Österreichische Welterbestätten-Konferenz

Präsentation des neuen Positionspapiers als gemeinsame Initiative aller neun Vertretungen in Österreich

Bereits zum zweiten Mal wird die Österreichische Welterbestätten-Konferenz in der UNESCO Welterbestätte Kulturlandschaft Fertõ-Neusiedler See abgehalten. Das 12. Treffen der Vertreterinnen und Vertreter der neun Welterbestätten in Österreich, von ICOMOS, dem Bundeskanzleramt und dem Bundesdenkmalamt sowie von der Österreichischen UNESCO-Kommission (ÖUK) findet am 12. und 13. September 2016 in der Biologischen Station in Illmitz statt. Die jährliche Tagung dient dem gegenseitigen Austausch und der Diskussion von aktuellen Problemstellungen und Projekten. Die Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung des Verein Welterbe Neusiedler See und der ÖUK und steht heuer unter dem Tagungsthema „Auszeichnung Welterbe – Chancen und Hemmnisse im Spannungsfeld dynamischer Entwicklung“. Die für das Thema Welterbe in der Burgenländischen Landesregierung zuständige Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf, die auch Vorsitzende des Gestaltungsbeirates zum Welterbe Fertõ-Neusiedler See ist, geht in ihrem Begrüßungsstatement darauf ein, dass der Schutz einer Welterbe-Kulturlandschaft, wie die um den Neusiedler See, auch gleichbedeutend ist mit dem Schutz des Naturraums und der Naturgüter: „Dem Land Burgenland ist die Aufgabe und Verantwortung bewusst, was es heißt, über ein Welterbe, ein Erbe der ganzen Menschheit, zu verfügen. Der Nationalpark Seewinkel-Neusiedler See als ein Kernstück des Welterbes, der ganze See und die umgebende historische Landschaft mit den malerischen Orten sind Güter ersten Ranges, die wir sorgsam hegen und bewahren müssen, nicht aber ohne auch zeitgemäße Entwicklungen im Rahmen des sorgsamen Umgangs zulassen zu dürfen.“

Positionspapier der Welterbestätten
Um eine gemeinsame Grundlage für Diskussionen mit relevanten Akteuren auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene für konkrete Strategien und Maßnahmen für den effizienten Schutz der österreichischen Welterbestätten zu haben, entwickelten die Welterbestättenmanagerinnen und -manager in den vergangenen Monaten ein gemeinsames Positionspapier. In diesem Papier wird auch das Selbstverständnis der Akteure vor Ort beschrieben und werden die Managementziele definiert. Die Welterbemanager der Historischen Stadtzentren von Wien und Graz, Ing. Mag. Rudolf Zunke und DI Mag. Bertram Werle  stellen das Positionspapier in ihren Wortmeldungen vor, in dem auch explizit festgehalten ist, dass sich Welterbestätten weiterentwickeln sollen und dürfen und sich die Ansprüche an diese permanent ändern. Die Wertigkeit des Bestandes gilt es dabei zu respektieren. Damit müssen aber auch jeweilige inhaltliche und organisatorische Antworten entwickelt werden, um entsprechend handlungsfähig zu bleiben. Einen starken Fokus legt das Positionspapier aber auch auf die Bekräftigung, Akteure vor Ort, die lokale Bevölkerung, aber auch alle befassten Stellen und Organisationen in die Diskussions- und Abstimmungsprozesse zum Thema Welterbe miteinzubeziehen. Nicht zuletzt wird auch die Notwendigkeit bekräftigt, die Österreichische UNESCO-Kommission als kompetente Ansprechpartnerin und Drehscheibe in Welterbe-Belange zu stärken und entsprechend auszustatten. Mit der Einrichtung der Welterbestätten-Konferenz in der neuen Form ist auch sichergestellt, dass diese als dauernde Einrichtung nach Bedarf, aber zumindest einmal jährlich tagen soll, um dabei eine Plattform für den gegenseitigen fachlichen Austausch, zur Entwicklung gemeinsamer Standards und zur Information der Öffentlichkeit zu haben. Die Einrichtung der neuen Welterbestätten-Konferenz ist auf jeden Fall eine Stärkung der österreichischen Welterbestätten im nationalen Kontext. „Die ÖUK hat sich von Anbeginn dafür eingesetzt, den Dialog und die Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren, und hier speziell zwischen den Welterbestätten-ManagerInnen, zu stärken. Ein wichtiges Forum ist hierfür unser jährliches Treffen, die Welterbestätten-Konferenz. Dies wird die Zusammenarbeit noch stärken und wichtige Impulse setzen können. Denn nur durch Informationsaustausch können Lösungsansätze gefunden werden, welche eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der einzelnen Welterbestätten garantieren“, so Dr. Eva Nowotny, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission.

