„Rheuma hat viele Gesichter“ und kennt kein Alter

Rheumatag am 15. Oktober 2015 in der Wirtschaftskammer Burgenland informiert umfassend über die Krankheit und Therapiemöglichkeiten *** Fast 70.000 Menschen im Burgenland leiden an rheumatischen Erkrankungen. Frühzeitige Diagnose und Therapie verbessern die Prognosen entscheidend. Der Rheuma-Infotag am 15. Oktober 2015 in der Wirtschaftskammer Eisenstadt zum Thema „Rheuma hat viele Gesichter“ bietet die Möglichkeit, sich umfassend über Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten zu informieren.

Beim gemeinsamen Pressetermin mit Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos heute, Montag, sprachen OA Dr. Rene Fallent, Facharzt für Rheumatologie im KH Güssing, OA Dr. Tamás Palotai, Facharzt für Rheumatologie und physikalische Medizin am KH Eisenstadt und Walter Strobl, Vertreter der Rheumaliga und Obmann der Selbsthilfegruppe Burgenland, über die unterschiedlichen Erscheinungsbilder und Behandlungsformen dieser Erkrankung.

„Als Nichtmediziner verbinden wir mit Rheuma die Vorstellung einer durch Feuchtigkeit und Kälte begünstigten Alterserscheinung. Tatsächlich tritt Rheuma in 400 verschiedenen Formen auf. Menschen jeden Alters, immer häufiger sogar im Kindesalter, sind betroffen. Neben starken Schmerzen haben die Betroffenen auch das Problem, dass die Krankheit von der Umwelt nicht ernst genug genommen wird“, erklärt Darabos. „Mit der burgenländischen Gesundheitspolitik – ‚Kurze Wege für ein langes Leben‘– mit unseren fünf Krankenhäusern, mit unseren dezentralen Ambulanzen und Einrichtungen versuchen wir, PatientInnen, die unter rheumatischen Krankheitsbildern leiden, bestmöglich zu behandeln und zu unterstützen. Wir haben das klare Ziel, in diesem Bereich Akzente zu setzen.“ Der Rheumatag leiste dazu einen wichtigen Beitrag.

2 Mio. Menschen in Österreich betroffen
Rund 2 Millionen Menschen in Österreich, etwa 67.000 im Burgenland, leiden unter rheumatischen Erkrankungen. Darunter fallen mehr als 400 Krankheiten des Bewegungs- und Stützapparates. Arthrose, chronische Arthritis und Polyarthritis, juvenile Arthritis, die sehr aggressiv sein und zu Deformierungen führen kann, Schuppenflechte-Arthritis und Morbus Bechterew zählen zu den häufigsten rheumatischen Erkrankungen. Auch Ischias, Osteoporose, an der etwa 700.000 Menschen in Österreich leiden, und Lupus zählen zu den Erscheinungsformen des rheumatischen Formenkreises. Immerhin acht von 100.000 Kindern erkranken jährlich an Rheuma.

Bei einem Drittel der Patienten kann Krankheitsstillstand erreicht werden
„Eine frühzeitige Diagnose und zielgerichtete Therapie können den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen“, erklärt Rheumatologe Fallent. Nicht zuletzt, weil durch rheumatische Erkrankungen verursachte Krankenstände, Arbeitsunfähigkeit, Frühpensionierungen und Behandlungskosten enorme volkswirtschaftliche Kosten verursachen, kommt raschem Handeln große Bedeutung zu. „Mit Aufklärung und kompetenter Behandlung kann das Risiko minimiert werden“, so Fallent. Habe man früher nur pflanzliche Extrakte zur Verfügung gehabt, ermöglichen heute hochwirksame Medikamente gute Behandlungserfolge. „Bei einem Drittel der Patienten kann ein kompletter Krankheitsstillstand erreicht werden“. 

Sportarten mit harmonischem Bewegungsablauf günstig
Auch das Krankheitsbild habe sich in den letzten Jahren geändert, berichtet Rheumatologe Palotai. „Heute gibt es viel weniger Deformitäten der Gelenke. Und wir haben auch mehr Möglichkeiten, die Patienten aktiv in die Therapie miteinzubeziehen. Früher war Sport bei dieser Erkrankung kein Thema, wir wissen aber, dass sich möglichst viel Bewegung für Rheumapatienten günstig auswirkt“. Besonders Sportarten mit harmonischen Bewegungen wie Wandern, Schwimmen oder Radfahren seien zu empfehlen. Der Ernährung komme ein gewisser, nicht jedoch entscheidender Stellenwert zu; bestimmte Nahrungsmittel, wie etwa Tomaten, können allerdings Schübe hervorrufen. „Ohne medikamentöse Behandlung gibt es aber keinen Behandlungserfolg“.

Selbsthilfegruppen spielen große Rolle
Auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen spiele eine große Rolle im Behandlungsprozess, sagt Fallent. Wie wichtig der Austausch mit anderen Betroffenen ist, weiß Walter Strobl aus Wiesen. Bereits als Kind an juveniler Polyarthritis erkrankt, hat er sich mit dem Krankheitsbild intensiv auseinandergesetzt. Dank bester medizinischer Behandlung und entsprechender Einstellung  zur Krankheit habe er diese gut im Griff. Um auch anderen dabei zu helfen, hat er die Rheuma-Selbsthilfegruppe Burgenland übernommen, eine von 22 Selbsthilfegruppen der Österreichischen Rheumaliga. Sie soll Information, Beratung, Unterstützung und Austausch bieten; geplant sind Gruppentreffen, Vorträge, Turnstunden mit Physiotherapeuten und gemeinsame Ausflüge. Das erste Treffen findet am 10. November 2015 statt.
Informationen und Anmeldung:   T 0664/3803333 oder E-Mail: walter.strobl@shg-oerl.at, Infos auch unter www.rheumaliga.at  

2. Rheuma-Infotag am 15. Oktober in Eisenstadt
Umfassende Information über Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten rheumatischer Erkrankungen bietet Betroffenen, Angehörigen und Interessierten der Rheumatag am 15. Oktober von 10 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt in der Wirtschaftskammer Eisenstadt. Auf dem Programm stehen Expertenvorträge, ein Info-Center und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten.
Weitere Infos:   www.rheumaliga.at 

Pressefoto zum Download:   Pressekonferenz Rheumatag Burgenland 

Bild (v.l.):   Walter Strobl, Vertreter der Rheumaliga, Obmann der Selbsthilfegruppe Burgenland, OA Dr. Tamás Palotai, Facharzt für Rheumatologie und physikalische Medizin, Eisenstadt, OA Dr. Rene Fallent, Facharzt für Rheumatologie, Rheumaambulanz im KH Güssing, LR Mag. Norbert Darabos

Bildquelle:   Bgld. Landesmedienservice

Hans-Christian Siess, 5. Oktober 2015
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