CITES / Washingtoner Artenschutzübereinkommen

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen und ihrer Produkte.

Der Handel mit Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten und ihrer Produkte ist heute ein Hauptgefährdungsfaktor für viele bedrohte Arten. Jahr für Jahr werden Millionen von Tieren und Pflanzen gehandelt, die Haupteinfuhrmärkte sind die USA, die EU und Japan: Papageien und andere Ziervögel, exotische Reptilien, Korallen, Orchideen, Kakteen. Viel gehandelte Produkte sind z.B. Tropenholz, Taschen und andere Accessoires aus Reptilienleder, Kaviar, aber auch Jagdtrophäen oder getrocknete Teile von Pflanzen und Tieren, die für medizinische Zwecke, z.B. die traditionelle chinesische Medizin, verwendet werden.

Dieser Erkenntnis zufolge wurde im Jahre 1973 in Washington eine internationale Konferenz abgehalten und das „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen“ (kurz: Washingtoner Artenschutzübereinkommen oder CITES, als Abkürzung des englischsprachigen Langtitels) beschlossen. Die Umsetzung dieser Konvention soll über 3.000 Tier- und 30.000 Pflanzenarten, die vom internationalen Handel bedroht sind und in den Anhängen der Konvention aufgelistet sind, vor dem Aussterben schützen. Es ist aber nicht das Ziel von CITES, den internationalen Handel mit Wildtieren und Wildpflanzen gänzlich zu unterbinden, sondern durch internationale Kontrollen die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicher zu stellen. Die Vertragsstaaten erachten nachhaltige Nutzung „erneuerbarer natürlicher Ressourcen“, also auch lebender Tiere und Pflanzen, als ein mögliches und effektives Mittel für die Erhaltung betroffener Arten.

Die EU hat mit der Ratsverordnung 338/97 und die dazugehörige Durchführungsverordnung nicht nur den rechtlichen Rahmen für die einheitliche Umsetzung von CITES in den Mitgliedsstaaten gesetzt, sondern sogar ein strengeres, in mehreren Aspekten über die Bestimmungen der Konvention hinaus gehendes Regelwerk geschaffen.

Als Vollzugsbehörden fungiert in Österreich, die Konvention ist hier seit 1982 in Kraft, das BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, für die zollrechtlichen Bestimmungen das BM für Finanzen. Die Aufgabe der Wissenschaftlichen Behörden wird von den Landesregierungen bzw. den jeweiligen Naturschutzabteilungen wahrgenommen.

Rechtliche Grundlagen: BGBl. I Nr. 33/1998 idF v. BGBl. I Nr. 29/2006, BGBL. II Nr. 164/2006, Verordnung (EG) Nr. 338/1997 des Rates, Verordnung (EG) Nr. 865/2006 der Kommission

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