Der März steht im Zeichen der Frauenrechte

„100 Jahre Frauenwahlrecht“ als Motto des Internationalen Frauentages am 8. März, zahlreiche Veranstaltungen im Burgenland

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Aus diesem Anlass steht im Burgenland der Monat März im Zeichen der Frauen. Zahlreiche Veranstaltungen sollen einerseits auf bereits Erreichtes, andererseits auf berechtigte Anliegen der Frauen aufmerksam machen. Aus gutem Grund: Noch immer ist Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen in vielen Bereichen nicht gegeben, noch immer verdienen Frauen für gleiche Leistung weniger als Männer und leisten unbezahlte Arbeit bei der Pflege von Familienangehörigen, der Kinderbetreuung oder der Hausarbeit. Und das Thema sexuelle Gewalt ist durch #MeToo in der öffentlichen Diskussion präsenter denn je. „Es ist ein Reigen an Veranstaltungen geplant. Wir wollen sichtbar machen, worum es geht: um ein selbstbestimmtes Leben, ein eigenes Einkommen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Es geht auch um das Recht auf ein von Gewalt freies Leben“, so Frauenlandesrätin Verena Dunst, die gemeinsam mit LRin Astrid Eisenkopf, der ÖGB-Landesfrauenvorsitzenden Hannelore Binder, Gabriele Arenberger, Frauenhaus Burgenland, und Mag.a Karina Ringhofer, Leiterin Referat Frauenangelegenheiten, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung, im Rahmen einer Pressekonferenz einen Überblick über die geplanten Veranstaltungen gab. Am 8. März lädt der ÖGB zum Symposium „GemeinsamGutArbeiten – GewaltMachtKrank“. Ebenfalls am 8. März lädt das Frauenhaus zum „Hausfriedenszug“ in Eisenstadt (Start 16 Uhr beim Kulturzentrum Eisenstadt). Weitere Schwerpunkte sind die Präsentation des Frauenberichts 2018 (14. März 2018) und die Kinovorstellung „Suffragetten“ mit anschließender Diskussion (20. März, Offenes Haus Oberwart).

Frauenrechte sind erkämpft, nicht selbstverständlich
„Der Internationale Frauentag ist und bleibt unabdingbar. Erfolge bei den Frauenrechten mussten immer gegen große Widerstände durchgesetzt werden. Es ist wichtig, jungen Frauen zu sagen, dass bereits Erreichtes nicht selbstverständlich ist“, betont Eisenkopf. So sei das Wahlrecht für Frauen (1918), die Fristenlösung (1975), die Familienrechtsreform (1975), die Einrichtung von Frauenhäusern, erstmals 1978 in Wien, oder das 1. Gleichbehandlungsgesetz (1979) ebenso hart erkämpft worden wie die Strafbarkeit sexueller Nötigung in der Ehe und in der Lebensgemeinschaft (1989), das erste 1. Frauenvolksbegehren (1994) oder die Verschärfung des Sexualstrafrechts (2016). Darüber hinaus sei jedoch noch viel zu tun. So sei man von gleichem Lohn für gleiche Arbeit noch weit entfernt. Dies gelte auch für die gleichberechtigte Vertretung in diversen Gremien. Auch das Thema Gewalt sei aktueller denn je, wie die MeToo-Debatte zeige. Aus allen diesen Gründen sei auch die Unterstützung für das Frauenvolksbegehren so wichtig, „auch wenn man mit jedem einzelnen Punkt etwas anfangen kann“, so Eisenkopf. Die Unterschriften-Sammlung für das Frauenvolksbegehren 2.0 läuft derzeit.

Dunst: „Es geht um ein selbstbestimmtes Leben“
„Es geht noch immer um das Einkommen – um ein eigenes Einkommen und um die Unabhängigkeit der Frauen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Information über die Berufswahl und den zu erwartenden Verdienst“, erklärt Dunst. Zur MeToo-Debatte: „Dass sich betroffene Frauen erst nach Jahrzehnten an die Öffentlichkeit wagen, hat auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung zu tun. Viele Frauen haben heute mehr Mut. Es ist wichtig zu sagen: Heute lasse ich mir das Unrecht, das mit vor Jahrzehnten angetan wurde, nicht mehr gefallen“. Laut einer IFES-Studie ist jeder Dritte, Frauen ebenso wie Männer, von Gewalt betroffen. Diese Studie wird auch Thema beim ÖGB-Symposium „GemeinsamGutArbeiten – GewaltMachtKrank“ am 8. März sein.

Einen Rückschritt in Sachen Gleichberechtigung in Österreich ortet ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Hannelore Binder. „Der 12-Stunden-Tag trifft vor allem Alleinerzieherinnen. Wo findet man eine 12-stündige Betreuung für seine Kinder?“ Vielmehr fordert Binder einmal mehr die Umsetzung der ÖGB-Forderungen nach einer 35-Stundenwoche und einem Mindestlohn von 1700 Euro. „Dann hätten auch Männer mehr Zeit für die Kinderbetreuung. Beim Lohn gilt: Von Arbeit muss man auch leben können, das ist derzeit leider oft nicht der Fall.“ Beim einem 12-Stunden-Tag würden Frauen automatisch aus der Arbeitswelt gedrängt, warnt Gabriele Arenberger vom Frauenhaus Burgenland.

„Beim Hausfriedenszug am 8. März wollen wir auf die erkämpften Rechte der Frauen aufmerksam machen“, erklärt Arenberger. Sechs die Frauenrechte prägende Jahreszahlen bzw. Ereignisse stehen im Mittelpunkt: 1918 – Umsetzung des Frauenwahlrechts; 1975 – Einführung der Fristenlösung; 1975 – Familienrechtsreform, 1978 – erstes Frauenhaus in Wien (im Burgenland liegt die Auslastung des Frauenhauses konstant bei über 50 %, zumeist bei 70%), 1989 – Vergewaltigung in der Ehe und in Lebensgemeinschaften wird zum Strafbestand; 2018 – Frauenvolksbegehren.

Pressefoto zum Download

Bildtext Frauenmonat März (v. l.): Mag.a Karina Ringhofer, Leiterin Referat Frauenangelegenheiten, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Hannelore Binder, Frauenlandesrätin Verena Dunst, Landesrätin Astrid Eisenkopf und Gabriele Arenberger, Frauenhaus Burgenland

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Wolfgang Sziderics, 26. Februar 2018

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