INTERREG Projekt „Joint Ambrosia Action“ Jänner 2017 – Dezember 2019

Das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), auch Ragweed genannt ist ein einjähriges „Unkraut" aus der Familie der Korbblütler. Ragweed siedelt sich bevorzugt an Straßen- und Wegrändern, auf Feldern und Ackerflächen, auf Baustellen, Schuttablageplätzen und Brachflächen an. Seine Samen sind extrem lebensfähig und seine Pollen gehören zu den stärksten Allergieauslösern. Durch die Klimaerwärmung steigt sowohl die Zahl der Betroffenen als auch die Schwere der Symptome stark an. Im Rahmen des INTERREG Projekts „Joint Ambrosia Action“ soll die Erfassung und Eindämmung von Ragweed grenzüberschreitend ausgearbeitet und organisiert werden.

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige institutionelle Kooperation zw. den österreichischen und ungarischen Verwaltungssystemen bzw. Forschungsinstitutionen zum Thema Ragweed-Bekämpfung aufzubauen. Dadurch wird ein Know-how-Transfer ermöglicht, von dem beide Seiten profitieren und durch den die Qualität des öffentlichen Dienstes und damit auch die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert werden. Die umfassende zielgruppenspezifische Kommunikation zur Information und Bewusstseinsbildung bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Projekt. Neben der lokalen Bevölkerung, Schülern und den Landwirten werden auch die Gemeinden, Interessenvertretungen, Straßenverwaltung, Maschinenringe, Landschaftspfleger und Organisationen mit Bezug zum Naturschutz informiert. Die im Projekt ausgearbeiteten (z.B. Infofolder, Handbuch für Praktiker, Mobile App) werden allen Interessierten zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen einer Erhebung und Forschung werden grundlegende Daten und Informationen erhoben auf deren Basis grenzüberschreitend koordinierte Empfehlungen für eine Bekämpfung und Verhinderung der Ausbreitung gemacht werden. Ein rechtlicher Rahmen für Bekämpfungsmaßnahmen soll aufbereitet werden und dabei mit dem ungarischen System in Einklang stehen. 
Durch den Aufbau eines gemeinsamen Ragweed-Meldesystems wird erstmals ein grenzüberschreitender Datenaustausch ermöglicht. Mit der Etablierung einer bilateralen Ragweed-Arbeitsgruppe mit Experten aus beiden Ländern wird der Grundstein für eine langfristige institutionelle Zusammenarbeit gelegt.
Projektpartner sind das Land Burgenland, das Regierungsbüro für Győr-Moson-Sopron, die BOKU Wien und die Széchenyi István Universität. Der Mehrwert des Projekts liegt hauptsächlich darin, dass die Verwaltungssysteme der zwei Länder enger kooperieren bzw. ihre Strategien in Bezug auf Ragweed-Bekämpfung harmonisieren können.
Gesamtkosten: € 822.445,30
EFRE-Kofinanzierung: € 699.078,49
Projektlaufzeit: 01/2017 – 12/2019

Mehrsprachige Projektwebsite: http://www.interreg-athu.eu/aktuelle-projekte/so41-netzwerke/
Umweltanwaltschaft: http://www.rechthast.at/

Kontakt: Land Burgenland, Abteilung 2, Hauptreferat Landesplanung
Mag. Peter Zinggl, LL.M.
post.a2-landesplanung@bgld.gv.at

Ragweed-Tagung in Illmitz, 27. Jänner 2010

Das aus Nord-Amerika stammende einjährige „Beifußblättrige Traubenkraut“ (Ambrosia artemisiifolia) besser bekannt unter dem Namen "Ragweed", produziert zur Blütezeit im Spätsommer/Herbst große Mengen an Pollen die zu den stärksten, derzeit bekannten Allergieauslösern zählen. Diese verursachen Heuschnupfen, Bindehautentzündungen und überdurchschnittlich häufig auch Asthma. Aber auch auf der Haut kann es bei ungeschützter Handhabung unangenehme Ausschläge hervorrufen. Hauptblütezeit ist Mitte August bis September, der Höhepunkt der Saison tritt meist Ende August/Anfang September auf. Damit ist Ragweed das letzte wichtige Allergen im Jahr, mit einer relativ langen Beschwerdezeit (Mitte August bis Oktober).

Auch im Heimatland Nordamerika ist die Beifuß-Ambrosie eine gefürchtete Pflanze, die mit großem Aufwand bekämpft wird. Ihre Ausbreitung wird in weiten Teilen Europas zunehmend zu einem großen Problem. Die Pflanze ist nur in Tieflagen bis maximal 500 Meter Seehöhe anzutreffen, benötigt reichlich Niederschläge im Sommer und fehlt daher im sommertrockenen Mittelmeerraum und in den Alpen.

Vor allem im Osten Österreichs nehmen Allergien auf Ragweed-Pollen stark zu. In den letzten zehn Jahren haben sich die Zahlen verdoppelt, Tendenz steigend. Neben dem Gesundheitssektor bereitet die Art auch Probleme als Unkraut in der Landwirtschaft und im Naturschutz. Das Unkraut ist extrem anpassungsfähig und wächst an Straßen- oder Wegrändern genauso wie auf Schutthalden oder Komposthaufen. In unsere Gärten gelangt es meist durch Vogelfutter.

Eine Fachtagung, die im Nationalparkzentrum in Illmitz abgehalten wurde, widmete sich dieser Problematik. Für eine massive Bekämpfung bedarf es einer guten Zusammenarbeit der einzelnen Akteure innerhalb und außerhalb der Landesdienststellen des Burgenlandes, mit den anderen Bundesländern und auch mit den angrenzenden Nachbarländern Die Tagung wurde daher von hochrangigen Vortragenden aus dem In- und Ausland unterstützt. Denn Ragweedpollen, bzw. Ragweedsamen kennen keine Grenzen und verschärfen das Problem im Burgenland zusehends.

Informationsaustausch und Vernetzung, sowie die Gründung einer Arbeitsgruppe, die alle Aktivitäten im Burgenland koordiniert, waren das Ziel der Tagung. Die einzurichtende Arbeitsgruppe soll in weiterer Folge als Kommunikationsplattform zum Erfahrungsaustausch und zur Erarbeitung und zur Koordination von Eindämmungsmaßnahmen dienen. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet dieser Einrichtung wird die österreich-, bzw. europaweite Vernetzung und die Entwicklung von Aufklärungs- und Kommunikationsstrategien sein. Vielen Burgenländerinnen und Burgenländern ist die Pflanze noch kein Begriff, auch ist sie sehr leicht mit ähnlich aussehenden Pflanzen wie Beifuß, Rainfarn, Goldrute oder auch der Tagetes zu verwechseln.