Ragweed-Tagung in Illmitz, 27. Jänner 2010

Das aus Nord-Amerika stammende einjährige „Beifußblättrige Traubenkraut“ (Ambrosia artemisiifolia) besser bekannt unter dem Namen "Ragweed", produziert zur Blütezeit im Spätsommer/Herbst große Mengen an Pollen die zu den stärksten, derzeit bekannten Allergieauslösern zählen. Diese verursachen Heuschnupfen, Bindehautentzündungen und überdurchschnittlich häufig auch Asthma. Aber auch auf der Haut kann es bei ungeschützter Handhabung unangenehme Ausschläge hervorrufen. Hauptblütezeit ist Mitte August bis September, der Höhepunkt der Saison tritt meist Ende August/Anfang September auf. Damit ist Ragweed das letzte wichtige Allergen im Jahr, mit einer relativ langen Beschwerdezeit (Mitte August bis Oktober).

Auch im Heimatland Nordamerika ist die Beifuß-Ambrosie eine gefürchtete Pflanze, die mit großem Aufwand bekämpft wird. Ihre Ausbreitung wird in weiten Teilen Europas zunehmend zu einem großen Problem. Die Pflanze ist nur in Tieflagen bis maximal 500 Meter Seehöhe anzutreffen, benötigt reichlich Niederschläge im Sommer und fehlt daher im sommertrockenen Mittelmeerraum und in den Alpen.

Vor allem im Osten Österreichs nehmen Allergien auf Ragweed-Pollen stark zu. In den letzten zehn Jahren haben sich die Zahlen verdoppelt, Tendenz steigend. Neben dem Gesundheitssektor bereitet die Art auch Probleme als Unkraut in der Landwirtschaft und im Naturschutz. Das Unkraut ist extrem anpassungsfähig und wächst an Straßen- oder Wegrändern genauso wie auf Schutthalden oder Komposthaufen. In unsere Gärten gelangt es meist durch Vogelfutter.

Eine Fachtagung, die im Nationalparkzentrum in Illmitz abgehalten wurde, widmete sich dieser Problematik. Für eine massive Bekämpfung bedarf es einer guten Zusammenarbeit der einzelnen Akteure innerhalb und außerhalb der Landesdienststellen des Burgenlandes, mit den anderen Bundesländern und auch mit den angrenzenden Nachbarländern Die Tagung wurde daher von hochrangigen Vortragenden aus dem In- und Ausland unterstützt. Denn Ragweedpollen, bzw. Ragweedsamen kennen keine Grenzen und verschärfen das Problem im Burgenland zusehends.

Informationsaustausch und Vernetzung, sowie die Gründung einer Arbeitsgruppe, die alle Aktivitäten im Burgenland koordiniert, waren das Ziel der Tagung. Die einzurichtende Arbeitsgruppe soll in weiterer Folge als Kommunikationsplattform zum Erfahrungsaustausch und zur Erarbeitung und zur Koordination von Eindämmungsmaßnahmen dienen. Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet dieser Einrichtung wird die österreich-, bzw. europaweite Vernetzung und die Entwicklung von Aufklärungs- und Kommunikationsstrategien sein. Vielen Burgenländerinnen und Burgenländern ist die Pflanze noch kein Begriff, auch ist sie sehr leicht mit ähnlich aussehenden Pflanzen wie Beifuß, Rainfarn, Goldrute oder auch der Tagetes zu verwechseln.