„Volkskulturpreis des Landeshauptmannes 2018" überreicht

Im Jahr 2012 hat Landeshauptmann Hans Niessl den Burgenländischen Volkskulturpreis gestiftet. Damit sollen Einzelpersonen, Gemeinschaften oder Institutionen ausgezeichnet werden, die sich um die Erhaltung und Pflege des traditionellen Kulturgutes bemühen, darüber hinaus aber auch kreative und nachhaltige Akzente setzen, die der Belebung und Weiterentwicklung von Volkskultur im Burgenland dienen.

Der mit 3000 Euro dotierte Hauptpreis ging an das Landtechnik Museum St. Michael, die beiden Förderpreise zu je 1.500 Euro wurden an die „Konzept Archivarbeit“ Kl. 8M Musikgymnasium Oberschützen bzw. an das Musical in Mjenovo - Junge Initiative Kroatisch Minihof vergeben. Die Überreichung der diesjährigen Volkskulturpreise erfolgte durch Landeshauptmann Hans Niessl im Musikgymnasium in Oberschützen.

Landtechnik Museum St. Michael (Hauptpreis)
Vor 25 Jahren hatte der pensionierte Maschinenhändler Josef Matisovits aus St. Michael bei Güssing die Idee zur Gründung eines Landtechnik-Museums. Umgehend wurde der Verein „Historische Landmaschinen Burgenland“ gegründet, ein Jahr später konnte das Museum bereits eröffnet werden. Kern des Museums ist die Ausstellung in einer ehemaligen Industriehalle, in der bis heute mehr als 2000 Objekte Aufstellung gefunden haben: Klein- und Großgeräte aus den verschiedensten Bereichen der Landwirtschaft und des bäuerlichen Handwerks, die heute zwei Jahrhunderte Landwirtschaftsgeschichte des Burgenlandes repräsentieren. Ein Teil der Objekte steht unter Denkmalschutz. Zusätzlich organisiert der Verein, dem seit dem Jahr 2004 Karl Ertler als Präsident vorsteht, Sonderausstellungen zu Themen der Volkskunde und Alltagskultur. Für die einzigartige Dokumentation und Präsentation der Entwicklung landwirtschaftlicher Technik sowie als Anerkennung der bald 25-jährigen ehrenamtlichen Arbeit in dem nach professionellen Maßstäben geführten Museum vergibt der Landeshauptmann auf Vorschlag der Jury den diesjährigen Volkskulturpreis in der Höhe von 3.000 Euro.

„Konzept Archivarbeit“ Kl. 8M Musikgymnasium Oberschützen (Förderpreis)
Einer der beiden Volkskultur-Förderpreise geht dieses Jahr an das Musikgymnasium Oberschützen für das KONZEPT ARCHIVARBEIT, ein Projekt der Klasse 8M mit Frau Prof. Martina Benedek unter der Projektleitung von Dagmar Schönfeldinger vom Bgld. Volksliedwerk. Das Projekt, bei dem es um die Sichtung von alten Handschriften aus dem burgenländischen Volkslied-Archiv und deren Transkription und Eingabe in den PC mittels Notenschreibprogramm geht, wurde von 16 SchülerInnen der Klasse 8M durchgeführt. Dazu mussten sich die Schülerinnen – wie weiland ihre Urgroßeltern und vielleicht auch noch Großeltern – mit der Kurrentschrift vertraut machen.
Um ein musikalisches Gefühl für die Aufzeichnungen aus dem Volksliedarchiv zu bekommen, wurden typische burgenländische Lieder wie Balladen inklusive Balladenschritt einstudiert, alte Tanzformen gelernt und schließlich ein Lied des Monats für die Homepage des BVLW produziert. Die Idee, sich dafür „trachtig“ zu kleiden, war eine Initiative der Klasse. Das österreichweit einzigartige Projekt gipfelt in einem gedruckten Liederbuch mit exakt 11 Liedbeispielen, wobei der Originalversion jeweils die transkribierte Fassung gegenübersteht. Jedes Lied ist mit einer Anmerkung zur Aufführungspraxis versehen.

Musical in Mjenovo - Junge Initiative Kroatisch Minihof (Förderpreis)
Dass das in einem kaum 400 Einwohner zählenden Dorf möglich ist, beweist schon zum wiederholten Mal die Junge Initiative Kroatisch Minihof. Als Verein 1985 gegründet, belebte man zunächst die alte Tradition des volkstümlichen Weihnachtsspiels wieder. Im Zentrum des Bemühens standen fortan Jugendfestivals, Lesungen und Konzerte – bis man sich vor 15 Jahren entschloss, dafür einen eigenen Veranstaltungsort zu schaffen. Liebevoll konnte der alte Pfarrhof restauriert und zu einem multifunktionalen kulturellen Zentrum umfunktioniert werden. Im Open-Air-Theater werden seit 2010 regelmäßig Musical-Produktionen von beachtlichem Niveau aufgeführt. Darüber hinaus betreut die Junge Initiative Kroatisch Minihof seit bald 30 Jahren auch die örtliche zweisprachige Bibliothek, die sich durch ein vielfältiges Programm an Lesungen mit namhaften Autoren, ein besonderes Kinderbetreuungsprogramm sowie originelle Jahresschwerpunkte (aktuell: Amerika) auszeichnet. Für die Jury des Volkskulturpreises stellt die Junge Initiative Kroatisch Minihof ein Musterbeispiel für dörfliche Kulturarbeit abseits des Mainstreams großer Festspielbühnen dar.

Pressefoto zum Download: Volkskulturpreis 2018

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 23. Juni 2018

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