Broschüre: Richtig handeln bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Neue Broschüre der AK, des Landes Burgenland und des ÖGB soll Betroffenen und Betriebsräten bei sexueller Belästigung unterstützen.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist, wie eine Studie der ÖGB-Frauen und der Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich zeigen, keine Randerscheinung. Um Betroffenen aber auch damit konfrontierten Betriebsrätinnen und Betriebsräten im Umgang mit sexueller Belästigung und beim Setzen präventiver Maßnahmen weiterzuhelfen, haben die AK, der ÖGB und das Land Burgenland gemeinsam eine informative Broschüre herausgegeben, die Frauenlandesrätin Astrid Eisenkopf und AK-Präsident Gerhard Michalitsch gemeinsam mit der ÖGB-Landesfrauenvorsitzenden Hannelore Binder und AK-Expertin Gabi Tremmel-Yakali heute, Mittwoch, präsentierten.Laut dem Arbeitsklima-Index gaben 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen an, schon einmal mit abfälligen Bemerkungen konfrontiert gewesen zu sein, zwölf Prozent wurden sogar mit körperlichen Übergriffen konfrontiert. „Sexuelle Belästigung kann vieles sein: Das reicht vom verbalen Herabwürdigen bis hin zu körperlicher Vergewaltigung“, erklärte AK-Präsident Gerhard Michalitsch, für den die neue Broschüre „Sexuelle Belästigung“ eine klare Aufgabe hat: „Sensibilisieren und informieren.“

Laut AK-Expertin Gabi Tremmel-Yakali richtet sich die Broschüre vorrangig an Betriebsrätinnen und Betriebsräte: „Die Broschüre informiert Betriebsrätinnen und Betriebsräte über das richtige Verhalten und Verfahrensabläufe, wenn eine Arbeitnehmerin, ein Arbeitnehmer mit einem Fall sexueller Belästigung zu ihnen kommt, aber auch über betriebliche Präventionsmaßnahmen, etwa eine Betriebsvereinbarung. Außerdem gibt es Tipps für Schulungen zur richtigen Gesprächsführung in so einer Situation und die Adressen von Anlaufstellen zur Beratung.“

„Am Arbeitsplatz passiert sexuelle Belästigung quer durch alle Altersschichten, Unternehmensgrößen und Branchen. Entscheidend ist vor allem das subjektive Empfinden des Betroffenen und nicht das, was der Arbeitgeber oder das Gegenüber als angemessen empfindet“, betonte Landesrätin Astrid Eisenkopf: „Sexuelle Belästigung ist niemals in Ordnung.“ Laut Eisenkopf sei vor allem ein vertrauensvolles Auftreten von Arbeitgebern und Kollegen wichtig: „Für Betroffene ist es schwierig und natürlich auch belastend, ihre Situation gegenüber dem Arbeitgeber zu schildern. Hier sind besonders der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin gefragt, welche schon im Vorfeld und ohne besondere Vorkommnisse durch sein oder ihr Auftreten signalisieren kann, dass er oder sie Belästigung im Betrieb nicht duldet und in solchen Fällen auch unverzüglich einschreiten würde.“ Beratung bekommen die Betroffenen laut Eisenkopf einerseits bei der AK, aber auch bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft oder bei einer der sieben Frauenberatungsstellen im Burgenland. Die Landesrätin verwies hier auf die kürzlich eingerichtete Frauenberatungsstelle „Der Lichtblick“ in Neusiedl am See, die erste Anlaufstelle im Burgenland für Fachberatungen zu sexueller und sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Hannelore Binder, Landesvorsitzende der ÖGB-Frauen, die sich mit ihrem Projekt „Gemeinsam#Gut#Arbeiten“ für eine gewaltfreie Arbeitswelt engagieren, sagte: „Unser Ziel ist es, die Arbeitswelt gewaltfrei zu machen, denn Gewalt macht krank und hindert uns daran, gemeinsam gut zu arbeiten. Diese Broschüre hilft uns, einen weiteren Schritt zu einer gewaltfreien Arbeitswelt zu gehen.“
Die Broschüre „Sexuelle Belästigung“ wird über die AK allen Betriebskörperschaften zur Verfügung gestellt, von den ÖGB-Frauen vor allem an Betriebsrätinnen verteilt und liegt auch im Frauenreferat des Landes Burgenland auf und ist telefonisch unter der Nummer 057-600 -/2265 sowie online zu bestellen.

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Broschüre_Sexuelle_Belästigung

Bildtext Broschüre_Sexuelle_Belästigung (v.l.n.r.): AK-Expertin Gabi Tremmel-Yakali, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Hannelore Tremmel, Frauenlandesrätin Astrid Eisenkopf und AK-Präsident Gerhard Michalitsch mit der neuen Broschüre „Sexuelle Belästigung“.

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Nina-Maria Sorger, 06. November 2019

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