Tabuthema Inkontinenz im Fokus

„World Continence Week“ vom 22. bis 28. Juni 2015 soll zur Enttabuisierung der Erkrankung beitragen --- Anlässlich der Welt Kontinenz Woche vom 22. bis 28. Juni 2015 präsentierte Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar gemeinsam mit Prim. Univ. Prof. Dr. Lothar Fuith, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, und OÄ Dr.in Claudia Dörfler von der Abteilung für Urologie im Krankenhaus Oberwart Angebote in diesem Bereich.

„Obwohl diese Erkrankung entgegen der vorherrschenden Meinung alle Altersgruppen betrifft, ist Inkontinenz nach wie vor ein Tabuthema. Aber nur 15 % suchen ärztliche Hilfe, dabei entwickeln sich die Behandlungsmöglichkeiten rasant. Unser Ziel ist, zu einem offeneren Umgang mit dem Leiden beizutragen und die Betroffenen zu einem Experten zu bringen“, sagte Rezar. 

Jede zehnte Person betroffen, 30 % aller 70-Jährigen
Jede zehnte Person, so die Schätzungen, leidet an einer Stuhl- oder Harninkontinenz, die Dunkelziffer dürfte erheblich höher liegen. „Noch immer wird Harninkontinenz als ein notwendiges Übel des Alterns angesehen. Leiden Jüngere daran, fällt es schon nicht mehr so leicht, darüber zu reden“, so Rezar. Nur 15 % suchen ärztliche Hilfe. Für ältere Menschen stelle Harninkontinenz einen der Hauptgründe für die Übersiedlung in ein Pflegeheim dar. Mit einer Häufigkeit von 30 % bei den über Siebzigjährigen ist Inkontinenz das häufigste chronische Leiden, noch vor Herzkrankheiten und Bluthochdruck.

Gute Diagnostik Voraussetzung für effiziente Behandlung
Trotz der weiten Verbreitung ist das Wissen über die Erkrankung bei Betroffenen nicht ausreichend. „Bei guter Diagnostik ist eine gezielte, effiziente Therapie möglich, wobei die Abklärung immer schmerzlos ist“, hält Dörfler fest, die zwei Hauptformen unterscheidet: Dranginkontinenz, die in allen Altersstufen, häufiger jedoch im Alter vorkommt, verbunden mit häufigem und nächtlichem Harndrang, sowie Belastungsinkontinenz, verursacht durch körperliche Anstrengung wie Husten, Niesen, Lachen, Gehen oder Stiegensteigen. 

Konservative und operative Therapien möglich
Dörfler verweist auf konservative als auch operative spezialisierte Therapiemöglichkeiten an der urologischen Abteilung im LKH Oberwart, der einzigen urologischen Fachabteilung im südöstlichen Österreich, zwischen den Abteilungen in Graz und Wr. Neustadt. Die Bandbreite reicht von Medikamenten über Beckenbodengymnastik und Verhaltenstherapie bis zur Elektrostimulation und Botox für die Blase. Angeboten werden aber auch Implantationen von Ballonkathetern oder Blasenschrittmachern, und seit 2013 gibt es die Videourodynamik, bei der eine funktionelle und morphologische Untersuchung mit einem Röntgen kombiniert angewandt werden. Dörfler: „Inkontinenz ist kein Schicksal, sondern heute gut behandelbar. Mit einer entsprechenden Therapie kann die Lebensqualität wieder hergestellt werden“.

Therapiekosten werden von Krankenkassen übernommen
Therapieangebote gibt es auch am KH Oberpullendorf und an der urogynäkologischen Ambulanz im KH der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, darüber hinaus steht auch die Inkontinenz-Beratungsstelle Burgenland der Landesstelle der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) für Beratungen zur Verfügung. „Die Diagnostik ist grundsätzlich in allen Krankenhäusern des Burgenlandes möglich, und es gibt für praktisch jede Form der Inkontinenz gute Behandlungsmöglichkeiten im Burgenland“, informiert Prim. Fuith, wie Dörfler im Vorstand der MKÖ, und künftig deren Vorsitzender. Die Kosten für die Therapien werden von den Krankenkassen übernommen.

KONTAKTDATEN:

KH Oberwart, urodynamische Ambulanz:
057979/32361, Di. u. Do 9-12 Uhr
OÄ Dr. Claudia Dörfler, Leiterin der urologischen Ambulanz: 057979/33906, claudia.doerfler@krages.at

KH Oberpullendorf, Kontinenz und Stomaberatung:
DGKS Manuela Fazekas: 057979/34211 Anmeldung zu Beratungsgesprächen jeden Di, Mi u. Do 9-12 Uhr

Urogynäkologische Ambulanz im KH der Barmherzigen Brüder Eisenstadt:
Prim. Univ.Prof. Dr. Lothar Fuith, OÄ Dr. Ingrid Steindl, OA Dr. Herbert Mock
Ambulanzzeiten: Mo u. Mi 8 bis 12 Uhr
Terminvereinbarung: 02682/601-3710

MKÖ – Hilfe für Menschen mit Blasenschwäche:
Beratungstelefon „Blase in Form“: 0810/100-455 (Infomaterial kann kostenlos bestellt werden). Beratung dienstags 16.30 bis 18 Uhr durch ausgebildete Beraterinnen
www.inkontinenz.at

Pressefoto zum Download:   Weltkontinenzwoche 2015

Bildtext:    Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar,  Prof. Dr. Lothar Fuith, Abteilungsvorstand der  Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im KH der BB in Eisenstadt, und Frau OÄ Dr.in Claudia Dörfler  von der Abteilung für Urologie im KH Oberwart stellen die burgenländischen Angebote im Bereich der Inkontinenzbehandlung vor
Bildquelle:    Landesmedienservice Burgenland

Hans-Christian Siess, 23. Juni 2015 

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