Fachhochschule als Bildungs-Flaggschiff des Burgenlandes weiter auf Erfolgskurs

LH Niessl: Bedarfsorientierte Ausbildung in Richtung wissensbasierte Wirtschaft und Digitalisierung als Garant gegen Arbeitslosigkeit

Die Fachhochschulen haben insgesamt gesehen in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen und sich zu einer attraktiven Ausbildungsschiene entwickelt. Konkreter Beleg dafür: Jede 3. Person, die sich dazu entschließt, ein Studium zu beginnen, absolviert diese Ausbildung auf einer Fachhochschule. Diesen Trend untermauert die Fachhochschule Burgenland mit eindrucksvollen Zahlen: Mit dem Wintersemester sind nunmehr 2.250 ordentliche HörerInnen - so viele Studierende wie nie zuvor - an der Hochschule inskribiert. Fast 1.000 Studierende kommen in diesen Tagen erstmals an den Campus in Eisenstadt oder Pinkafeld. Sie können in einem der 22 Studiengänge einen Bachelor- oder Masterabschluss machen. „Die Fachhochschule bildet die Spitze unserer Bildungspyramide und ist ein PS-starker Motor für Forschung und Innovation im Burgenland“, sagte Landeshauptmann Hans Niessl. Für ihn sei der weitere Ausbau des FH-Sektors auch ein wichtiger Schritt, um den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Burgenland weiter zu stärken. Das Land werde in den nächsten fünf Jahren rund 28,5 Millionen Euro in die Entwicklung der Hochschule sowie für den weiteren Ausbau der Forschung investieren.

Niessl: Schwerpunkt im Bereich Technik, Informatik und Digitalisierung
Die Landesregierung habe das Jahr 2016 bewusst zum „Jahr der Bildung“ ausgerufen, „weil wir die Zukunft nicht mit rauchenden Schloten, sondern nur mit den besten Köpfen gewinnen können“, sagte Niessl. Die Fachhochschule stelle dabei ein wertvolles Instrument dar: „Die Absolventen verfügen über Wissen und Kompetenzen, die sich erstens am letzten Stand der Entwicklung befinden und zweitens sofort in den Betrieben, in einem Start-up oder gesellschaftlich relevanten Bereichen eingesetzt werden können.“ Das mache Absolventen für die Wirtschaft so interessant und ihre Beschäftigungs- und Karrierechancen besonders gut.

Den Fachhochschulsektor mit zusätzlich 100 Millionen Euro aus der Bankenabgabe zu stärken, um damit rund 5.000 zusätzliche Studienplätze zu schaffen, sei schon grundsätzlich zu begrüßen, so Niessl. Dass damit vor allem Ausbildungen in Naturwissenschaften, in Technik und Informatik sowie Digitalisierung entstehen sollen, bringe einen Lenkungseffekt mit sich, den Österreich dringend brauche: „Industrie 4.0 ist mehr als ein Schlagwort, sie ist bereits täglich erlebbare Realität. Wer nicht Schritt hält, bleibt zurück“, mahnte der Landeshauptmann.

Die Landesregierung werde daher in den nächsten fünf Jahren (2016-2020) in die Ausbildung an der FH Burgenland rund 20,1 Millionen Euro und in den direkten und verbundenen Forschungsbereich weitere 8,4 Millionen Euro investieren. „Die Fachhochschule ist ohne Zweifel eine Erfolgsstory, sie ist aber ebenso ein Zukunftsversprechen, das wir mit diesen Anstrengungen der Jugend sichern wollen“, unterstrich Niessl.

