Förderung für Burgenlands heimliches Wappentier

Land unterstützt Erhaltung der Storchennester *** Störche gehören zum Burgenland wie der Wein und sind längst zum heimlichen Wappentier des Landes geworden. Und sie lassen sich in immer mehr burgenländischen Gemeinden nieder – ein passendes Nest und ausreichend Nahrungsflächen vorausgesetzt.

Um den Bestand der Zugvögel im Burgenland nicht zuletzt als touristisches Aushängeschild auch für die Zukunft zu sichern, unterstützt das Land ab sofort den Bau von Storchennestern, verkündete Naturschutzlandesrätin Astrid Eisenkopf heute, Dienstag, im mittelburgenländischen Markt St. Martin, seit heuer Wahlheimat eines aus Bayern zugezogenen Storchs namens „Seppl“.

„Störche sind mittlerweile ein Tourismusfaktor für das Burgenland geworden. Und weil sie sich hier sichtbar wohlfühlen, zieht es mehr und mehr Störche zu uns ins Land. Damit sie im Frühling auch immer wieder zurückkehren, brauchen sie jedoch ein attraktives Lebensumfeld“, sagte Eisenkopf. „Viele Gemeinden sind schon sehr vorbildlich und haben ein Nest errichtet, wie auch hier in St. Martin. Wir möchten diese Gemeinden unterstützen und greifen ihnen finanziell unter die Arme, wenn sie dem Storch ein zu Hause geben“.

Bis zu 1.500 Euro Förderung für Nestbau oder Übersiedlung
Gefördert werden ab sofort der Nestbau – das Metallgestell und die Unterlage – ebenso wie die Übersiedlung von Störchen in ein neues Nest, wenn das alte, sei es aus hygienischen oder statischen Gründen, nicht mehr entspricht. Die Förderung beträgt maximal 1.500 Euro, die aus dem Landschaftspflegefonds zur Verfügung gestellt werden. Interessierte Gemeinden, Vereine oder auch Privatpersonen sind aufgerufen, mit der Abteilung 4 des Amtes der Burgenländischen Landesregierung Kontakt aufzunehmen: T 057 600-2810 oder post.a4(at)bgld.gv.at .

130 – 150 Brutpaare im Burgenland. Genügend Nahrungsflächen Voraussetzung 
Ausschlaggebend dafür, dass sich ein Storch ansiedelt, sei ein attraktiver Standort mit genügend Nahrungsflächen in der Gemeinde. „Störche sind brutorttreu“, informierte Storchenexperte Dr. Andreas Ranner. „Das lässt darauf hoffen, dass die Störche im nächsten Jahr auch wieder hierherkommen“. Störche werden bis zu 25 Jahre alt, im Alter von 3-6 Jahren geschlechtsreif und brüten bis ins hohe Alter. Derzeit gebe es 130 bis 150 Brutpaare im Burgenland; damit liege man im langjährigen Schnitt. Dank der Schaffung von Grünflächen und Renaturierungsmaßnahmen in den Gemeinden habe sich der Bestand nach einem Tiefststand in den 80er-Jahren wieder erholt, so Ranner. Die größten Populationen gebe es im Südburgenland rund um Moschendorf, am Neusiedler See und auch im Mittelburgenland. 

Neo-Mittelburgenländer „Seppl“ als Bayer identifiziert
In Markt St. Martin hatte es seit jeher ein Storchenpärchen gegeben. Vor neunzehn Jahren hatte man das Nest von einem problematischen Standort auf einem Gebäude auf den jetzigen Standort, einen hohen Mast in einer Grünfläche mitten im Ort, verlegt, wo es sofort „akzeptiert“ worden sei, berichtete Bürgermeister Jürgen Karall. Seit heuer gibt es einen Zuzügler, ein hier „gelandeter“ Storch konnte anhand der Beringung eindeutig als „Bayer“ identifiziert werden – die Herkunft wurde vom „Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie“ in Deutschland offiziell bestätigt. Der Neo-Burgenländer „Seppl“ und seine Partnerin haben auch bereits für Nachwuchs gesorgt, die Jungstörche sind längst ausgeflogen. Der nach fast zwei Jahrzehnten in die Jahre gekommene Mast wird mit Unterstützung des Landes demnächst gegen einen neuen ausgetauscht.

„Wir unterstützen aber nicht nur Störche, sondern die unterschiedlichsten Artenschutzprojekte. Die Erhaltung der Artenvielfalt ist für das Burgenland, unsere Natur und den Menschen, sehr wichtig, weil sie dafür sorgt, dass die Natur gesund und intakt bleibt“, so die Naturschutzlandesrätin.


Pressefotos zum Download:  Storchenförderung_1, _2, _3

Bildtext Bilder 1, 2:  Freuen sich über Zuzügler „Seppl“: v.l.: Herbert Thiesz, „Baumeister“ des Storchennests, Bgm. Jürgen Karall, Christian Draxler, Gemeindevorstand, LRin Astrid Eisenkopf, Josef Schmid, „Seppl-Entdecker“ (anhand seines Fotos konnte Herkunft identifiziert werden), Dr. Andreas Ranner, Storchenexperte des Landes

Bildtext Bild 3:  Stellten Förderprojekt für Störche vor: v.l.: Bgm. Jürgen Karall, LRin Astrid Eisenkopf, Dr. Andreas Ranner, Storchenexperte des Landes

Bildquelle:  Bgld. Landesmedienservice

Hans-Christian Siess, 13. August 2019 

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