Literaturpreis des Landes Burgenland und Förderpreis für Bildende Kunst 2017 verliehen

Bernhard Strobel erhält Literaturpreis, Förderpreis für Bildende Kunst für Martina Stapf (Fotografie) und Victor Hugo Portillo (Neue Medien)

Bernhard Strobel wurde im Rahmen eines Festaktes am Donnerstagabend im Projektraum der Landesgalerie in Eisenstadt mit dem Literaturpreis 2017 des Landes Burgenland ausgezeichnet. Der aus Neusiedl am See stammende Literaturschaffende erhielt nach 2003 diesen Preis bereits zum zweiten Mal. Den Förderpreis für Bildende Kunst 2017 erhielten Martina Stapf (Fotografie) aus Eisenstadt und der in Mattersburg lebende Künstler Victor Hugo Portillo (Neue Medien). Über die Zuerkennung der von der Kulturabteilung des Landes ausgeschriebenen Preise hatte eine kompetente und unabhängige Jury entschieden, Kulturlandesrat Hans Peter Doskozil nahm die Verleihung vor. „Der Literaturpreis und Förderpreis für Bildende Kunst des Landes Burgenland tragen dazu bei, diese wichtigen Bereiche des Kulturlebens stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Die prämierten Arbeiten spiegeln allesamt die beindruckend hohe Qualität der Werke der burgenländischen Kunstschaffenden wider. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich“, so Doskozil bei der Preisverleihung. Im Rahmen des Förderpreises für Bildende Kunst 2017 eingereichte Werke von 13 Kunstschaffenden sind in der Ausstellung „Burgenlands Aufbruch in die Moderne II“ im Projektraum der Landesgalerie in Eisenstadt zu sehen.

Literaturpreis für Kurzprosatext
Seit 2004 wird der Literaturpreis des Landes Burgenland in seiner jetzigen Form alternierend als Preis für ein abgeschlossenes Werk oder als Stipendium für ein in Arbeit befindliches Werk verliehen. Der Literaturpreis 2016 wurde für einen kurzen Prosatext ausgeschrieben. Die Höhe des Preises beträgt 2.500 Euro. Insgesamt gab es 10 TeilnehmerInnen.

Den Literaturpreis erhielt der Nordburgenländer Bernhard Strobel für seinen Prosatext „Im Vorgarten der Palme“, der durch „anspruchsvolle Erzählkunst“ überzeugt, so die Jury in ihrer Begründung. „Im Vorgarten der Palme“ sei „ein leiser Text. Es ist ein Text der kleinen Aktion. Ein der Gedankenwelt zuzuordnender Text. Wenig Worte, kaum Taten, sondern unausgesprochene Anschuldigungen, verschämte Mutmaßungen, gedachte Rechtfertigungen zu vermuteten Tatbeständen. So bahnt sich eine Ehekrise an zwischen einem anscheinend glücklich verheirateten Paar oder so funktioniert eine Ehekrise zwischen einem scheinbar glücklich verheirateten Paar“. Das Werk – ein Auszug aus einem Roman, den der Literat vor Kurzem vollendet hat – gebe „sich und den Leser/innen Zeit, aber, eh‘ man sich versieht, ist da Spannung“, so die Jury.

Förderpreis für Bildende Kunst
Das Kulturreferat der Burgenländischen Landesregierung schrieb 2017 einen Förderpreis für Bildende Kunst in den Sparten Fotografie und Neue Medien zum Thema „Burgenlands Aufbruch in die Moderne II“ aus. Den Förderpreis von 3.500 Euro teilen sich die beiden Preisträger.

Der Förderpreis für Bildende Kunst in der Sparte Fotografie ging an Martina Stapf. Aus der Jurybegründung: „Die performative Fotografie von Martina Stapf steht in der Tradition der Selbstinszenierung und nimmt auf vielen Ebenen Bezug zum aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurs über Rollenbilder, Fremd- und Selbstwahrnehmung. Es fotografiert hier ein über die Fotografie- ,Performance- und Genderdiskurse wissendes Ich, das sich einerseits als Opfer, versteckt im Schrank hinter einer Spitzendecke, andererseits als Souverän, selbst den Auslöser in der Hand, inszeniert.“ Hier werde nichts dem Zufall überlassen. Inhaltlich und formal präzise, positioniere sich Stapf als junge Künstlerin mit Potential und lasse gespannt sein auf ihre weitere Entwicklung, so die Jury.

In der Sparte „Neue Medien“ überzeugte Victor Hugo Portillo mit seinem „tragisch-komischen, fiktiven Dokumentarvideo“ ,Robocop‘, so die Jury. Seine Arbeit überzeuge „durch ihren schlichten dokumentarischen Stil und durch ihren lakonischen Humor“. Die handelnden Personen und das gesamte Ambiente lassen den Betrachter an eine ländliche Gegend in Lateinamerika denken. Im Begleittext zu „Robocop“ erfährt man, dass es sich um das Land El Salvador handelt. „Angesichts der Komplexität des Phänomens der Gewalt, das von politischen Interessen angestoßen wird, ist ,Robocop‘ somit ein raffinierter Protest, ein kritischer Diskurs und eine Parodie auf die Situation in El Salvador“, so die Jury.
Mit dem Würdigungspreis wurde die junge Künstlerin Anna Carina Roth ausgezeichnet.

Es haben 21 Künstlerinnen und Künstler mit insgesamt 58 (55 in der Sparte Fotografie, 3 in der Sparte Neue Medien) Arbeiten an der Ausschreibung teilgenommen.

Ausstellung: „Burgenlands Aufbruch in die Moderne II“
Im Anschluss an die Preisverleihungen wurde die Ausstellung „Burgenlands Aufbruch in die Moderne II“ eröffnet. Werke folgender 13 Künstlerinnen und Künstler sind ausgestellt: Jutta Brunsteiner, Kurt Daque, Anita Hafner, Sabine König, Brigitte Kovacs, Victor Hugo Portillo, Christina Lag-Schröckenstein, Eveline Rabold, Heidi Rada, Anna Carina Roth – Würdigungspreis Sparte Fotografie, Birgit Sauer, Martina Stapf und Hans Wetzelsdorfer

Pressefotos zum Download: Preisträger Literaturpreis 2017, Förderpreis Bildende Kunst 2017, Literaturpreis 2017 Bernhard Strobel, Förderpreis Bildende Kunst, Würdigungspreis

Bildtext Preisträger Literaturpreis 2017, Förderpreis Bildende Kunst 2017 (v.l.): Victor Hugo Portillo (Förderpreis für Bildende Kunst), Bernhard Strobel (Literaturpreis des Landes Burgenland 2017), Martina Stapf (Förderpreis für Bildende Kunst), Anna Carina Roth (Würdigungspreis) und Kulturlandesrat Hans Peter Doskozil

Bildtext Förderpreis Bildende Kunst, Würdigungspreis: Kulturlandesrat Hans Peter Doskozil mit Martina Stapf und Victor Hugo Portillo (Gewinner des Förderpreises für Bildende Kunst 2017), und Anna Carina Roth (Würdigungspreis)

Bildtext Literaturpreis 2017 Bernhard Strobel: Kulturlandesrat Hans Peter Doskozil mit Bernhard Strobel, Gewinner Literaturpreises 2017

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Wolfgang Sziderics, 25. Jänner 2018
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