Ambros: „Stellenwert der Forschung weiter stärken“
„Die Aufholjagd im Bereich Forschung und Innovation geht engagiert weiter“, stellte Gabriele Ambros fest. Die Aufsichtsratsvorsitzende der Fachhochschule und Präsidentin des Rats für Forschung, Technologie und Innovation Burgenland verwies auf derzeit rund 100 Projekte, in denen von der Fachhochschule und der Forschung Burgenland geforscht wird. Die beiden Ideenschmieden seien zu einem echten „Erfolgs-Duo“ geworden, das in den Wettbewerben um nationale und internationale Forschungsgelder sehr gut abschneide. Man habe etwa zusätzliche Gelder für das Burgenland bei der Forschungsförderungsgesellschaft abgeholt, überdurchschnittlich gut bei der jüngsten COIN-Vergabe abgeschnitten und arbeite im Bereich Informatik am derzeit größten Horizon-2020-Projekt der Europäischen Union in Österreich mit.

Um die Wirkung der Forschungstätigkeit noch mehr zu erhöhen, sieht Ambros zwei Herausforderungen: „Es muss uns einerseits noch besser gelingen, die Ergebnisse aus den Projekten auch der regionalen Wirtschaft zugänglich zu machen“, sagte Ambros. Wir bemühen uns sehr darum, Barrieren abzubauen. Sie wünsche sich gleichzeitig auch, dass Wirtschaft und Industrie ihrerseits Schritte auf die Forschungs-Teams zugehen. „Zweitens wollen wir die Kräfte noch mehr als bisher bündeln und der Forschungslandschaft im Burgenland eine neue Struktur geben“, kündigte Ambros an. FTI Burgenland, Technologieoffensive Burgenland und Forschung Burgenland sollen in den nächsten Monaten zusammengeführt werden. „Wir erhalten somit weiter Rückenwind, den wir im Rennen um die besten Ideen brauchen.“

Pehm: „Bereits jeder dritte Studienanfänger geht an eine Fachhochschule“
„Die Fachhochschulen haben sich in den letzten Jahren ein unverkennbares und attraktives Profil erarbeitet“, betonte Geschäftsführer Georg Pehm: „Da hat auch die FH Burgenland etwas Besonderes zusammengebracht.“ Durch die Kombination von theoretischem Wissen und der Orientierung auf die Bedürfnisse der Wirtschaft sowie durch „mehr Qualität“ und ein persönliches Umfeld im Studium seien junge Menschen in einem hohen Maß überzeugt worden.

Die FH Burgenland verzeichnet mit 2.250 ordentlichen HörerInnen in diesem Semester einen Höchststand an Studierenden. „Das sind um 44% mehr als noch vor vier Jahren“, erläuterte Pehm. „Sehr erfreulich ist, dass die Zahl der Studierenden aus dem Burgenland von 411 im Studienjahr 2012/13 auf 676 in diesem Wintersemester gesteigert werden konnte – das ist ein außergewöhnliches Plus von 64%.“ Rund 56% aller Studierenden besuchen einen Bachelor-Studiengang, 44% einen Master-Studiengang. Rund die Hälfte studiert in einem technischen Studienfach. Zwei von drei Studierenden (genau: 68,8%) absolvieren ihr Studium neben einer beruflichen Tätigkeit. Von den über 600 haupt- und nebenberuflich beauftragten Lehrenden werden im kommenden Studienjahr über 2.350 Lehrveranstaltungen angeboten. „Das sind mehr als 51.000 Stunden an hochkarätigem theoretischen und angewandten Wissen – und so viel Wissens-Angebot, wie es das noch nie zuvor im Burgenland gegeben hat“, sagte Pehm.

