche Brauchforschung hat in den letzten Jahren einen radikalen Wandel erlebt. Waren es Ende des 18. Jhdts. zumeist Laien, die sich vor allem für Skurriles und Pittoreskes in ihrer näheren Umgebung interessierten, und Wissenschaftler, die Rituale zumeist auf mythologische Quellen zurückführten, so wandelte sich die Volkskunde spätestens um das Jahr 2000 nicht nur durch die neue Bezeichnung als Europäische Ethnologie, auch das Interessenfeld wurde ein anderes. Heute ist das Forschungsgebiet auf die Lebens- und Alltagswelt der Menschen ausgerichtet.

Das burgenländische Brauchjahr soll auf keinen Fall eine sentimentale Rückschau werden auf alles, was vergangen ist. Bei vielen Ritualen und Bräuchen ist es gut, dass sie nicht mehr gepflegt werden, man denke nur an die vielen Repressalien vor allem gegenüber Frauen.
In erster Linie soll 2019 ein Forschungsjahr werden. Dass sich dabei auch etliche Klischees von „uralten“ und „echten“ Bräuchen, Trachten, Mythen und Ritualen in Luft auflösen könnten, ist zu erwarten. Ein Blick über den Zaun in psychologische und soziologische Zusammenhänge tut not.

Wer braucht Bräuche

Wegen der Assoziationskette, die sich bei Brauchtum zu „Volkstum“ und „Deutschtum“ auftut, spricht die moderne Brauchforschung heute lieber von Bräuchen als von Brauchtum – das ist auch der Grund, warum das Jahresprojekt nicht Brauchtumland sondern Brauchland Burgenland heißt.

Gemeinschaften brauchen Bräuche um Ordnungen und Rollenbilder zu fixieren.
Die Tourismusindustrie braucht Bräuche, was allerdings dazu geführt hat, dass sogenannte Schaubräuche heute im Vordergrund stehen.
Kirchen brauchen Bräuche – klassische Übergangsrituale bei Taufe, Hochzeit, Tod helfen an den Knotenpunkten des Lebens zu entängstigen.
Moderne Menschen brauchen Bräuche – jeder hat seine Bräuche, auch wenn er sie nicht so nennt. Bräuche strukturieren den Alltag, wir tun vieles, weil irgendjemand es so angeschafft bzw. vorgelebt hat, ohne darüber nachzudenken, warum wir es tun!

Inhalte des Schwerpunktjahres

Organisation von Symposien und volkskulturellen Workshops, Feldforschungsprojekte, Erstellung einer Brauchdatenbank
Kooperationsprojekt mit den Bibliotheken Burgenland
Ausschreibungen im Schulbereich sowie im Bereich der Bildenden Kunst 

 

Kontakte:
Projektkoordination:
Karin Ritter
Tel: 0664/40 55 653
e-mail: ritter_karin(at)gmx.at

Kulturreferat:
Dr. Pia Bayer, Abt. 7 – Bildung, Kultur und Gesellschaft
Tel: 02682/600–2248
e-mail: pia.bayer(at)bgld.gv.at

Schulprojekte:
Christian Pronai-Mariel, Verein Schule und Kultur
Tel: 02682/710–1321
e-mail: christian.pronai-mariel@bildung-bgld.gv.at

 

Ausschreibung Schulprojekte
Förderansuchen (Download)
Themenkatalog für Vorwissenschaftliche Arbeiten (Download)

Ausschreibung Förderpreis für Bildende Kunst (Download)

castingx.orgeroticax.org