Burg Lockenhaus: Service für alte Burgmauern

DenkmalOFFENSIVE: 684.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen auf Burg Lockenhaus - Dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen werden im Rahmen einer burgenlandweiten Denkmaloffensive auf der Burg Lockenhaus durchgeführt. Die Kosten belaufen sich auf 684.000 Euro; Schwerpunkte sind die Sanierung des Daches und der Fassade. Die Bauarbeiten sind im vollen Gang und sollen bis Ende Mai abgeschlossen sein.

„Es ist eine Verpflichtung und auch große Herausforderung, das wertvolle Kulturerbe des Burgenlandes für die Nachwelt zu erhalten. Diese Investitionen sind auch Investitionen in den Tourismus und nicht zuletzt in die burgenländische Wirtschaft, weil bei dieser größten jemals im Burgenland durchgeführten Denkmaloffensive fast ausschließlich heimische Firmen zum Zug kommen“, betonte Kulturlandesrat Helmut Bieler bei einem Pressegespräch heute, Dienstag, auf Burg Lockenhaus. Insgesamt wurden in der laufenden Phasing-Out-Periode 10,3 Millionen Euro im Rahmen von EU-/Additionalitätsprojekten in den Denkmalschutz investiert; allein im Bezirk Oberpullendorf sind es 1,25 Millionen Euro. Von 2008 bis 2014 wurden damit 45 Projekte gefördert.

„Noch nie zuvor wurde so viel in die Erhaltung von Kulturdenkmälern im Burgenland investiert“, so Bieler. „Das war möglich, weil es uns gelungen ist, ein Optimum an EU-Geldern zu lukrieren. Und durch den Fördersatz von 100 Prozent ergab sich die besondere Effizienz dieser Projekte – ohne diese Gelder wären viele der 45 geförderten Objekte heute nicht mehr zu besichtigen“.

Enge Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt
Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Ritterburg, einst von den Tempelrittern, aber auch von der „Blutgräfin“ Erszébet Bathory  bewohnt, ist das touristische und kulturelle Aushängeschild der Region. Es wird von 30.000 Gästen im Jahr besucht und beherbergt ein Hotel mit 55 Betten. Internationale Bekanntheit genießt sie vor allem als Schauplatz des von Gidon Kremer gegründeten Kammermusikfestivals. Prof. Paul Anton Keller erwarb 1969 die sanierungsbedürftige Burg, seither wird unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes saniert. Das nunmehr in Angriff genommene Projekt beinhaltet die Sanierung von Schäden an allen Dachflächen, die an mehreren Stellen Wassereintritt aufweisen, und Erhaltungsmaßnahmen der Außenmauern, an denen ein vermuteter Rohrbruch und Bewüchse Wassereintritt verursachen. 108.000 Euro werden allein für die Dachsanierung aufgewendet, der Rest fließt in sonstige bauliche Maßnahmen. „Auch bei diesem Projekt ist die Gesamtsumme von 684.000 Euro förderbar, wobei 513.000 aus dem EFRE-Programm und 171.000 Euro vom Land kommen“, erläuterte Bieler. Förderwerber ist die Prof. Paul Anton Keller Stiftung Burg Lockenhaus.

Eventburg
Glücklich zeigt sich Bürgermeister Christian Vlasich über das Projekt: „Wir sind stolz und dankbar, dass das Land hinter diesem Kulturgut steht. Mit dieser Denkmaloffensive ist ein wichtiger Grundstein für die weitere Erhaltung und den Betrieb der Burg gelegt“. Die Burg sei eine Eventburg, die im Hinblick auf den Tourismus immer neu belebt werden müsse. Für kommendes Jahr ist etwa zum Thema „Blutgräfin“ ein Erlebnistheater geplant, und Burgmanager Manuel Komosny will künftig noch stärker mit Schulen zusammenarbeiten.

„Dieses Vorzeigeprojekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes des Burgenlandes und trägt wesentlich zur kulturtouristischen Attraktivierung der Region und der Stärkung der regionalen Identität bei“, so Bieler abschließend. 

Pressefotos zum Download:    Denkmaloffensive Burg Lockenhaus 1, 2 

Bildtext 1,2 (v.l.n.r.): Präsentierten Projekt „Sanierung, Bestand- und Substanzerhaltung der Burg Lockenhaus“: Bürgermeister Mag. Christian Vlasich, Kulturlandesrat Helmut Bieler, Burgmanager Manuel Komosny, Ing. Philipp Seper, Woschitz Engineering ZT GmbH

Bildquelle: Bgld. Landesmedienservice

Hans-Christian Siess, 17. März 2015
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