Filme für die Seele – Seelische Gesundheit am Arbeitsplatz

Bewusstseinsbildung zum internationalen Tag der seelischen Gesundheit im eCube in Eisenstadt

Zum 7. Mal in Folge lädt pro mente Burgenland landesweit zu einer GRATIS Kinovorstellung ein. Gezeigt werden Hollywood-Filme, die sich dem Thema „Psychische Erkrankung“ widmen. Ziel dabei ist aufklären, informieren und helfen. „Der Arbeitsplatz beeinträchtigt wesentlich das physische und psychische Befinden jedes Arbeitnehmers. Zahlreiche Studien belegen, dass belastende Situationen am Arbeitsplatz die Gesundheit negativ beeinflussen können. Ebenso haben viele internationale Studien gezeigt, Investitionen in betriebliche Gesundheitsförderung zahlen sich aus“, betonte Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos.

Bereits vor 25 Jahren hat die World Federation for Mental Health mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den internationalen „Tag der seelischen Gesundheit“ ins Leben gerufen. Dieser findet jährlich am 10. Oktober statt. Weltweit dreht sich rund um diesen Tag alles um die psychische Gesundheit. „Europaweit sind laut WHO rund 20-25% der Bevölkerung von psychischen Erkrankungen und Störungen des seelischen Wohlbefindens betroffen, in Österreich leidet jede/jeder Vierte zumindest vorübergehend einmal in seinem Leben an einer psychischen Erkrankung. Tendenz steigend.“, berichtet MMag.ͣ Eva Blagusz, Obfrau von pro mente Burgenland. Fakt ist: es kann jeden von uns treffen! Psychische Erkrankungen kommen oft schleichend, die Symptome werden häufig nicht ernst genommen oder zu spät erkannt. Zudem ist das Thema „psychische Erkrankung“ in der heutigen Gesellschaft nach wie vor etwas worüber man nicht gerne spricht. pro mente Burgenland will den Menschen vermitteln, dass eine psychische Erkrankung - seien es Essstörungen, Suchterkrankungen, Depressionen oder Schizophrenie - nichts ist, das man verstecken und geheimhalten muss.

Die pro mente Kinoreihe „Filme für die Seele“ ist Teil einer Antistigma-Arbeit. Das Thema „Psychische Erkrankung“ wird bewusst vor den Vorhang geholt und bietet im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe Betroffenen, Angehörigen und Interessierten die Möglichkeit, sich über unterschiedliche Krankheitsbilder sowie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.Das von der WHO vorgegebene Schwerpunktthema 2017 lautet „Seelische Gesundheit am Arbeitsplatz“. Hierzu verweist MMag.ͣ Blagusz auf die aktuellen Auswertungen der Statistik Austria: „In den vergangenen 16 Jahren hat sich die Zahl der Krankenstände aufgrund von psychischen Erkrankungen fast verdoppelt. Waren es im Jahr 2000 noch rund 170 von 1000 Arbeitnehmern (17%), so zählte man im Jahr 2016 bereits mehr als 300 (30%).“

Einen Grund dafür kennt Andrea Reisinger, Vorsitzende des BLP: „Die Arbeitsbedingungen verändern sich immer weiter: Vom Arbeitnehmer - egal in welcher Position - wird immer mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erwartet und auch der Zeitdruck wird immer höher.“ Dies bestätigt Arnold Fass von den Selbsthilfegruppen psychische Erkrankungen Forchtenstein - Eisenstadt - Oberwart: „Einige TeilnehmerInnen aus meinen drei Selbsthilfegruppen haben berichtet, dass sie aufgrund von ständigem Stress, häufigem Mobbing und Multitasking am Arbeitsplatz seelisch aus dem Gleichgewicht geraten und in ein Burnout geschlittert sind.“

HPE-Obfrau Angelika Klug spricht stellvertretend für Angehörige von Betroffenen: „Das neue Wiedereingliederungsgesetz ist für uns Angehörige sehr erfreulich. Es soll der Gefahr entgegenwirken, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen unter die Armutsgrenze fallen und sieht vor, dass der Kranke zum Teil arbeiten gehen und zum Teil Krankengeld beziehen können, um annähernd das Einkommen zu erzielen, das sie vorher hatten.“ Angelika Klug weißt abschließend darauf hin, zu bedenken, dass ein Betroffener vor Eintritt der Krankheit ein normales Leben mit den üblichen Freuden und Leiden hatte und dass die Krankheit das eigene Leben wie auch das der Umwelt verändert hat.

