Agrarlandesrätin Dunst präsentiert Eckdaten zum neuen Jagdgesetz

Dunst: „Ein ausgewogenes modernes und für alle Beteiligten transparentes Jagdgesetz liegt nun vor“

Mit 1.1.2017 soll ein neues burgenländisches Jagdgesetz in Kraft treten. Ausgearbeitet wurde der nun vorliegende Entwurf von der Arbeitsgemeinschaft „Zukunft Jagd“. Sie setzt sich aus Experten verschiedenster Bereiche zusammen, darunter Forst, Jagdverband, Pflanzenbau und Rechtsexperten. Am Dienstag, 20. September 2016 hat Landesrätin Verena Dunst in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden der ARGE-Jagd Siegfried Fleischhacker den Gesetzesvorschlag präsentiert. Dunst: „Das neue Jagdgesetz wurde ausschließlich von Spezialisten aus Land- und Forstwirtschaft Jägern und Juristen ausgearbeitet. Ziel war es, den Interessen der Jäger, Waldbesitzer, Bauern, Tier und Umweltschützer gerecht zu werden. Jetzt liegt ein ausgewogenes modernes und für alle Beteiligten transparentes Jagdgesetz vor.“

In mehr als 300 intensive Arbeitsstunden wurde das neue Gesetz aus dem Boden gestampft. Das Gesetz bringt neben einem Abbau von Bürokratie auch Neuregelungen, darunter einen Selbstbehalt für Grundbesitzer bei Wildschäden sowie eine Haftungsobergrenze für Jagdpächter. Dazu Landesrätin Dunst: „ Erstmals wurde dem Gesetz eine Präambel vorangestellt, in der festgehalten ist, dass frei lebendes Wild ein wesentlicher Bestandteil der Natur und ein Naturerbe unserer Heimat ist. Die Jagd hat den Grundsätzen der Waidgerechtigkeit zu entsprechen und umfasst auch die Verpflichtung zur Hege des Wildes.“

Einen Beitrag zur Entbürokratisierung soll der Ausbau des Jagdkatasters darstellen. Alle Daten sollen zukünftig elektronisch erfasst werden. „Der Jagdkataster wird in Zukunft nur mehr von den Behörden geführt und nicht wie bisher auch vom Landesjagdverband. Die Behörde erhält dadurch schnelleren Zugriff auf die Daten, was ein Ende der Zettelwirtschaft  bedeutet und dem Steuerzahler Geld spart“, erläutert Dunst.

Auch die Problematik von Wildschäden wird in diesem Jagdgesetz völlig neu geregelt. Künftig wird es hinsichtlich der Schadenssumme einen zehnprozentigen Selbstbehalt des Grundbesitzers geben. Für Jagdpächter wurde zudem eine Haftungsobergrenze eingezogen. Die Haftungsobergrenze liegt bei einer Reviergröße bis 1.000 Hektar bei 20.000 Euro, pro weitere 1.000 Hektar kommen jeweils 10.000 Euro hinzu.
 
Für Aufregung sorgte in jüngster Vergangenheit immer wieder die Gatterjagd. Dunst würde diese Jagdform am liebsten gänzlich verbieten, dass sei derzeit aber verfassungsrechtlich nicht möglich, erklärte sie. Deshalb werden die Regeln für die Gatterjagd deutlich verschärft. „Bestehende Jagdgatter unterliegen ab sofort - ab 1.1.2017 - sehr strengen behördlichen Regulierungen. Ich möchte von jedem Gatter genau wissen, was drinnen ist, was raus- und auch hineinkommt. Ich möchte auch ganz klar sagen, dass im neuen Jagdgesetz drinnen stehen wird - und das habe ich mir auch rechtlich absichern können, dass ab dem 1.1.2017 es im Burgenland kein neues Jagdgatter mehr geben wird“, so Dunst.

Ebenfalls rigoros reguliert wird das Auswildern von Jungtieren. Zudem darf nur mehr regionales Wild ausgewildert werden. Das Tierwohl steht hierbei im Vordergrund. Landesrätin Dunst präsentierte auch Zahlen zur Jagd im Burgenland: Mit Stand 2015 gab es insgesamt 7.123 Jagdkartenbesitzer. Die gesamte Waldfläche im Burgenland wird mit etwa 120.000 Hektar beziffert. Es gibt rund 500 Reviere sowie acht Jagdgatter.

„Der Gesetzesentwurf geht diese Woche in Begutachtung und im Dezember wird der Beschluss im Landtag erfolgen, damit das Gesetz wie geplant am 1. Jänner 2017 in Kraft treten kann“, so Dunst abschließend.

Bildtext Bild1: Landesrätin Verena Dunst mit dem Vorsitzenden der ARGE-Zukunft Jagd Siegfried Fleischhacker

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

Martin Klikovits, 20. September 2016 

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