Zentrum für seelische Gesundheit eröffnet

Darabos: „Mit dem Sozialpsychiatrischen Ambulatorium wird Versorgungsauftrag erfüllt“ *** Ein Ambulatorium für die Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen wurde heute, Freitag, von Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos im Beisein von Ing. Karl Helm, Geschäftsführer des Psychosozialen Dienstes (PSD) und PSD-Chefärztin Dr.in Brigitte Schmidt-Mohl in Mattersburg eröffnet.

„Psychische Erkrankungen sind auch im Burgenland stark im Steigen. Die Ursachen sind zusätzliche Belastungen am Arbeitsplatz, in der Familie, aber auch erblich bedingte Krankheitsbilder. Mit dem neu errichteten Ambulatorium des Psychosozialen Dienstes Burgenland wird dem Versorgungsauftrag im niedergelassenen Bereich für den Bezirk Mattersburg nachgekommen“, erklärte Darabos. Am 8. Juli wird es ein offizielles Eröffnungsfest mit einem Tag der offenen Tür für die Bevölkerung geben.

Die Anzahl der von einem multiprofessionellen Team behandelten PatientInnen ist im Vorjahr um 300 auf 3.800 PatientInnen gestiegen. Die Hauptgründe für den starken Anstieg sind zum einen Stress und Überlastung am Arbeitsplatz, aber auch die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen. In Partnerschaft mit der Burgenländischen Gebietskrankenkasse und dem Land wurde nun mit dem neuen Ambulatorium eine wichtige Versorgungslücke im Bezirk Mattersburg geschlossen.

Von Diagnostik über fachärztliche Behandlung bis zur nachgehenden Behandlung
Das Ambulatorium steht allen Menschen offen, die wegen einer psychiatrischen Erkrankung – Angstzustände, Depression, Psychose, Abhängigkeit – Hilfe benötigen. Zu den Aufgabenbereichen zählen die Diagnostik, fachärztliche und klinisch-psychologische Behandlung ebenso wie klinische Sozialarbeit, Drogen- und Suchtberatung, aber auch betreutes Einzelwohnen, Hausbesuche und nachgehende Behandlung. Die Leistungen beinhalten ebenso die Koordination von sozialen und psychiatrischen Hilfeleistungen und die Hilfestellung für Angehörige, Familien und das nähere Umfeld des Erkrankten sowie die Kooperation mit regionalen und überregionalen Netzwerkpartnern. 

Multiprofessionelles Team - kurze Wartezeiten
Zum Team gehören ein Facharzt für Psychiatrie, ein Psychologe und eine Psychologin, eine Psychotherapeutin, Diplomsozialarbeiterin, eine Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester sowie eine Sekretärin. „Mit unserem multiprofessionellen Team haben wir mehr Möglichkeiten als ein niedergelassener Facharzt, und da die Aufgaben aufgeteilt sind, gibt es auch nur kurze  Wartezeiten“, erklärt Dr.in Brigitte Schmidl-Mohl, ärztliche Leiterin des PSD. Ein Vorteil sei auch, dass viele Interventionswege im Haus abgewickelt werden können. „Ambulant vor stationär“ sei ein wichtiger Leitsatz. „Menschen sollen nach Möglichkeit nicht aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden“, so Schmidl.

Neben Einzelgesprächen gibt es auch Gruppenangebote, wie beispielsweise eine „Entspannungsgruppe“, eine „Aktivgruppe“, eine Gruppe „Kreativer Ausdruck“, eine „Infogruppe Depression“ oder eine „Gesünder Leben Gruppe“, die jeweils einmal in der Woche stattfinden.
 
Leistungen über E-Card
„Ziel ist die Integration der Betreuten in das gesellschaftliche und berufliche Leben durch kontinuierliche Betreuung oder kurzfristige Begleitung durch Krisen und schließlich die körperliche und psychische Gesundung der PatientInnen“, betonte Schmidl. Sie rechnet künftig mit rund 500 KlientInnen pro Quartal, derzeit sind es rund 300. Ein Facharzt steht  täglich (außer an Wochenenden) von 9 bis 14 Uhr zur Verfügung, einmal in der Woche gibt es auch eine Abendambulanz. Primär sei man eine Terminambulanz, „es wird aber kein Patient weggeschickt, der akut hereinkommt. Und ein Termin kann auch länger dauern als sonst im niedergelassenen Bereich“. Sämtliche Angebote des PSD können freiwillig, anonym und kostenlos in Anspruch genommen werden.

Das Land stellt dem PSD jährlich insgesamt 1,840.000 Euro zur Verfügung. „Aber auch die Burgenländische Gebietskrankenkasse ist ein wichtiger Partner, ohne dessen Unterstützung dieses flächendeckende Angebot von Leistungen nicht möglich wäre“, so Darabos abschließend.

Pressefotos zum Download:  PSD Ambulatorium Mattersburg_1, _2, _3

Bildtext Bild 1,3:   Vor dem neuen Zentrum für seelische Gesundheit in Mattersburg: v.l.: Ing. Karl Helm, GF PSD, Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos, Dr.in Brigitte Schmidl-Mohl, Chefärztin PSD
Bildtext Bild 2:   Stellten neues PSD-Ambulatorium vor: v.l.: Mag. Markus Köller, Verwaltungsleiter PSD-MA, Dr.in Brigitte Schmidl-Mohl, Chefärztin PSD, Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos, Ing. Karl Helm, GF PSD

Bildquelle:   Bgld. Landesmedienservice

Hans-Christian Siess, 29. April 2016
Landesmedienservice Burgenland
7000 Eisenstadt, Landhaus, Europaplatz 1
Tel: 02682/600-2941
Fax: 02682/600-2278
e-Mail: post.presse@bgld.gv.at
Homepage: http://www.burgenland.at