Sportlandesrat Illedits und Sport-Austria-Präsident Niessl fordern vom Bund rasches Unterstützungspaket für den Sport und sofortigen Wiederbeginn des Turnunterrichts

LR Illedits: „Mit der Beibehaltung des Status quo riskiert man nachhaltigen gesundheitlichen Schaden bei Kindern und bei der Bevölkerung“

Sportlandesrat Christian Illedits und Sport-Austria-Präsident Hans Niessl fordern rasches Unterstützungspaket für den Sport

Einen dringenden Unterstützungsappell an die Bundesregierung richteten Burgenlands Sportlandesrat Christian Illedits und Sport-Austria-Präsident Hans Niessl bei einem gemeinsamen Pressegespräch heute, Mittwoch, in Eisenstadt. Sie fordern ein finanzielles Soforthilfepaket für die Sportvereine und das sofortige Wieder-Hochfahren des Turnunterrichts. Ein vom Burgenland entworfener und mit allen Bundesländern akkordierter Vierstufenplan wurde bereits dem Bund als Gesprächsgrundlage übermittelt. „Es ist jetzt höchst an der Zeit, zum einen den Vereinen ein ganz klares Signal zu geben: Ja, die finanzielle Hilfe kommt rasch. Und schließlich muss sofort der Turnunterricht wieder starten, es müssen die Sportanlagen wieder geöffnet werden, will man nicht nachhaltigen gesundheitlichen Schaden bei den Kindern riskieren“, so Illedits und Niessl.

Seit 18. Mai sind laut einem Bundeserlass gemeinsame Trainings wieder möglich, die täglichen Bewegungseinheiten und der Turnunterricht in den Schulen sind – auch im Freien und unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen – weiterhin untersagt. „Es ist zwar sehr erfreulich, dass Mannschaften unter gewissen Bedingungen wieder trainieren dürfen. Weshalb an den Schulen der Turnunterricht nicht möglich sein soll, ist allerdings überhaupt nicht nachvollziehbar. Während der Krise wurde betont, wie wichtig die Bewegung für Körper und Geist ist und zur Sportausübung aufgerufen. Nun sollen ausgerechnet Kinder davon abgehalten werden. Vor allem der Umstand, dass die Schülerinnen und Schüler am Vormittag nicht gemeinsam turnen dürfen, aber am Nachmittag gemeinsam trainieren, ist absolut unverständlich.“ Im Burgenland betrifft diese Einschränkung pro Woche rund 7.000 Volksschulkinder, die nicht an der täglichen Turnstunde teilnehmen können, weitere 1.800 sind so von Landesbewegungsinitiative URFIT im Rahmen der Nachmittagsbetreuung ausgeschlossen.

Der Schulsport und die tägliche Turnstunde bildeten nicht zuletzt die Basis für den burgenländischen Breiten- und Spitzensport. Die Streichung der Turnstunde sieht Landesrat Illedits deshalb als sehr problematisch. „Der Bund ist gefordert, schnellstens Richtlinien umsetzen, damit Schülerinnen und Schüler wieder gemeinsam turnen dürfen. Es geht schließlich um das Wohl der Kinder und Jugendlichen. Der Mangel an Bewegung führt zu körperlichen Defiziten“, so Illedits. Im Freien herrsche geringe Ansteckungsgefahr, die Sicherheitsvorgaben können genauso wie bei den Mannschaftstrainings eingehalten werden. Auch Sport-Austria-Präsident Niessl fordert eine rasche weitere Öffnung des Sports und das Wiederhochfahren des Turnunterrichts: „Obwohl seit Freitag das Breitensport-Freilufttraining wieder erlaubt ist, bleiben Österreichs mit Steuergeld finanzierte Schulsportstätten zu und mindestens fünf Monate geschlossen. Bundes-, Landes- und Gemeinde-Sportstätten müssen geöffnet werden, nicht nur für die Schulkinder, auch für die Sportvereine, damit die Bevölkerung, von Kindern bis zu den Senioren, gerade in schwierigen Zeiten auf hervorragenden Anlagen Sport treiben können.“

Unterstützungspaket für den österreichischen Sport: rasche Hilfe gefordert
Die Coronakrise-bedingten Schließungen hätten viele Sportvereine an die existenziellen Grenzen gebracht. Die bundeseinheitliche Abwicklung der Sporthilfsmaßnahmen sei nun dringendes Gebot. „Bereits seit Wochen fordern wir eine rasche Hilfe für unsere 1.500 burgenländischen Sportvereine ein. Als Land Burgenland versuchen wir, Seite an Seite mit Sport Austria Präsident Hans Niessl, uns immer wieder konstruktiv einzubringen“. Man habe einen 4-Stufen-Plan ausgearbeitet, der als Grundlage für weitere Gespräche dienen soll und bei allen Bundesländern Anklang finde. „Der Bund ist gefragt, endlich zu handeln. Die Zeit tickt gegen die Aufrechterhaltung der Strukturen im Sport. Eine Förderung von 100 Millionen Euro ist völlig unzureichend. Wir benötigen zumindest 250 Millionen Euro für den österreichischen Sport, um die anfallenden laufenden Kosten zu decken und die Vereine wirklich spürbar zu entlasten“, so Landesrat Christian Illedits.

Das burgenländische Vierstufenmodell sieht zunächst Soforthilfen von Bundesseite vor, gespeist aus Mitteln des 700 Millionen Euro Fonds, weiters Zuzahlungen von Landesseite auch für coronabedingte Schadensfälle, und schließlich Zahlungen für absolute Härtefalle.

Sport- und Vereinsombudsmann Wolfgang Rebernig steht für Fragen zur Verfügung
In den nächsten Tagen und Wochen stünden bei den Vereinen viele Entscheidungen für die weitere Zukunft an. Für alle Fragen steht der burgenländische Vereinsombudsmann Wolfgang Rebernig kostenlos unter der Nummer 0664/6124735 zur Verfügung.

 

Pressefoto zum Download: Förderung Sport Corona-Krise

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Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Wolfgang Sziderics, Hans-Christian Siess, 20. Mai 2020

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