Doskozil: Harter „Lockdown“ war vermeidbar - aber jetzt hat Schutz der Spitalskapazitäten Vorrang

Landeshauptmann: Bundesregierung hat Vorsprung bei Covid19-Bekämpfung verspielt

Eisenstadt, 14. November 20202. – Ein zweiter harter „Lockdown“ wäre vermeidbar gewesen, wenn die Bundesregierung rechtzeitig und durchdacht gehandelt hätte. „Der Vorsprung, den Österreich noch im Frühjahr hatte, wurde leichtfertig verspielt, weil es an Krisenmanagement und Leadership gefehlt hat. Das hat nicht nur zu einem massiven Vertrauensverlust der Bevölkerung geführt, sondern auch die Gesundheitsversorgung an ihre Grenzen gebracht und der Wirtschaft massiv geschadet“, sagt Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zu den neuen Einschnitten im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie.

Auch die jetzt vom Bund ergriffenen Maßnahmen zeigten teilweise deutlich, wie sehr es an einer einheitlichen Steuerung mangelt, so Doskozil. Der Bund sehe nun im Pflegebereich weitgehend die Regelung vor, die das Land bereits vor zwei Wochen verordnet hat. Das Besuchsverbot mit Ausnahmen in den Spitälern folge ebenfalls der Richtung, die das Burgenland von sich aus eingeschlagen hat. Im Schul- und Kindergartenbereich habe sich die Bundesregierung nur zu einem Minimalkompromiss durchgerungen, der eine Notfallbetreuung für berufstätige Eltern sicherstellt. „Es gibt offenbar schwerwiegende pädagogische Einschränkungen, die einem 'Bildungslockdown' gleichkommen. Das wäre mit besserer Planung und Vorbereitung von Alternativen durch das Bildungsministerium ebenfalls vermeidbar gewesen“, ist der Landeshauptmann überzeugt.

Österreich gehöre derzeit im internationalen Vergleich zu den Ländern mit den höchsten Zuwachsraten bei Covid19-Infektionen. Eine Klärung der politischen Verantwortung für die Versäumnisse der letzten Monate werde zum richtigen Zeitpunkt unvermeidbar sein, so Doskozil. „Jetzt sind wir aber in einer Ausnahmesituation, wo es vorrangig darum gehen muss, die Kapazitäten unserer Spitäler und des Gesundheitssystems zu schützen - damit alle Notfall- und Akutpatienten weiter die Versorgung bekommen, die ihnen zusteht, eine Triage vermieden und eine gänzliche Überlastung des Personals verhindert werden kann“, betont der Landeshauptmann. Sein Appell laute daher, die verordneten Maßnahmen einzuhalten, alle Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten und soziale Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. „Wir müssen gemeinsam alles tun, um die Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen. Da braucht es jetzt Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein – jeder Einzelne kann einen Beitrag zur Stabilisierung der Situation leisten.“ 

Als Landeshauptmann gelte sein aufrichtiger Dank allen Burgenländerinnen und Burgenländern, „die das Land am Laufen halten und unter teilweise harten Bedingungen ihre Arbeit verrichten“. Die Bundesregierung müsse jetzt jedenfalls rasch die nötigen Maßnahmen setzen, um die Auswirkungen des „Lockdowns“ auf den Arbeitsmarkt abzufedern und einen Kollaps der Wirtschaft zu verhindern. „Dass Betriebe und Arbeitnehmer, wie bei der ersten Welle, wochenlang im Ungewissen bleiben, darf nicht noch einmal passieren“, fordert Doskozil. Auch das Land werde bedarfsgerecht reagieren, so der Landeshauptmann abschließend.

Eisenstadt, 14. November 2020 

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