Aktion Streunerkatzen: Tierleid verhindern

Gemeinsame Aktion von Land, Tierärztekammer und Gemeinden soll unkontrollierten Zuwachs von streunenden Katzen eindämmen *** Den unkontrollierten Populationszuwachs streunender Katzen soll die erstmals 2013 durchgeführte gemeinsame Aktion von Tierärztekammer, Burgenländischen Gemeinden und der Landesregierung eindämmen.

Agrarlandesrätin Verena Dunst und Tierschutzombudsfrau Dr.in Gabriele Velich informierten beim gemeinsamen Pressegespräch heute, Mittwoch über die Aktion und appellierten an die Gemeinden, diese mitzutragen. „Im Sinne der Vorbeugung von Konflikten mit Nachbarn oder der Jägerschaft und nicht zuletzt um Tierleid hintanzuhalten, ist es unumgänglich, der unkontrollierten Katzenvermehrung Einhalt zu gebieten“, betonte Dunst. Die Tiere sollen nicht getötet, sondern kastriert werden. Unterstützung kommt auch durch die neue Kampagne „Alles Katze“ der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“, die Fangkäfige für Katzen zur Verfügung stellt und mit einer Informationsaktion durch die Bundesländer tourt.

Bis zu 12.680 Nachkommen aus einem Katzenpaar in fünf Jahren
Seit 1. April 2016 müssen alle Freigänger- oder Streunerkatzen in Österreich kastriert werden. Unter Streunerkatzen versteht man verwilderte Tiere, die aus unkontrollierter Fortpflanzung von Hauskatzen entstehen. Insbesondere ein Faktum unterstreicht die Notwendigkeit, zu handeln: Aus einem einzigen Katzenpaar können schon nach fünf Jahren mehr als 12.000 Nachkommen hervorgehen. „Kastration ist die einzige nachhaltige und verantwortungsvolle Chance, der unkontrollierten Vermehrung Herr zu werden“, erklärt Tierärztin und burgenländische Tierschutzombudsfrau Dr.in Gabriele Velich.

Krankheiten, Inzucht, Nachbarschaftskonflikte als Folgen
Die Folgen der Überpopulation sind vielfältig: Inzuchtgefahr, die auch auf Hauskatzen übertragen werden kann, die Ausbreitung von Krankheiten, Parasiten und Seuchen, Revierkämpfe, Konflikte mit der Nachbar- oder Jägerschaft und Geruchsbelästigung – Gefahren, die durch Katastration von Freigängerkatzen eingedämmt werden können. Velich empfiehlt, nach Möglichkeit auf jeden Fall auch Hauskatzen kastrieren, chippen und registrieren zu lassen. „Kastrierte Katzen haben entgegen der landläufigen Meinung höhere Widerstandskraft und kriegen seltener Krankheiten“.

2016 rund 50.000 Euro Kosten für Aktion
Seit 2013 läuft deshalb jährlich eine Katzenkastrationsaktion in Zusammenarbeit von  Land, Tierärztekammer und den Gemeinden. „115 von 171 burgenländischen Gemeinden beteiligen sich bereits an der Aktion, die unbedingt im Sinne des Tierwohls weitergeführt und ausgeweitet werden sollte“, appelliert Dunst an die Gemeinden, die auch erste Anlaufstelle bei der Abgaben von herrenlosen Tiere sind. 2013 wurden 455 Tiere kastriert, 2014 428, 2015 532, im heurigen Jahr wurden bereits 613 Kastrationsgutscheine ausgegeben. Die Kosten - für heuer rechnet Dunst mit insgesamt rund 50.000 Euro – teilen sich  Land, Tierärztekammer und Gemeinden zu je einem Drittel.

Streunerkatzen-Informationstour „Alles Katze“
Ihre Aktion „Alles Katze“, mit der sie seit Juni durch die Bundesländer touren, stellten Vertreterinnen der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ vor. „Mit der Informationskampagne wollen wir die Bevölkerung über Probleme rund um streunende Katzen  und über die gesetzliche Kastrationspflicht sogenannter Freigängerkatzen aufklären“, so Kampagnenleiterin Martina Pluda von „Vier Pfoten“. Sie überbrachte Landesrätin Dunst sieben Lebendfallen für Katzen, in denen eingefangene Tiere zur Kastration, medizinischen Versorgung, Kennzeichnung durch einen Chip und Registrierung durch eine/n Tierarzt/ärztin gebracht werden können. 

Pressefoto zum Download:   Streunerkatzenaktion

Bildtext:   Aktion zur Eindämmung von  unkontrolliertem Populationszuwachs von Streunerkatzen und Übergabe einer Katzen-Lebendfalle. V.l.: Irina Fronescu, „Alles Katze“-Kampagnenleiterin Martina Pluda, beide von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“, LRin Verena Dunst, Tierärztin und burgenländische Tierschutzombudsfrau Dr.in Gabriele Velich

Bildquelle:   Bgld. Landesmedienservice

Hans-Christian Siess, 17. August 2016 

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