Die österreichischen UNESCO-Welterbestätten
Die Pyramiden Ägyptens, das Great Barrier Reef, die Inkastadt Machu Picchu, sie alle sind Zeugnisse künstlerischer Meisterwerke und einzigartiger Naturlandschaften, Ausdruck des Reichtums und der Vielfalt unserer Erde. Ihre Zerstörung wäre ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit. 1972 hat die internationale Staatengemeinschaft daher das „UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ geschaffen. Die Leitidee des Welterbes ist, diese Stätten bewusst in den universellen Kontext der Geschichte der gesamten Menschheit zu stellen und gemeinsam zu schützen. Die Welterbeliste umfasst die von den Staaten vorgeschlagenen Kultur- und Naturdenkmäler von außergewöhnlichem, universellem Wert, die nach Prüfung durch FachexpertInnen vom UNESCO-Welterbekomitee eingeschrieben wurden. Derzeit ist Österreich mit neun Welterbestätten auf der UNESCO-Welterbeliste vertreten. Diese neun Stätten sind das Historisches Zentrum der Stadt Salzburg (1996), das Schloss und die Gärten von Schönbrunn (1996), Hallstatt-Dachstein / Salzkammergut (1997), die Semmeringeisenbahn (1998), die Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg (1999, Erweiterung 2010), die Wachau (2000), das Historische Zentrum von Wien (2001), Fertõ-Neusiedler See (2001) und die Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen (2011).

Die Österreichische UNESCO-Kommission
Die Österreichische UNESCO-Kommission (ÖUK) ist die nationale Koordinations- und Verbindungsstelle aller Arbeitsbereiche der UNESCO in Österreich. Ihre Aufgabe ist es, die Bundesregierung, die Landesregierungen und die übrigen zuständigen Stellen in UNESCO-Angelegenheiten zu beraten, an der Verwirklichung der UNESCO-Programme in Österreich mitzuarbeiten, die Öffentlichkeit über die Arbeit der UNESCO zu informieren sowie Institutionen, Fachorganisationen und ExpertInnen mit der UNESCO in Verbindung zu bringen. Präsidentin der ÖUK ist Botschafterin i.R. Dr. Eva Nowotny, die laufenden Geschäfte führt die Generalsekretärin Mag. Gabriele Eschig.

Verein Welterbe Neusiedler See
Heute gibt es 1052 Welterbestätten weltweit, nur 34 davon sind grenzüberschreitend – das Weltkulturerbe Fertõ-Neusiedler See ist eine davon. Zudem feiert die Stätte heuer das 15-jährige Jubiläum der Aufnahme in die Welterbeliste. Dieser Geburtstag wurde im Juli mit einem Fest in der Vila Vita gebührend gefeiert. Auf österreichischer Seite der Welterbestätte ist der Verein Welterbe Neusiedler See mit der Koordination und Wahrnehmung der Interessen zur Bewahrung, zum Schutz und zur Entwicklung des Welterbes und mit der Öffentlichkeitsarbeit für das Weltkulturerbe betraut. Mitglieder des Vereins sind die 20 burgenländischen Welterbegemeinden, das Land Burgenland und darüber hinaus die Esterhazy Betriebe, der Burgenland Tourismus und die Raaberbahn. Obmann ist Nationalrat und Bürgermeister Erwin Preiner, der als Gastgeber der Konferenz auf die Bedeutung einer Welterbeauszeichnung für die Region - vor allem am touristischen Sektor - hinweist.

Pressefotos zum Download: Welterbekonferenz 1, 2

Bildtext (v.l.n.r.): GF DI Hannes Klein, Obmann-Stv. 2. LTPräs. Ing. Rudolf Strommer, OMR Ing. Mag. Rudolf Zunke, Magistratsdirektion der Stadt Wien, Welterbebeauftragter, Abteilungsleiter, BD Dipl.-Ing. Mag. Bertram Werle, Stadtbaudirektion Graz, Welterbebeauftragter, Landesrätin Mag.a Astrid Eisenkopf, Obmann NR Erwin Preiner, Botschafterin i.R. Dr. Eva Nowotny, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, Dr. Christoph Bazil, Bundeskanzleramt, Abteilung II/4 - Denkmalschutz und Kunstrückgabeangelegenheiten bei der Österreichischen Welterbestätten-Konferenz in der Biologischen Station Neusiedler See in Illmitz

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 12. September 2016

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