7. Energiespar-Wettbewerb der Gemeinden startet

Kommunaler Schulterschluss bei Klimaschutz und Energiesparen

Das Burgenland ist Energiesparweltmeister! Photovoltaikboom, Windenergiehype, Strom-unabhängigkeit und erfolgreiche Bürgerbeteiligungsmodelle sind Themen, die in den letzten Jahren die Energiepolitik des Burgenlandes geprägt haben.
Klare Worte von Landeshauptmann-Stv. Franz Steindl: „Wir haben schon viel erreicht, brauchen aber für die Zukunft einen Effizienz-Schulterschluss aller. Eine wichtige Vorbildfunktion erfüllen hier unsere Gemeinden. Daher sind die burgenländischen Kommunen nach einer kreativen Pause im Jahr 2013 heuer bereits zum siebenten Mal aufgerufen, sich mit tollen Effizienzprojekten am Energiesparwettbewerb der Gemein-den 2014 zu beteiligen.“

Steindl zu den energiepolitischen Fakten: „2011 gab Europa 406 Mrd. Euro für den Import von fossiler Energie aus. 2012 waren es bereits 545 Mrd. Euro, was einer Steigerung um mehr als ein Drittel entspricht. Betrachtet man die Kostensteigerung der fossilen Energieimporte in Österreich allein in den Jahren von 2009 bis 2012, so haben sich diese von 9,85 Mrd. Euro auf 17,34 Mrd. Euro beinahe verdoppelt. Mit dieser Steigerung steigt auch die Abhängigkeit.“

EU-Kommissar Günther Oettinger hat in den letzten Tagen angemerkt, dass sich Europa Gedanken machen muss, woher die Energie in Zukunft kommen soll. Die Anstrengungen in die Energiewende und der forcierte Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung muss nach Oettinger neben dem Energiesparen mehr denn je das Hauptziel der Energiepolitik sein.

Ein Lichtblick in Europa: Die Windenergie hat sich europaweit seit dem Jahr 2000 versechs-facht und deckt 2013 mit 257 Mrd. Kilowattstunden bereits 8% der Stromerzeugung der EU ab. Steindl: „Im Burgenland sind wir Vorreiter: Im Jahre 2013 hat das Burgenland die rech-nerische Stromunabhängigkeit erreicht. Am 18. Jänner 2013 wurde mit einer Produktion von rund 11,8 Millionen kWh ein historischer Höchstwert bei der Tageserzeugung im Burgenland erreicht. Im Monat März konnten exakt 112,6 Prozent des Strombedarfes erzeugt werden.“

Gemeindereferent Steindl: Kommunen im Fokus der Energieeffizienz

„Klima- und Umweltschutz beginnen vor Ort – im eigenen Haus, in der eigenen Gemeinde. Jede Aktivität in diese Richtung ist ein Gewinn. Als burgenländischer Gemeindereferent bin ich stolz darauf, dass unsere Gemeinden hier mitziehen.“

Ein kommunales Leitprojekt sei das Pilotprojekt „PV-Anlagen mit Bürgerbeteiligung“.
Steindl in der Vorschau: „Bis Ende April werden 13 Pilotgemeinden mit ihrem Sonnenstrom am Netz sein. Finanziert von umwelt- und renditebewussten Bürgerinnen und Bürgern. Die Kommunen mussten für die Errichtung der Anlagen kein Geld in die Hand nehmen. Sie kön-nen den beteiligten Bürgern sogar bis zu vier Prozent Rendite bezahlen – garantiert auf 13 Jahre!“

Er sei zufrieden, dass auch andere das Modell nützen würden. Heilgenkreuz hätte das Model übernommen und sei schon am Netz, Gemeinden wie Edelstal, Stotzing, Leithaprodersdorf oder Moschendorf zeigten Interesse.

Steindl zum Thema „Kooperationen“: „Die Kooperation mit der „Energie Burgenland“ ist be-reits Tradition und hat sich sehr bewährt. Das zeigt auch der Erfolg der Aktion: Seit dem Start des Wettbewerbs im Jahr 2006 haben bereits 149 Gemeinden mitgemacht, allein im Jahr 2012 waren es 24 Kommunen, die teilgenommen haben.
Auch heuer möchte ich den Gemeinden die Möglichkeiten der interkommunalen Kooperation sehr ans Herz legen. Hier ist noch viel Potential drinnen – auch im Bereich der Energieeffizi-enz! Vom gemeinsamen Bauhof oder Heizwerk über ortsübergreifende Veranstaltungsräume zum gemeinsamen Fuhrpark und vieles mehr.“

Teilnahme und Preise – wer, wie, wo?

