Dramatische Flüchtlingssituation im Burgenland – LH Niessl vor Ort in Heiligenkreuz

LH Niessl: „Brauchen temporäre Grenzkontrollen und eine schnelle Umsetzung des Bundesheer-Assistenzeinsatzes.“ - Landeshauptmann Hans Niessl war heute Vormittag an der Grenze in Heiligenkreuz, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

„Wir befinden uns in einer dramatischen Krisensituation. Das Burgenland als Grenzregion ist von der sich zuspitzenden Lage massiv betroffen. Die Einsatzkräfte vor Ort leisten eine hervorragende Arbeit, stoßen aber immer mehr an ihre Belastungsgrenzen“, so Niessl. 
Als konkrete Forderungen nannte der Landeshauptmann die Einführung von temporären Grenzkontrollen, die schnelle Umsetzung des Assistenzeinsatzes des Bundesheeres, eine Registrierung der Flüchtlinge, die Sicherung der Schengen-Außengrenzen sowie die Bereitschaft der Polizei, bei Bedarf alle freien Polizeiressourcen im Burgenland einsetzen zu können.
Der für die Grundversorgung zuständige Landesrat Norbert Darabos betonte, dass „das Land Burgenland die Flüchtlingsquote derzeit zu über 100 Prozent erfülle“. Auch Darabos hofft auf einen schnellen Start des Assistenzeinsatzes, damit burgenländischen Gemeinden rasch entlastet werden können. „Wir danken den Einsatzkräften, der Polizei, den Rettungsorganisationen, der Caritas, der Diakonie, dem Bundesheer und allen freiwilligen Helfern für diesen Einsatz, diese Humanität und diese Menschlichkeit“, so Niessl und Darabos unisono.
Das Land Burgenland hat in der Landessicherheitszentrale unter der Leitung von Mag. Ronald Reiter einen Koordinationsstab eingerichtet. Dazu Mag. Reiter: „Seit 4. September haben 55.000 Flüchtlinge in Nickelsdorf und 4.500 Flüchtlinge im Bezirk Jennersdorf die österreichisch-ungarische Grenze überschritten. Es wird derzeit ein Gemeindeinformationspaket erstellt, mit dem Gemeinden grundsätzliche Informationen – unter anderem zu den Mindeststandards bei der Unterbringung, dem Durchgriffsrecht des Bundes und der Grundversorgung – erhalten“.
„Alleine in Nickelsdorf sind derzeit täglich rund 240 Polizeikräfte, 100 Personen des Roten Kreuzes sowie viele Freiwillige in Einsatz. Im Bezirk gibt es für Übernachtungen rund 3.000 Quartiere. Ganz wichtig ist es jedoch, rasch weitere Quartiere in Österreich zur Verfügung zu stellen“,  so Mag. Martin Huber, Bezirkshauptmann von Neusiedl am See.

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Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Mag. Sabine Bandat, 14. September 2015

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