Naturschutzgebiet Thenau

Thenau - Zwergschwertlinie

KG Breitenbrunn, LGBI. Nr. 30/1979

Der Thenau-Riegel zählt mit etwa 41 ha Ausdehnung zu den größten Trockenrasen im Burgenland. Am Südfuß des Leithagebirges gelegen, ist er von marinen Kalken aufgebaut, die an mehreren Stellen schöne Felsformationen aufbauen. Das Gebiet wird von vier kleinen Tälern zerschnitten, die sich im Südosten vereinigen.
Der wärmeliebende Eichenmischwald, der, bis auf einige Felspartien, den Thenau-Riegel ursprünglich bedeckte, musste bereits in prähistorischer Zeit der Weidenutzung weichen. Doch erst diese Nutzungsform ermöglichte es, einer artenreichen Trockenvegetation und ihrer begleitenden Fauna Fuß zu fassen.
An den steilen und felsigen Südwesthängen im Osten des Gebietes finden Felsrasen optimale Wuchsbedingungen vor. Es dominieren Berg-Gamander (Teucrium montanum), Heide-Ginster (Genista pilosa), Zwerg-Sonnenröschen (Fumana procumbens), Graues Sonnenröschen (Helianthemum canum) und Deutscher Backenklee (Dorycnium germanicum). Die im pannonischen Raum sehr weit verbreiteten Tragant-Pfriemengras-Trockenrasen nehmen die tiefergründigen Plateauflächen und höher gelegene Talböden ein. Hier sind zahlreiche Florenelemente aus den pannonischen Trockengebieten und südosteuropäischen Steppen anzutreffen: Zwerg-Schwertlilie (Iris pumila), Österreichischer Lein (Linum austriacum), Sibirische Glockenblume (Campanula sibirica), Ginsterblättriges Leinkraut (Linaria genistifolia), Große Kuhschelle (Pulsatilla grandis) und Silberscharte (Jurinea mollis). Aus mediterranen Breiten kommen der Schmalblättrige Lein (Linum tenuifolium), das Wimper-Perlgras (Melica ciliata), die Büschel-Miere (Minuartia fastigiata), die Schopfige und Gewöhnliche Traubenhyazinthe (Muscari comosum und M. neglectum) sowie die Felsennelke (Petrorhagia saxifraga).