Teilnehmen können alle burgenländischen Gemeinden. Die BürgermeisterInnen sind aufge-rufen, ihre Maßnahmen bzw. ihre Konzepte und Projekte einzureichen und sich im ´Wettstreit der besten Sparkonzepte´ zu messen.
Die Teilnahmebögen müssen bis 25. Mai 2014 im Landhaus einlangen. Eine unabhängige Jury wird die Maßnahmen der Gemeinden bewerten und die Platzierungen vornehmen.
Die Jury: DI Johann Binder (GF Burgenländische Energieagentur), Mag. Hermann Frühstück (burgenländischer Umweltanwalt), Dir. Ing. Walter Göllesz (GF Energie Burgenland Vertrieb), Mag. Werner Gradwohl (Energiesprecher)
Schöne Preise für die Besten
Der erste Preis ist ein Gutschein über 1.500,- Euro für Schutzwegbeleuchtung
Die zweitplatzierte Gemeinde erhält einen 1.000,- Euro Gutschein für eine kommunale Heizungsoptimierung. Der dritte Preis sind LED-Beleuchtungssysteme im Wert im Wert von 500,- Euro.

Energie Burgenland wieder Kooperationspartner

Die Energie Burgenland unterstützt den Energiespar-Wettbewerb der Gemeinden mit großem Engagement seit Anfang an. „Für uns sind solche Aktionen von Wichtigkeit, weil die „Energiewende“ auf zwei Pfeilern aufbaut: Ökologisierung und Dezentralisierung der Strom-erzeugung und deutliche Steigerung der Energieeffizienz. Nur wenn beide Pfeiler gut ausge-baut und belastbar sind, kann die Energiewende nachhaltig gelingen“, erklärt der Vor-standsprecher der Energie Burgenland Michael Gerbavsits.

Was die Ökologisierung und Dezentralisierung der Stromerzeugung betrifft, sei das Burgen-land bereits österreichweit und europaweit Spitzenreiter. Seit letztem Jahr ist das Burgenland die erste Region Europas, die Öko-Strom-autark ist. Als nächsten Schritt werde die Energie Burgenland hier neben der Ökostromerzeugung aus Windkraft vermehrt auch auf Photovol-taik setzen. Der zweite Pfeiler der Energiewende, die Steigerung der Energieeffizienz, sei eine Aufgabe, die Energie Burgenland in ihrer Rolle als Energiedienstleister als neue Herausforde-rung und als neues Geschäftsmodell sehe, so Gerbavsits. 

Um nennenswerte Ergebnisse im Bereich Energieeffizienz zu erreichen, müsse an vielen Schrauben gedreht werden. Dabei gehe es beispielsweise um den Einsatz modernster und energiesparender Geräte in Haushalten, die Optimierung von Energiemanagement für das Gewerbe und die Industrie, um den Verbrauch möglichst effizient zu gestalten, bis zur um-fassenden Betrachtung des Energieverbrauchs von öffentlichen Gebietskörperschaften wie Gemeinden. „Für die Gemeinden und kommunalen Einrichtungen sind wir dabei, nicht nur neue Produkte, sondern auch neue Dienstleistungen anzubieten“, erläutert Gerbavsits.

Smart-City Projekt und mehr

Derzeit arbeite Energie Burgenland an Projekten, wie dem Smart City-Projekt Oberwart, de-ren Erkenntnisse bei Gelingen quasi in „Serienreife“ anderen Gemeinden angeboten werden sollen, so Energie Burgenland Vorstandsdirektor Alois Ecker. In Oberwart findet sich neben dezentralen Solarstrom-Anlagen auch ein Biomassewerk der Energie Burgenland zur Erzeu-gung von Wärme und Strom: „Ziel dieses Smart-City Projekts ist die Entwicklung und der Testbetrieb eines innovativen, gebäudeübergreifenden und integrierten Energiemanage-mentsystems für Strom und Wärme.“

Zusätzlich hat Energie Burgenland namhafte Energieeffizienz-Projekte mit den Gemeinden Rust, Neutal, Mattersburg, Olbendorf und Güttenbach gestartet. „Wir beraten und versorgen als Dienstleister die Gemeinden in allen Fragen des Energieeinsatzes. Nach erfolgreichem Abschluss des Pilotprojekts wollen wir diese Leistung allen Gemeinden, in einem geplanten zweiten Durchlauf auch Haushalten anbieten“ erklärt Ecker.

Auch zur Finanzierung von Energieprodukten und Energiedienstleistungen bietet Energie Burgenland den Gemeinden verschiedenste Leistungen an: Die Energiegeräte-Aktion (EGA), Einsparungscontracting, Unterstützung bei der Erfassung, Dokumentation sowie bei der Er-neuerung und Instandhaltung der Energieinfrastruktur.

Rückfragen:

Mag. Rainer Horvath
0664/8323495