Im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Nutzungsansprüchen

Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf: Fischottermanagement Burgenland als wichtige Maßnahme in Richtung Aufklärung und Bewusstseinsbildung **** Einerseits streng geschützt, andererseits verdächtigt, Fischpopulationen in Fließgewässern zu dezimieren - der Fischotter steht wie kaum eine andere Art im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Nutzungsansprüchen. „Die Tiergruppe der Fischotter, die in den Anhängen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der Europäischen Union angeführt ist, zählt zu den Europaweit ganzjährig geschonten Arten und steht somit unter strengem Schutz. Aufgrund dessen muss stets das gelindeste Mittel zur Entschärfung möglicher Konfliktpotentiale angewandt werden. „Um Schäden für Teichbesitzer und Fischer hintanzuhalten bzw. zu reduzieren, wurde ein entsprechendes Maßnahmenkonzept erarbeitet. Dieses Maßnahmenpaket sieht u.a. einerseits die fachliche Beratung durch einen anerkannten Experten und anderseits auch eine finanzielle Unterstützung durch eine entsprechende Zaun- bzw. Naturteichförderung vor“, so Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dr. Andreas Kranz vom Fischottermanagement Burgenland.

Dr. Andreas Kranz berät seit 2014 als Experte über Biologie und Ökologie des Fischotters, er informiert über rechtliche Rahmenbedingungen, über eine effektive Absicherung von Teichen und auch über Fördermöglichkeiten. Eisenkopf dazu: „Dr. Kranz leistet hier ein wichtige Aufklärungs- und Bewusstseinsbildungsarbeit bei den Betroffenen. Mit der Naturteichförderung und der Fischotterzaunförderung gibt es für Teichbesitzer zwei Fördermöglichkeiten. Für die Jahre 2016/2017 sind in Summe 40.000 Euro für die Naturteichförderung vorgesehen und genehmigt. 2016 wurden knapp 14.500 Euro beantragt und teilweise bereits auch ausbezahlt. Aufgrund der vorhandenen Mittel können daher auch 2017 noch weitere Naturteiche gefördert werden. Für die Fischotterzaunförderung wurden bisher in Summe mehr als 14.100 von insgesamt 25.000 Euro an Fördergeldern beansprucht. Auch dieses Förderprogramm hat daher noch freie finanzielle Kapazitäten.“

Weiters soll mit der für die Zeitspanne von drei Jahren anberaumten Initiative „Flussmanagement Europaschutzgebiet Lafnitztal“, einem EU-Naturschutzprojekt im Rahmen des Österreichischen Programms für ländliche Entwicklung 2014 – 2020, der Fischotterbestand in der Lafnitz durch Lebendfang und Umsiedlung örtlich gesenkt werden, um zu überprüfen, ob, in welchem Ausmaß und in welchem Zeitraum dies zu einer Erholung der Fischbestände führt. „Dieses Experiment ist nicht nur von lokaler und regionaler, sondern auch von österreichweiter Relevanz und wird eine wesentliche Grundlage für die Versachlichung der Problematik des Fischotters und seinen Einfluss auf die Fischbestände liefern“, betonte Natur- und Umweltschutzlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf.

Pressefoto zum Download: Fischottermanagement

Bildtext (v.l.n.r.):  Natur- Und Umweltschutzlandesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf und Dr. Andreas Kranz sehen im Fischottermanagement für das Burgenland eine wichtige Maßnahme in Richtung Aufklärung und Bewusstseinsbildung

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 21. Oktober 2016

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