Hexachlorbenzol: Keine Gefährdung für die Bevölkerung im Burgenland

HCB Grenzwert in keiner einzigen Fleischprobe auch nur annähernd überschritten

Ende November 2014 ist bekannt geworden, dass im Görtschitztal in Kärnten in Tierfutter und Milch giftiges Hexachlorbenzol (HCB) gefunden wurde. Die Verunsicherung in der Bevölkerung war groß. Das HCB stammt von regionalen Zementwerken, in denen belastete Blaukalke verbrannt werden. Aber auch in anderen Bundesländern soll es Probleme geben. Bereits 2008 hat eine Studie der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) Spuren des Pflanzenschutzmittels Hexachlorbenzol (HCB) sowohl in Lebensmitteln, als auch im Boden mehrerer Bundesländer dokumentiert. Für die Bevölkerung des Burgenlandes bestand und besteht keine Gefährdung, betonten Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld, Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar, Veterinärdirektor WHR Dr. Robert Fink und Mag. Andreas Wunsch, Koordinator der tierärztlichen Lebensmittelaufsicht, gegenüber Medienvertretern.

Hexachlorbenzol (HCB) ist ein persistenter organischer Schadstoff, der überall in der Umwelt verbreitet ist und sich aufgrund seiner hohen Fettlöslichkeit in der Nahrungskette anreichert. Durch seine gesundheitsschädlichen Eigenschaften - möglicherweise krebserzeugend, leber- und nierenschädigend, fruchtschädigend - wurde HCB in der Europäischen Gemeinschaft 1981 für die landwirtschaftliche Verwendung (Fungizid) verboten. HCB ist eine von 12 Chlorverbindungen, die mit der Stockholmer Konvention weltweit verboten wurden. Einlagerungen/Einträge in die Umwelt erfolgten in der Vergangenheit vor allem durch die Verwendung von HCB als Fungizid in der Landwirtschaft und durch Emissionen aus der Industrie und aus Verbrennungsprozessen. Heute können immer noch Altlasten, beispielsweise auf Deponien, als Quelle für Einträge in die Umwelt fungieren.

Als die Erhöhung der Grenzwerte in Kärnten bekannt geworden ist, hat das zuständige Bundesministerium eine Telefonkonferenz einberufen: „Die Bundesländer wurden ersucht zu eruieren, ob ähnliche Altlastendeponie und Verbrennungsanlagen in den eigenen Bundesländern vorhanden sind. Besonderes Augenmerk sollte hier vordergründig auf Direktvermarkter gelegt werden. Hier vor allem auf das Produkt Butter, da sich HCB besonders in Fett anreichert. Die zuständige Fachabteilung hat verfügt, dass  Schlachtkörper von Rindern aus Betrieben im Görtschitztal bis auf weiteres auf Hexachlorbenzol untersucht werden. Das Fleisch dürfe nur dann in Verkehr gebracht werden, wenn das Ergebnis der Analyse den Höchstgehalt von 0,2 mg/kg nicht überschreitet. Ich darf berichten, dass in keiner einzigen Probe der HCB Grenzwert auch nur annähernd überschritten war“, informierte Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar.

Dazu Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld: „In der Landwirtschaft verfolgen wir das Konzept der Nachhaltigkeit. Nur eine starke, diversifizierte und nachhaltige Lebensmittelproduktion liefert die Grundlage dafür, Nahrungssicherheit für alle zu verwirklichen und die Bevölkerung mit ausreichenden und gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen. Die Stärke der burgenländischen Landwirtschaft liegt in der Produktion qualitativ hochwertiger, sicherer Lebensmittel. Als Agrarlandesrat setze ich auf regionale Lebensmittel mit Herkunft, die die burgenländische Identität widerspiegeln. Die Herstellung und der Konsum von regionaltypischen und saisonalen Lebensmitteln sichern bäuerliche Betriebe, die dadurch eine flächendeckende Landwirtschaft mit inländischer Ernährungssouveränität gewährleisten können.“

Die kurzfristige Exposition gegenüber sehr hohen Konzentrationen von HCB führt u.a. zu Wirkungen auf das Nervensystem mit typischen Symptomen wie Schwäche, Zittern und Krämpfe, sowie zu nachteiligen Auswirkungen auf Leber und Schilddrüse. Da sich HCB im Fett anreichert und nur sehr langsam im Körper abgebaut wird, ist die biologische Halbwertszeit sehr lang. In der Allgemeinbevölkerung beträgt sie etwa ein Jahr. Eine langfristige Exposition kann zu einer Anreicherung von HCB im Körper führen. Daher kann eine langfristige Exposition ernstere Effekte auf die Gesundheit haben als eine akute oder kurzfristige Exposition.

Pressefoto zum Downloaden: HCB

Bildtext (v.l.n.r.): Veterinärdirektor WHR Dr. Robert Fink, Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld, Gesundheits- und Soziallandesrat Dr. Peter Rezar sowie Mag. Andreas Wunsch, Koordinator der tierärztlichen Lebensmittelaufsicht, sehen keine Gefährdung für die Bevölkerung im Burgenland durch Hexachlorbenzol

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 27. Jänner 2015

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