Kompetent auf Erfolgskurs

Gesundheitslandesrat Mag. Darabos: Beispielhafte Kinderwunschtherapie im Krankenhaus Oberpullendorf **** Das Kinderwunschzentrum im Krankenhaus Oberpullendorf wurde vor 16 Jahren ins Leben gerufen. Die Gründung erfolgte damals zeitgleich mit der Einführung des österreichischen Fonds zur Finanzierung der In-vitro-Fertilisation (IVF-Fonds). Dieser Fonds übernimmt 70% der Gesamtkosten und hat damit die künstliche Befruchtung für die betroffenen Paare erst erschwinglich gemacht.

„Die burgenländischen Kinderwunschpaare konnten somit von Beginn an die Fondsunterstützung in Anspruch nehmen. Seit der Gründung wurden insgesamt mehr als 2200 Paare betreut und etwa 1600 künstliche Befruchtungen durchgeführt. Das Institut wurde laufend - sowohl personell als auch technisch - hervorragend weiterentwickelt. Ich beglückwünsche Herrn Primarius Dr. Fabsits und sein Team zu der hervorragenden Arbeit. Ich bin sehr stolz darauf, dass die Arbeit für die Paare mit Kinderwunsch so beispielhaft anstaltsübergreifend und fachübergreifend  funktioniert“, betonte Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos gegenüber Medienvertretern im Krankenhaus Oberpullendorf. Die Einnahmen des IVF in Höhe von 20.000 Euro wurden umgewidmet und konnten im Anschluss an die Pressekonferenz an die Kinderabteilung des Krankenhauses Oberwart übergeben werden.

Die Schwangerschaftsraten bei der künstlichen Befruchtung liegen österreichweit im Mittel bei 35% pro Versuch. Aber Kinderwunschmedizin ist nicht künstliche Befruchtung allein. Das Kinderwunschzentrum ist Teil einer leistungsfähigen Spitalsabteilung. Daher werden alle Seiten der Kinderwunschmedizin optimal abgedeckt. Schon allein nach operativen oder hormonellen Behandlungen kommt es oft zu einer Schwangerschaft. Im Krankenhaus Oberpullendorf erblickten nach einer Kinderwunschbehandlung schon mehr als 900 Babys das Licht der Welt. Ziel jeder Kinderwunschtherapie ist es, möglichst vielen Paaren zu einem gesunden Kind zu verhelfen. Hohe Schwangerschaftsraten sind aber oft nur mit dem Transfer mehrerer Embryonen zu erreichen. Das Mehrlings- und damit verbundene Frühgeburtsrisiko ist hoch und lag vor Jahren noch bei 17%. Eines der vorrangigen Ziele der österreichischen Gesundheitspolitik ist es daher, die Mehrlingsschwangerschaften nach künstlicher Befruchtung niedrig zu halten. Die burgenländischen Kinderwunschmediziner sind sich ihrer Verantwortung bewusst und arbeiten laufend an der Verbesserung ihres Konzepts. Das Kinderwunschzentrum im Krankenhaus Oberpullendorf weist im letzten Jahr eine Schwangerschaftsrate von über 40% bei einer Zwillingsrate von 5% auf. Damit wurden im Burgenland die gesteckten Ziele bei weitem übertroffen.

Schon vor 10 Jahren konnte auch im Krankenhaus Oberwart eine Kinderwunschambulanz eingerichtet werden. Die Patienten aus den südlichen Bezirken werden direkt vor Ort von kompetenten Ärzten betreut und müssen nur zweimal zur IVF nach Oberpullendorf fahren. Ein weiterer Vorteil des Verbundes ist die enge Kooperation mit der Urologischen Abteilung im Krankenhaus Oberwart. Davon profitieren Patienten mit extrem eingeschränkten Befunden, wenn die Keimzellen operativ direkt aus dem Hoden gewonnen werden müssen. Auch die nun schon seit 2005 bestehende Kooperation mit dem Genetischen Institut der Universität Graz hat sich im Kinderwunschbereich gut bewährt. Paare mit genetischen Auffälligkeiten in der Familie werden vor der Behandlung ausführlich beraten. 

Der single embryo transfer ist das Merkmal einer modernen Kinderwunschtherapie und kommt der Natur am nächsten. Das Mehrlingsrisiko liegt dabei unter 1%. Wenn man bedenkt, dass bei Zwillingsschwangerschaften nach IVF das Risiko einer Frühgeburt vor der 34. Woche bei 25% liegt, bedeutet ein single embryo transfer eine enorme Reduktion der Risiken für Mutter und Kind. Allerdings fürchtet man prinzipiell einen Rückgang der Erfolgsrate. Die Schwangerschaftsrate beim single embryo transfer liegt im Burgenland mit 43 % sehr hoch! Eine hohe Schwangerschaftsrate ist dabei nur möglich, wenn die Kulturbedingungen für die Embryonen optimal sind und der Embryo mit dem besten Entwicklungspotential ausgewählt werden kann. Der zeitliche und logistische Aufwand ist beim single embryo transfer somit deutlich höher als beim Transfer von 2 Embryonen.  
Um dies zu erreichen wurde das Labor laufend modernisiert und technisch aufwendig eingerichtet. Von personeller Seite sind Erfahrung und viel Sorgfalt bei der Beurteilung der Embryonen Voraussetzung.

Auch mit dem Transfer von kryokonservierten Embryonen konnte mit 37% eine beachtliche Schwangerschaftsrate erreicht werden! Parallel mit der Entwicklung des single embryo transfers wird auch die Kryokonservierung von Embryonen laufend technisch verbessert und weiterentwickelt. Durch die Anwendung von Lasertechnik und Vitrifizierung liegt die Schwangerschaftsrate so hoch wie bei der Verwendung von „frischen“ Embryonen.  Die Verwendung von gefrorenen Embryonen ist für die Patientin ein sehr schonendes Konzept, das außerdem die Kosten verringert. Telefonische Anmeldungen sind im Kinderwunschzentrum Oberpullendorf unter 05 7979 34316 sowie in der Kinderwunschambulanz Oberwart unter 05 7979 33316 jeweils von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 13 Uhr möglich.

Pressefoto zum Download: Kinderwunsch

Bildtext: Gesundheits- und Soziallandesrat Mag. Norbert Darabos, KRAGES-Geschäftsführer DI Mag. René Schnedl, Prim. Dr. Martin Fabsits, Vorstand der Gynäkologisch-Geburtshilflichen Abteilung, und OA Dr. Peter Bauer, Leiter des Kinderwunschteams, konnten an Prim. Dr. Robert Bruckner, Vorstand der Kinderabteilung Krankenhaus Oberwart, die Einnahmen des IVF in Höhe von 20.000 Euro für die Kinderabteilung des Krankenhauses Oberwart übergeben

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 05. Juli 2016

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