Väterkarenz hilft Frauen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben

AK Wiedereinstiegsmonitoring vergleicht erstmals österreichweit Paare mit und ohne Väterkarenz - Geht ein Vater in Karenz, schaffen auch Mütter leichter die Rückkehr in den Beruf. Kürzere Kinderbetreuungsmodelle werden immer beliebter und erhöhen die Wiedereinstiegschancen von Frauen; für Alleinerzieherinnen ist es besonders schwer in den Job zurückzukehren. Zu diesem Ergebnis kommt das AK Wiedereinstiegsmonitoring, das erstmals österreichweit Paare mit und ohne Väterkarenz vergleicht. Die Ergebnisse für das Burgenland haben Frauenlandesrätin Verena Dunst, AK Präsident Alfred Schreiner und Mag.a Gabi Tremmel im Rahmen eines Pressegespräches heute in Eisenstadt präsentiert.

„Gute Familienpolitik bedeutet die bestmögliche Unterstützung unserer burgenländischen Familien. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mir ein sehr großes Anliegen. Aktuelle Studien zeigen ganz klar den dringenden Bedarf an flexiblen Kinderbetreuungsmöglichkeiten und einem ,Mehr‘ an Angeboten“, so Dunst.

72% der Burgenländerinnen, deren Partner in Karenz waren, sind mit Ende der arbeitsrechtlichen Karenz zum zweiten Geburtstag ihres Kindes wieder erwerbstätig (österreichweit 77%). Dagegen sind es bei Frauen mit alleinigem Kindergeldbezug mit 57% deutlich weniger (österreichweit 56%).

Immer mehr Väter gehen in Karenz
Das Monitoring zeigt auch, dass immer mehr Väter in Karenz gehen (von 2006 auf 2012 von 5% auf 11%) und kürzere Betreuungsvarianten – diese wurden 2008 eingeführt – immer beliebter werden. Beinahe zwei Drittel der Frauen mit Geburten 2012, die zuvor überwiegend beschäftigt waren, wählten ein Kurzmodell (24% das einkommensabhängige Kindergeld, 32% das Modell 20 plus 4 Monate, je 7% die Kurzmodelle 15 plus 3 bzw. 12 plus 2 Monate mit monatlich pauschalem Kinderbetreuungsgeld). Nur 37% wählten das Langzeitmodell.

Kurz-Modelle erhöhen die Wiedereinstiegschancen vor allem für Frauen
Diese Kurz-Modelle erhöhen die Wiedereinstiegschancen vor allem für Frauen. „An sich wären frühe Wiedereinstiege auch beim längeren Modell möglich, denn es darf bis zu rund 1.200 Euro brutto monatlich dazu verdient werden. Dennoch bleibt beim Langzeitmodell die Anreizwirkung zu einer längeren Unterbrechung. Neben der größeren Wahlfreiheit für Frauen durch die Einführung der Kurzzeitmodelle hilft sicherlich auch das größere Angebot an Kinderbetreuung und –bildung bei einem raschen Wiedereinstieg. Dieses Angebot wurde im Burgenland seit 2000 sowohl im Bereich der Kindergärten als auch der Kinderkrippen massiv ausgebaut“, so Mag.a Gabi Tremmel. Ebenso hilfreich sei die stärkere Unterstützung von Wiedereinsteigerinnen durch arbeitsmarktpolitische Angebote.

Alleinerzieherinnen schaffen den Wiedereinstieg schwerer
Während 59% der Frauen mit Geburt 2010, die zuvor überwiegend beschäftigt waren, zum zweiten Geburtstag wieder eingestiegen sind, sind es bei den Alleinerzieherinnen mit 53% deutlich weniger.

AK: Recht auf ein bezahltes Papamonat
„Die Entscheidungen über die Aufteilung von Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit werden sehr rasch nach der Geburt gefällt. Obwohl immer mehr Männer Zeit mit ihrem Kind verbringen wollen, verzichten sie auf Karenz, wenn sie im Betrieb auf Hindernisse stoßen. Daher fordert die AK ein Recht auf ein bezahltes Papamonat. Das soll die Bindung zum Kind und damit die Bereitschaft für eine Väterkarenz stärken. Gleichzeitig soll der Papamonat in Unternehmen das Bewusstsein schärfen, dass auch Väter sich um ihre Kinder kümmern“, so AK-Präsident Alfred Schreiner.
Für Landesrätin Verena Dunst wäre eine Ausweitung des „Papamonats“ für die Privatwirtschaft „ein weiterer, wichtiger Schritt für eine bessere Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf. Die Verantwortung für die Erziehung in den ersten Tagen soll von beiden Elternteilen wahrgenommen werden können. Wir werden hier einen besonderen Fokus auf die Schaffung eines entsprechenden Anreizsystems legen.“

Ausbau der Kinderbetreuung, Nach-Hilfeprojekt „Lern Gern“
„Gute Familienpolitik bedeutet die bestmögliche Unterstützung unserer burgenländischen Familien. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mir ein sehr großes Anliegen. Aktuelle Studien zeigen ganz klar den dringenden Bedarf an flexiblen Kinderbetreuungsmöglichkeiten inkl. einem ,Mehr‘ an Angeboten.“ Man habe  hier bereits sehr viel erreicht und noch einiges im Laufe der kommenden Monate vor, wie den  Ausbau der Kinderbetreuung.
Das Nachhilfe-Pilotprojekt „Lern Gern“ werde fix integriert und biete Eltern die Möglichkeit sich mehr Zeit für ihr Kind auf Grund leistbarer, weil geförderter Nachhilfe zu nehmen, so Dunst.

Pressefoto zum Downloaden: Wiedereinstiegsmonitoring

Bildtext PK Wiedereinstieg: Frauenlandesrätin Verena Dunst, AK-Präsident Alfred Schreiner und Mag.a Gabi Tremmel präsentieren die Burgenland-Ergebnisse

Bildquelle: AK Burgenland

Wolfgang Sziderics, 9. September 2015

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