Auch Bürgermeister Mag. Thomas Steiner und Hausherr des eCube Eisenstadt unterstützt den internationalen Tag der seelischen Gesundheit sehr gerne: „Gerade in unserer schnelllebigen Zeit gerät die seelische Gesundheit am Arbeitsplatz des Öfteren ins Hintertreffen. Um Burn-Outs und anderen psychischen Erkrankungen entgegenzuwirken braucht es nicht nur Präventionsmaßnahmen, sondern auch eine gesteigerte Akzeptanz der Arbeitgeber und einen Abbau von Vorurteilen gegenüber Betroffenen.“

Der Amtsführende Präsident des Landesschulrates für Burgenland Mag. Heinz Josef Zitz betont, dass das Thema psychische Erkrankungen weder am Arbeitsplatz noch in der Schule ein Tabuthema sein darf: „Stress und emotionale Belastungen haben wir alle mindestens einmal im Leben. Viele schaffen es leider nicht, die nötige Entlastung zu bekommen und irgendwann führen diese Belastungen zu einer psychischen Erkrankung, die sich über einen sehr langen Zeitraum erstrecken kann. Es ist daher absolut notwendig, dass es Einrichtungen wie pro mente gibt, die über Krankheitsbilder informieren und entsprechende Behandlungsangebote aufzeigen.“

Die Kinoreihe „Filme für die Seele“ findet heuer in der Zeit von 9. Bis 12. Oktober statt. Die ausgewählten Filme setzen sich mit dem Thema „psychische Erkrankungen“ auseinander.

Beginn ist jeweils um 18:00 Uhr bei freiem Eintritt.

Montag, 09. Oktober 2017 Cineplexx Mattersburg: „Birnenkuchen mit Lavendel“
Dienstag, 10. Oktober 2017 Nationalparkkino Illmitz: „Birnenkuchen mit Lavendel“
Mittwoch, 11. Oktober 2017 Kino Oberpullendorf: „Wie im Himmel“
Donnerstag, 12. Oktober 2017 Dieselkino Oberwart: „Wie im Himmel“

Im Anschluss an jede Vorstellung stehen die ExpertInnen des psychosozialen Bereichs aus dem Burgenland für Ihre Fragen und Anliegen in gemütlicher und ungezwungener Atmosphäre zur Verfügung.

Leider steigt auch die Zahl der betroffenen Jugendlichen, weshalb wir uns mit zwei SchülerInnenveranstaltungen direkt an diese Zielgruppe wenden. Wir laden die Burgenländischen Schulen zu einer gratis Kinovorstellung ein - eine findet im Anschluß an die heutige Pressekonferenz im eCube Eisenstadt statt, eine weitere am 11. Oktober um 10:00 Uhr im Kino Oberpullendorf.

Partner bei der Kinoreihe „Filme für die Seele:

Psychosozialer Dienst Burgenland – PSD
Tel.: 05 7979 20 1000
E-Mail: eisenstadt@psd-bgld.at

Burgenländischer Landesverband für Psychotherapie - BLP
Tel. 02682 – 63010
E-Mail: office@BLP.at www.BLP.at

Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter – HPE
Mag.ͣ Angelika Klug
E-Mail: hpe-burgenland@hpe.at www.hpe.at

Selbsthilfegruppen psychische Erkrankungen Forchtenstein – Eisenstadt – Oberwart
Arnold Fass
Tel. 0664 – 783 64 70
E-Mail: arnold.fass@a1.net

Pressefoto zum Download

Bildtext: (v.l.n.r.) LAbg. Bgm. Mag. Thomas Steiner, Bürgermeister der Landeshauptstadt Eisenstadt, Mag.a Elisabeth Reiner, Vorsitzende-Stellvertreterin des Burgenländischen Landesverbandes für Psychotherapie, Mag.ͣ Angelika Klug, Obfrau HPE Burgenland – Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter, Arnold Fass, Selbsthilfegruppe Psychische Erkrankungen Forchtenstein, Oberwart und Eisenstadt, Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos, MMag.a Eva Blagusz, Obfrau/Geschäftsführerin pro mente Burgenland, Dr.in Brigitte Schmidl-Mohl, Chefärztin des PSD Burgenland, Amtsführender Präsident des Landesschulrates Mag. Heinz Josef Zitz

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Bei Rückfragen wende Sie sich bitte an:
Pressekontakt: Marion Kanitsch
pro mente Burgenland
Öffentlichkeitsarbeit & Marketing Telefon: 02682-65188-13
E-Mail: pr@promente-bgld