Gedenkfeier für die Opfer des Roma-Attentats in Oberwart

Vier Menschen wurden am 4. Februar 1995 durch eine Rohrbombe in Oberwart getötet. Heute, Dienstag, jährt sich der politisch motivierte, rassistische Anschlag zum 25. Mal. Zu diesem Anlass gibt es ab 18 Uhr in der Aula der Europäischen Mittelschule Oberwart eine Gedenkveranstaltung sowie eine Kranzniederlegung beim Tatort für die vier Verstorbenen.

 

Erwin und Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon kamen in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 ums Leben. Die anwesenden Ehrengäste zeigten bei der Gedenkfeier ihren Respekt gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen. Der Friede muss auch in der Zukunft immer im Vordergrund stehen, da er das höchste Gut jedes Menschen ist.

Landtagspräsidentin Verena Dunst sagte bei der Veranstaltung: "Seit der schrecklichen Tat sind 25 Jahre vergangen, aber die Betroffenheit über dieses Attentat ist heute noch immer groß. Wir dürfen nicht vergessen, wer die Opfer waren, Menschen wie wir, es darf keine Ausgrenzung mehr geben."

Um in Zukunft die Volksgruppe der Roma weiterhin zu stärken, wurde von der Diözese Eisenstadt der Roma-Pastoral ins Leben gerufen. Dieser nimmt eine wichtige Funktion ein, indem er die Roma in ihrer Kultur und Tradition stärkt und sie als Bereicherung für die Gesellschaft und Kultur erhält. Dieser unterstützt auch die Stärkung der kulturellen Identität der Roma, organisiert Wahlfahrten und Gedenkfeiern.

"Das Burgenland ist seit jeher ein Paradebeispiel einer Grenzregion, ein Land der Diversität, stolz auf ihre Volksgruppen, wie die Roma, die das Burgenland ausmachen. Die Schrecken des Attentats ermahnen uns, gerade in Zeiten aufkeimender Anfeindungen gegen ganze Bevölkerungsgruppen achtsam zu sein und Werte wie Toleranz und Menschlichkeit zu leben. Das gilt für die Politik und für uns alle", so die Landtagspräsidentin abschließend.

Die Volksgruppe Roma in Österreich und Oberwart
Die Volksgruppe der Roma in Österreich, ist seit 1993 vom Staat Österreich anerkannt, dazu zählen auch die im Burgenland lebenden Burgenland-Roma. Zu den bekanntesten Roma´ aus dem Südburgenland zählen der 2016 verstorbene Obmann des Kulturvereines Österreich, der Unterschützener Rudolf Sarközi sowie der Oberwarter Stefan Horvath. Der Vater des von einer Rohrbombe getöteten Peter Horvath arbeitet seine seelische Probleme von diesem Attentat seitdem in Büchern auf, brachte drei Bänder unter den Titeln "Ich war nicht in Auschwitz", "Katzenstreu" und "Atsinganos - Die Oberwarter Roma und ihre Siedlungen heraus. Zudem produzierte Peter Wagner den Film "Stefan Horvath - Zigeuner aus Oberwart" über ihn.

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Bildtext LTP_Dunst-20-Jahre-Roma-Gedenkfeier_1: Die Aula der EMS Oberwart war dicht gefüllt, als der erste Teil der Gedenkfeier für die viel zu früh Verstorbenen Erwin und Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon durchgeführt wurde.

Bildtext LTP_Dunst-20-Jahre-Roma-Gedenkfeier_2: Kranzniederlegung am Tatort im Gedenken an die Opfer des Roma-Attentats vor 25 Jahren

Bildtext LTP_Dunst-20-Jahre-Roma-Gedenkfeier_3: Landtagspräsidentin Verena Dunst (6.v.r.) mit Mag. Wolfgang Sobotka, Präsident des Nationalrates (5.v.l.), 2. Landtagspräsident Ing. Rudolf Strommer (4.v.l.), Nationalrat Dipl-Ing. Nikolaus Berlakovich (2.v.l.), Nationalrat Mag. Christian Drobits (2.v.r.), Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner (4.v.r.), Manuela Horvath (l., Leiterin der Romapastoral der Diözese Eisenstadt) und weiteren Ehrengästen sowie der Band Romana Rath.

Bildtext LTP_Dunst-20-Jahre-Roma-Gedenkfeier_4: Ehrengäste und Pfarrer bei der Kranzniederlegung am Tatort im Gedenken an die Opfer des Roma-Attentats vor 25 Jahren.

Bildtext LTP_Dunst-20-Jahre-Roma-Gedenkfeier_5: Manuela Horvath (Leiterin der Romapastoral der Diözese Eisenstadt), Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka und Landtagspräsidentin Verena Dunst (v.l.).

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Daniel Fenz, 04. Februar 2020

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