EU-Förderungen: Turbo für Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt und Kaufkraft im Burgenland

Studie zum Phasing Out-Programm 2007–2013 präsentiert – Burgenland liegt bei der wirtschaftlichen Entwicklung klar über dem Bundestrend

Die Mitgliedschaft Österreichs bei der Europäischen Union hat sich für das Burgenland auch in den letzten sieben Jahren bezahlt gemacht. Zählt man alle Förderprogramme zusammen (EFRE, ESF, ELER usw.) wurden rund 800 Millionen Euro an EU-Förderungen gewährt, davon sind 500 Millionen aus dem EU-Budget geflossen, 300 Millionen haben Bund und Land beigesteuert. Eine aktuelle Studie des Consultingunternehmen Kreutzer & Partner, die heute, Montag, im Rahmen einer Pressekonferenz von Landeshauptmann Hans Niessl gemeinsam mit dem Studienautor Mag. Andreas Kreutzer sowie RMB-Geschäftsführer Mag. (FH) Harald Horvath und Dr. Claus Rhomberg, Geschäftsführer Aviation Academy Austria, im Technologiezentrum Neusiedl am See präsentiert wurde, belegt nun, dass die wirtschaftliche Entwicklung des Burgenlands in den letzten sieben Jahren über dem Bundestrend gelegen ist. So ist trotz Wirtschaftskrise die Anzahl der unselbständig Beschäftigten im Burgenland um 10,5 Prozent gewachsen, österreichweit lag der Zuwachs bei lediglich 4,3 Prozent. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten wuchs im Zeitraum 2007 bis 2011 im Burgenland um 140 Prozent rascher als auf Bundesebene. Ähnliches zeigt ein Blick auf die Wirtschaftsleistung. Diese wuchs von 2007 bis 2011 um 10,8 Prozent (Bundesschnitt 9,2%) – das ist österreichweit der Top-Wert. Diese Entwicklung schlägt auch positiv auf die Einkommen der im Land beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch. Zwischen 2007 und 2013 wuchs die Kaufkraft pro Einwohner im Burgenland um 19 Prozent, das ist um 40 Prozent rascher als in Wien. Bundesweit lag der Kaufkraftzuwachs bei 15,9 Prozent. Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass durch die direkten und indirekten Auswirkungen der Förderungen aus EFRE und EFS über 4.200 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 22.300 Arbeitsplätze abgesichert wurden. „Diese Zahlen, die von einem externen Unternehmen bestätigt werden sind, beeindrucken. Das Burgenland hat die Nase vorne, und die gute wirtschaftliche Entwicklung kommt auch bei den Erwerbstätigen an“, sagt Landeshauptmann Hans Niessl.

„Die Burgenländische Wirtschaft wuchs zwischen 2007 und 2011 um 17 Prozent rascher als Österreich insgesamt. Diese wirtschaftliche Aufholjagd wird nicht zuletzt vom Südburgenland getragen, wo die das Brutto-Regionalprodukt pro Einwohner mit 12,4 Prozent rascher gewachsen ist als in den meisten anderen Regionen Österreichs“, sagt Studienautor Andreas Kreutzer. Österreichweit betrug dieser Zuwachs 8,2 Prozent, burgenlandweit 9,1 Prozent.

Während bundesweit das verfügbare Einkommen im Zeitraum von 2007 bis 2011 um 6,1 Prozent gestiegen ist, beträgt der Zuwachs im Burgenland 7,3 Prozent. Nicht nur die bundesweit höchsten Zuwächse beim verfügbaren Einkommen, sondern auch weitere Wohlstandsindikatoren seinen ein Beleg dafür, dass die Beschäftigten von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren. „In keinem anderen Bundesland lebt ein größerer Anteil der Bevölkerung in einem Ein- oder Zweifamilienhaus. Im Burgenland sind das 83 Prozent (Österreich 47%). Wohnraum ist Eigentum. Und in keinem anderen Bundesland ist die Anzahl der PKW pro Haushalt mit 1,58 so hoch wie im Burgenland“, betont Kreutzer. Von Bedeutung sei auch, so der Experte, dass von rund 2.500 neuen Arbeitsplätzen, die österreichweit im Produktionsbereich seit 2007 geschaffen wurden, gut 1.000 im Burgenland entstanden sind. „Da geht es nicht um Ersatz, sondern um Erweiterung, um zusätzliche Kapazitäten. Daran hängen immer auch neue Jobs.“

Deutliche Mehrheit der Burgenländerinnen und Burgenländer pro-europäisch
Die Studie kommt auch zum Schluss, dass die Burgenländer die positiven Effekte der EU-Förderungen auf die wirtschaftliche Entwicklung im Burgenland und die Kaufkraft der privaten Haushalte wahrnehmen. 69 Prozent meinen, dass förderbedingt mehr gebaut werden kann. Rund die Hälfte der burgenländischen Bevölkerung ist der Meinung, dass die Förderungen den Wohlstand heben und Arbeitsplätze bringen.
Für mehr als die Hälfte der Burgenländerinnen und Burgenländer ist die EU klar eine gute Sache. Lediglich ein Fünftel zeigt sich ablehnend. 57 Prozent sehen Vorteile in der Mitgliedschaft, 36 Prozent verneinen solche.

Pilotenschulung Marke Burgenland in der Aviation Academy Austria
Ein gutes Beispiel dafür, wie das Burgenland von den EU-Förderungen profitiert hat, ist die Aviation Academy Austria mit Sitz im TZ Neusiedl am See. Das Unternehmen schult per Flugsimulatoren Piloten und bietet auch die komplette Ausbildung zum Verkehrspiloten an. Kunden aus Europa, Afrika, Asien und den U.S.A. nutzen derzeit das Angebot. „Ohne Förderungen der EU würde es die Aviation Academy nicht geben. Gerade unsere Branche ist sehr kapitalintensiv. Die Kosten für einen Simulator betragen bis zu 80 Prozent vom Flugzeugpreis“, erklärt Dr. Claus Rhomberg, Geschäftsführer Aviation Academy Austria. Zehn Millionen Euro wurden am Standort Neusiedl am See investiert, davon zwei Millionen an Förderungen von EU, Bund und Land. Der erste von derzeit zwei eigenen Simulatoren ging 2008 in Betrieb. „Heute beschäftigen wir 20 Mitarbeiter fest und können auf einen Pool von 60 Instruktoren zurückgreifen, die per Werkvertrag oder als freie Dienstnehmer für uns tätig sind. Im Schnitt beschäftigen wir 30 Mitarbeiter im Monat“, so Rhomberg.

 

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Wolfgang Sziderics
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