16. Girls‘ Day: Perspektiven für ein Berufsleben ohne Rollenzwänge

Burgenländische Betriebe ermöglichen Mädchen Kennenlernen atypischer Frauenberufe. *** Bereits zum 16. Mal bieten burgenländische Betriebe im Rahmen des Internationalen „Girls‘ Days“ Mädchen der 7. bis 9. Schulstufen die Möglichkeit, in „frauenuntypische“ handwerkliche, technische oder naturwissenschaftliche Berufe zu schnuppern - erstmals nicht nur an einem bestimmten Tag, sondern im Zeitraum vom 27.04. und 23.06.2017.

„Mit der Initiative sollen den Mädchen neue Perspektiven aufgezeigt werden, die ihnen sowohl bei der Karriere als auch beim Einkommen bessere Chancen als in traditionellen ‚weiblichen‘ Berufen eröffnen“, erklärte Frauenlandesrätin Verena Dunst beim gemeinsamen Pressegespräch mit BFI-Geschäftsführer Peter Maier, Frauenreferatsleiterin Mag.a Karina Ringhofer und MonA-Net-Projektleiterin Jutta Zagler, heute, Freitag im BFI Metallausbildungszentrum in Großpetersdorf.

Weichenstellung für die Zukunft
Nach wie vor wählen Mädchen bevorzugt „typische“ Frauenberufe. „78 Prozent aller weiblichen Lehrlinge im Vorjahr wurden in den ‚Top 10‘ Lehrberufen ausgebildet, die Hälfte in den ‚Klassikern‘ Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin. Burschen dagegen bevorzugen Metall-, Elektro- und KFZ-Technik. Wir wollen den Frauenanteil in technischen Berufen nachhaltig erhöhen“, so Dunst. Dies nicht zuletzt aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten, gebe es doch bereits bei der Lehrlingsentschädigung signifikante Einkommensunterschiede: Im dritten Lehrjahr beträgt diese 1.025 Euro für MetalltechnikerInnen, hingegen nur 760 Euro für FriseurInnen. „Deshalb ist die Berufswahl eine Weichenstellung für die Zukunft“.

Geschlechtsspezifische Unterschiede schon im Schul- und Hochschulbereich
Schon der Schul- und Hochschulbereich spiegle die geschlechtsspezifischen Unterschiede wider. Eine leichte Steigerung verzeichne man immerhin bei den HTL-Schülerinnen, deren Zahl sich seit 1984 um 7,3 % erhöht habe. Mit 70 % auf konstantem Niveau ist der Mädchenanteil an der höheren Lehranstalt für Tourismus; in höheren Schulen für wirtschaftliche Berufe sank der Mädchenanteil indes von 100 % im Jahr 1984 auf aktuell 90 %. Überholt haben Mädchen mit 58 % die Burschen beim Maturaabschluss, und sogar 61 % der Uniabschlüsse von BurgenländerInnen werden von Frauen gemacht. Allerdings schließen nur 24 % Frauen ein technisches Studium ab, bei den Geisteswissenschaften sind es 77 %. „Männliche Domänen sind vor allem die Studienrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik mit Frauenanteilen von bis zu unter 10%“.

Schnuppern in rund 100 burgenländischen Betrieben
Landesweit bieten vom 27.04. und 23.06.2017 burgenländische Unternehmen Mädchen einen Einblick in die technische und naturwissenschaftliche Berufswelt mit der Möglichkeit, mitzuarbeiten und auszuprobieren. Rund 100 Betriebe aus den Branchen Holz- und Bautechnik, Metall, IT, Labor-, Elektrotechnik und KFZ öffnen in diesem Zeitraum ihre Türen für Interessentinnen. „Mädchen sollen Berufe kennenlernen, die sie vielleicht sonst nie in Erwägung gezogen hätten, sie können dabei auch ihre spezifischen Begabungen erkennen“, so Dunst, die sich wünscht, dass Mädchen viel früher mit Technik in Kontakt kämen. Sie erwartet sich für den diesjährigen Girls‘ Day 400 Teilnehmerinnen. Dass das Interesse an Technik durchaus vorhanden ist, bestätigt Ing. Christian Pelzmann, Leiter des Metallausbildungszentrums im BFI Großpetersdorf, einer der Betriebe, die am „Girls‘ Day“ teilnehmen. Derzeit seien 23 Mädchen im Metallbereich in Ausbildung, die Jobaussichten für die Absolventinnen sehr gut.

Online-Anmeldung
Die Anmeldungsfrist startet heute, 31. März, die Anmeldung erfolgt online auf der Homepage www.girlsday-burgenland.at, die auch über die teilnehmenden Betriebe und die angebotenen Schnuppertermine informiert. „Aus organisatorischen Gründen“ habe man den „Girls‘ Day“ heuer auf zwei Monate ausgedehnt, erklärt Ringhofer. Damit sei die Vereinbarkeit mit dem Unterricht leichter möglich.

Barrieren abbauen
Der „Girls‘ Day“, der im Vorjahr erstmals durchgeführte „Girls‘ Day Mini“ und eine Reihe weiterer Initiativen wie BIBI-Messe, Berufsorientierung und Roberta haben allesamt das Ziel, Barrieren abzubauen, den Frauenanteil in technischen und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen zu erhöhen und damit das Berufswahlspektrum für Mädchen zu erweitern.  Der allenthalben geäußerten Forderung, mit Berufsinformation möglichst früh anzusetzen, kommt auch das MonaNet-Projekt zur Förderung des Bewusstseins für eine gendersensible Perspektive im Kindergarten und in der Volksschule nach.

Pressefoto zum Download:  Ankündigung 16. Girls Day Burgenland 

Bildtext:   Vorfreude auf den 16. Girls‘ Day im Burgenland - Frauenlandesrätin Verena Dunst mit OrganisatorInnen, PartnerInnen, künftigen Besucherinnen des Girls‘ Days und baldigen Absolventinnen der Lehre in Metall- und Schweißtechnik. Stehend v.l.:  Frauenreferatsleiterin Mag.a Karina Ringhofer, Lea Zlatarics, NMS Großpetersdorf (wird am Girls‘ Day 2017 teilnehmen), Jutta Zagler, Projektleiterin MonA-Net, Elisa Eichberger, NMS Großpetersdorf (wird am Girls‘ Day teilnehmen), LRin Verena Dunst, BFI-GF Peter Maier, Ing. Christian Pelzmann, Leiter Metallausbildungszentrum BFI Großpetersdorf. Knieend: Natalie Hernicz, Hadijat Kosumowa, Magdalena Gruber, Michelle Reichl – die vier werden in drei Monaten ihre Ausbildung in Metall- und Schweißtechnik absolviert haben und haben bereits ein fixes Jobangebot in der Tasche.
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

Hans-Christian Siess, 31.3.2017

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