Belastungsspektrum Arbeitsplatz

Betriebliche Gesundheitsförderung: Landesrat Mag. Darabos präsentierte Umsetzungsinitiativen aus dem Erfahrungsbericht eines Forschungsprojektes im Krankenhaus Oberpullendorf

Psychosoziale Belastungen stellen mittlerweile eine der häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit, Krankenstände und Frühpensionierungen dar. Im Rahmen des Projekts „Gesunde MitarbeiterInnen - Gesunder Betrieb!“, das mit Mai 2016 gestartet wurde und noch bis April 2019 läuft, widmet sich die Forschung Burgenland, ein Tochterunternehmen der FH Burgenland, dem Thema der Betrieblichen Gesundheitsförderung mit dem speziellen Fokus auf die psychosoziale Gesundheit von MitarbeiterInnen und Führungskräften. Derzeit befindet sich das Projekt, das modellhaft in fünf burgenländischen Unternehmen mit insgesamt etwa 900 MitarbeiterInnen durchgeführt wird, in der Phase der Maßnahmenumsetzung. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden am 01. Dezember 2017 erste Erfahrungen und Ergebnisse aus der Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Oberpullendorf präsentiert.

Investition in die Zukunft
Der Arbeitsplatz beeinträchtigt wesentlich das physische und psychische Befinden jedes Arbeitnehmers, meinte auch der für Soziales und Gesundheit zuständige Landesrat Mag. Norbert Darabos. „Zahlreiche Studien belegen, dass belastende Situationen am Arbeitsplatz die Gesundheit negativ beeinflussen können. Ebenso haben viele internationale Studien gezeigt, dass sich Investitionen in die betriebliche Gesundheitsförderung auszahlen. Ein hoher Grad an Wohlbefinden und Zufriedenheit der Mitarbeiter schlägt sich in einer verbesserten Arbeitsmotivation nieder und bewirkt ein besseres Unternehmensergebnis.“ Hier setzt der Ansatz der betrieblichen Gesundheitsförderung an: „Wohlbefinden und Gesundheit sind nicht nur die Privatangelegenheiten der ArbeitnehmerInnen, sondern auch Sache der Betriebe.“ In zahlreichen Unternehmen habe es dazu im Burgenland in den vergangenen Jahren bereits Aktionen gegeben. „Beschäftigte und Unternehmer haben dabei ein gemeinsames Interesse, die einen möchten gesund bleiben und sich wohlfühlen, die anderen möchten mit gesunden und damit leistungsfähigen Mitarbeitern im Wettbewerb stehen. Dies schafft eine Situation, bei er sich beide Seiten als Gewinner fühlen dürfen. Betriebliche Gesundheitsförderung ist damit auch eine Investition in die Zukunft.“

Gesundheitsförderung im Fokus
Prof. (FH) Mag. Dr. Erwin Gollner MPH, MBA, Departmentleiter Gesundheit FH Burgenland, ist der wissenschaftliche Leiter des Projekts. „Veränderungen durch die Digitalisierung am Arbeitsplatz, die Zunahme an psychischen Belastungen sowie die Zunahmen an Fehlzeiten aufgrund von Diagnosen psychischer Erkrankungen gelten als eine der zentralen Herausforderungen der Arbeitswelt“, so der Experte. Die Zahlen von psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz seien alarmierend. So fühle sich jeder vierte Österreicher Burn-Out gefährdet, 220.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen leiden österreichweit an psychischen Erkrankungen und rund 66.350 gehen aufgrund dessen in Frühpension. An der FH Burgenland beschäftigen sich Gollner und sein Team am Department Gesundheit seit Jahren intensiv in Lehre und Forschung mit dem Bereich der Gesundheitsförderung. „Durch Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung können psychische Belastungen reduziert, in weiterer Folge Arbeitsunfälle vermieden und die Leistungsfähigkeit wiederhergestellt werden.“

Burgenländische Betriebe setzen auf Gesundheit der Mitarbeiter
Katharina Hauer, MA, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschung Burgenland, leitet das Projekt und erklärt: „Im Projekt ‚Gesunde MitarbeiterInnen - Gesunder Betrieb!‘ begleitet die Forschung Burgenland GmbH fünf burgenländische Betriebe unterschiedlicher Branchen bei der Umsetzung von Betrieblicher Gesundheitsförderung. Der Fokus wird dabei auf die psychosoziale Gesundheit und die Resilienz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte gelegt.“ Insgesamt werden durch das Projekt rund 900 Beschäftigte im Burgenland adressiert. Die teilnehmenden Betriebe sind: KRAGES - Krankenhaus Oberpullendorf, Rotes Kreuz Burgenland, Schloffer GmbH, Vamos, Vossen GmbH & Co. KG. Das Projekt wird von der Forschung Burgenland GmbH, einer 100%igen Tochtergesellschaft der FH Burgenland, durchgeführt. Der dreijährige Durchführungszeitraum erstreckt sich von Mai 2016 bis April 2019. Finanziert wird das Projekt durch Mittel des Fonds Gesundes Österreich und des Landesgesundheitsförderungsfonds Burgenland sowie durch Beiträge der teilnehmenden Betriebe. „Nach einer ausführlichen Diagnosephase zur Erhebung der Ist-Situation und der Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte, hat nun die Umsetzung der Maßnahmen in den teilnehmenden Betrieben gestartet“, erklärte Hauer.

Mit Zuversicht und Akzeptanz die Zukunft mitgestalten
„Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Nacht- und Wochenenddienste, körperlich und psychisch anspruchsvolle Tätigkeiten im Umgang mit kranken Menschen belasten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichster Form und Weise“, erläuterte Manfred Degendorfer, Kaufmännischer Direktor im Krankenhaus Oberpullendorf. „Um auch in Zukunft erfolgreich unsere Leistungen für unsere Patientinnen und Patienten abrufen bzw. erbringen zu können, brauchen wir gesunde, leistungsfähige und zufriedene Mitarbeiter. Wir sehen die Gesundheitsförderung daher auch als Teil einer modernen Unternehmensstrategie.“ Die KRAGES unterstützt ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beim „Gesund bleiben“ und „Gesund werden“ mit zahlreichen Fort- und Weiterbildungsangeboten in den Bereichen Bewegung, Raucherentwöhnung, Burnout-Prävention und vieles mehr. 

Pressefoto zum Download: KH Oberpullendorf Gesunde Mitarbeiter

Bildtext (v.l.n.r.): Manfred Degendorfer, Kaufmännischer Direktor Krankenhaus Oberpullendorf, Katharina Hauer, MA, Projektleiterin Forschung Burgenland, Mag. Norbert Darabos, Landesrat für Soziales und Gesundheit, und Prof. (FH) Mag. Dr. Erwin Gollner MPH, MBA, Departmentleiter Gesundheit FH Burgenland, präsentierten Umsetzungsinitiativen aus dem Erfahrungsbericht eines Forschungsprojektes im Krankenhaus Oberpullendorf

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 01. Dezember 2017

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