Die FH Burgenland gehe selbstbewusst in die Verhandlungen zum künftigen „Fächerabgleich“ zwischen Universitäten und Fachhochschulen. „Die Stärken unserer 22 Studiengänge sind ihre Relevanz auf die Berufsfelder sowie auf Forschung und Innovation“, so Pehm. Man werde mit Nachdruck darauf verweisen, wie wichtig eine Hochschule abseits der Großstädte sowohl für die ansässige mittelständische Wirtschaft als auch für die Weiterbildung von Berufstätigen ist. „Wer mit Zentralisten-Brille diese ‚Regionalrelevanz’ übersieht, schwächt die Wirkung des gesamten Hochschulbereichs – und das wollen wir zu jedem Moment bewusst machen.“ 

Wiesler: „Studienbedingungen weiter verbessern“
Man habe aus den vorhandenen Geldern für die FH Burgenland in den letzten Jahren ein Maximum an Ergebnis herausgeholt, ist Geschäftsführer Josef Wiesler überzeugt. „Dies trifft zunächst auf die Entwicklung des Studienangebotes und die Forschungsleistung zu, aber auch auf das sogenannte ‚Rundherum’.“ So sei es gelungen, die Rahmenbedingungen für die Lehre auf einen adäquaten Stand zu bringen, in der IT an aktuelle Entwicklungen anzuschließen und sowohl in Eisenstadt als auch Pinkafeld die Laborausstattung deutlich zu verbessern.

„Die FH Burgenland ist auch Vorreiter, was eine moderne, arbeitsteilige und kostengünstige Organisation zur Bewältigung der Aufgaben betrifft“, erläuterte Wiesler. „Wir haben in der Unternehmensgruppe Dienstleistungen, wie Personalmanagement, Finanzen, Beschaffung oder Marketing, auf jeweils eine Einheit zusammengezogen und den Overhead so gering wie möglich gehalten.“ Zugleich arbeite man mit anderen Landesunternehmen eng zusammen – beim Infrastrukturmanagement mit der BELIG, bei der Reinigung mit der FMB, im Hinblick auf die IT mit dem EBRZ oder mit der Energie Burgenland im Bereich des Fuhrparks. „Im Moment entwickeln wir mit der Landesholding weitere Schritte, damit möglichst wenig Geld in der Verwaltung hängen bleibt und möglichst viel im Studium und bei den Studierenden ankommt.“

Hanreich: „Internationalisierung eine der zentralen Herausforderungen“
Für den jüngst von den Studierenden und Lehrenden auf drei weitere Jahre wiedergewählten Rektor der FH Burgenland, Gernot Hanreich, stellt die „Internationalisierung“ in der Ausbildung eine der wesentlichen Herausforderungen für die Zukunft dar. „In einer offenen Gesellschaft und globalisierten Wirtschaft braucht der Einzelne einen weiten Blick über den Tellerrand, hervorragende Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen und ein grenzüberschreitendes Netzwerk“, sagt Hanreich. „Zählbare Ergebnisse sind vor allem durch kombinierte Maßnahmen erreichbar und brauchen ihre Zeit.“ Man baue aber auf einer guten Basis auf und werde nun Schritt für Schritt in jedem Studiengang nach „Internationalisierungs-Chancen“ suchen. Sicher in der Spitzengruppe des FH-Sektors befinde sich die FH Burgenland mit neuen, innovativen Lehr- und Lernmethoden – etwa im Bereich von eLearning und ePlattformen, flexiblen Modellen für berufsbegleitend Studierende oder dem Ziel, durch „prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen“ die Belastungen für Studierende besser auf das Jahr zu verteilen. „Da ist uns eine Dynamik gelungen, die den Studierenden auch im kommenden Jahr viel bringen wird.“

Pressefoto zum Download: Fachhochschule StudentInnen

Bildtext (v.l.n.r.): Prof. (FH) DI (FH) Dr. Gernot Hanreich, Rektor der FH Burgenland, Landeshauptmann Hans Niessl, DDr.in Gabriele Ambros, Aufsichtsratsvorsitzende der FH Burgenland GmbH, Mag. Georg Pehm, Geschäftsführer FH Burgenland, und Mag. Josef Wiesler, Geschäftsführer FH Burgenland, sehen die bedarfsorientierte Ausbildung der FH Burgenland in Richtung wissensbasierte Wirtschaft und Digitalisierung als Garant gegen Arbeitslosigkeit

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Fercsak Hermann, 01. September 2016
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