Für den Winterdienst bestens gerüstet

Landesrat Helmut Bieler: Burgenländischen Landesstraßenverwaltung personell und technisch für die kalte Jahreszeit optimal vorbereitet **** Am 15. November fällt der offizielle Startschuss für den Winterdienst der Burgenländischen Landesstraßenverwaltung. Die Trainings-, Aus- und Weiterbildungskurse für die rund 340 Mitarbeiter der Fachgruppe Betriebliche und Bauliche Erhaltung in den Bau- und Betriebsdienstleistungszentren Nord und Süd, gegliedert in 15 Straßenmeistereien, sind abgeschlossen, die Salz- und Splittlager gefüllt.

„Die Winterdienstmitarbeiter trotzen auf rund 3.700 Fahrstreifenkilometern schwierigsten Verhältnissen. Die durchschnittliche Betreuungslänge für ein Einsatzfahrzeug im Räum- und Streudienst beträgt aktuell 49 Fahrstreifenkilometer je Umlauf. Das ist der österreichische Spitzenwert. Dementsprechend intensiv werden sie geschult, denn die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss müssen auch bei Schnee, Verwehungen, Eisglätte und widrigsten Verhältnissen aufrechterhalten werden“, erklärte Landesrat Helmut Bieler am 14. November 2016 bei einem Pressegespräch im Bau- und Betriebsdienstleistungszentrum Nord in Eisenstadt.

Im vergangenen Winter, der im langjährigen Vergleich milde gewesen ist, hatte es an insgesamt 49 Tagen Schneefall gegeben. Während der 75 Winterdiensteinsatztage, die geleistet werden mussten, haben die Straßenmeistereien insgesamt 7.388 Tonnen Feuchtsalz und 1.727 Tonnen Splitt auf Landesstraßen gestreut. Für den Winter 2016/2017 stehen 88  Winterdienst - Einsatzfahrzeuge, davon 54 Winterdienst - LKW, 17 UNIMOG und für die Spitzen­abdeckung bei einem besonders intensiven Schneefall 17 angemietete Fahrzeuge, zur Verfügung. Diese Einsatzfahrzeuge sind mit Frontpflug sowie Salzstreuautomaten bzw. Splittstreuanhänger ausgestattet. Seit der letzten Winterdienstperiode ist ein Einsatzfahrzeug aber auch mit einem teleskopartigen Frontpflug ausgerüstet, der über eine variable Räumbreite verfügt und für den Einsatz auf breiten, mehrspurigen Fahrbahnabschnitten konzipiert ist. Durch den Einsatz dieses Gerätes kann auf diesen Abschnitten eine deutlich effektivere und daher sicherere und zugleich sparsamere Schneeräumung geleistet werden. Zur effektiveren Nutzung dieses Schneepfluges wurde ein neuer 3 – Achs – LKW angeschafft, der derzeit für den Winterdiensteinsatz aufgerüstet wird und in Kürze zur Verfügung steht. Das gegenständliche Winterdienstfahrzeug ist in der Straßenmeisterei Großpetersdorf stationiert und wird an der B 63 und L 106, im Bereich von Oberwart bis St. Michael, eingesetzt werden.

Weiters wird in den nächsten Wochen im Bereich der Straßenmeisterei Oberpullendorf -Süd, am Standort Lockenhaus, der neue Salzsilo fertiggestellt. Dieser verfügt über eine Kapazität von 200 Tonnen, was einer Verdoppelung der Lagermenge gegenüber dem alten Silo entspricht. Bieler dazu: „Aufgrund der erhöhten Lagerkapazität können wir so eine verbesserte Versorgungssicherheit für den Winterdienst gewährleisten. Hervorzuheben ist, dass aus Gründen der Verkehrssicherheit, der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit und im Hinblick auf Notwendigkeit zur Reduktion von Feinstaub der Einsatz von Feuchtsalz FS-30 in den vergangenen Jahren ausgebaut wurde. Über das gesamte Land gleichmäßig verteilt steht eine Lagerkapazität für Streusalz - einschließlich des neuen Silos in Lockenhaus - von insgesamt knapp 9.000 Tonnen zur Verfügung. Diese Menge entspricht etwa dem Durchschnittsverbrauch eines Winterdienstes der vergangenen Jahre. Streusplitt wurde in einer Gesamtmenge von rund 6.400 Tonnen eingelagert. Das Streusalz wird beim Winterdiensteinsatz im Verhältnis 70 zu 30%, mit einer Sole aus Natriumchlorid oder aus Calciumchlorid vermengt, auf die Fahrbahn ausgebracht. Die Vorteile dieser Methode sind vielfach erprobt. Eine wesentlich geringere Verwehung des Feuchtsalzes beim Ausstreuen, eine gute Anhaftung auf der Fahrbahn, eine raschere und intensivere Tauwirkung des Salzes sowie eine daraus resultierende leichtere Räumbarkeit der Straße sind die positiven Folgen. Die Feuchtsalzstreuung funktioniert optimal, wenn auf dem Straßennetz noch vor Beginn des Schneefalls präventiv das Feuchtsalz ausgebracht wird.

„Man darf sich daher nicht wundern, wenn die Einsatzfahrzeuge Salz mitunter auf eine trockene und schneefreie Fahrbahn ausbringen. Dies bedeutet nämlich, dass entweder Niederschläge in Kürze eintreten werden oder dass Eisbildung durch Reif erwartet wird. Unsere Einsatzleiter verfügen nämlich über einen Zugriff auf das ausgezeichnete Wetterradar der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik und können daher Niederschläge mit hoher Treffsicherheit bereits Stunden zuvor vorhersagen. Daraus ergibt sich auch eine hohe Wirtschaftlichkeit dieser Methode, da das verwendete Streusalz insgesamt effektiver eingesetzt wird, als dies bei Trockensalz der Fall wäre. Trotz bester Vorbereitung und Durchführung des Winterdienstes auf dem neuesten Stand der Technik bleibt aber auch auf die Verantwortung der Verkehrsteilnehmer hinzuweisen, und den großen Beitrag, den wir alle durch eine der Witterung und den winterlichen Fahrbahnverhältnissen angepasste Fahrweise für die Verkehrssicherheit leisten können“, so Bieler. Jüngste Forschungsergebnisse lassen auch erwarten, dass eine Steigerung des Soleanteils, beispielsweise auf 50%, auch eine Erhöhung der positiven Effekte der Feuchtsalzstreuung bewirken kann. Es ist daher vorgesehen, noch im heurigen Winter entsprechende Teststrecken für Feuchtsalz FS-50 einzurichten.

Pressefoto Straßenwinterdienst

Bildtext: Für Landesrat Helmut Bieler, Baudirektor DI Wolfgang Heckenast, WHR DI Dr. Alexander Rüdiger Knaak, Leiter Betriebliche und Bauliche Erhaltung (BBE), und DI Thomas Hochwarter, Leiter Bau- und Betriebsdienstleistungszentrum Nord (BBN), ist die Landesstraßenverwaltung für die kalte Jahreszeit optimal gerüstet

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 14. November 2016

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