Lange Leitn Neckenmarkt

Lange Leitn Neckenmarkt

Naturräumliche Beschreibung

Das Naturwaldresevat und Europaschutzgebiet „Lange Leitn Neckenmarkt“ liegt an den Südabhängen des Ödenburger Gebirges direkt an der österreichisch-ungarischen Staatsgrenze rund 4 km NNE von Neckenmarkt bzw 6,5 km SE von Sopron (Ödenburg). Es beschränkt sich auf die Parzelle 3533 der Katastralgemeinde Neckenmarkt und umfasst eine Fläche von 28,981 ha.
Das Gebiet liegt auf einer Seehöhe von 410-490 m.ü.A. im Ostteil des Ödenburger Berglandes und umfasst mitteleuropäische Eichen-Hainbuchenwälder sowie bodensaure Eichenwälder. Die Abfolge der einzelnen Pflanzengesellschaften ist in erster Linie durch die Bodengründigkeit und dem damit zusammenhängenden Wasserhaushalt bestimmt. Die Übergänge zwischen dem FFH-Lebensraumtyp 9170 Labkraut Eichen-Hainbuchenwald Galio Carpinetum und den bodensauren Eichenwäldern sind fließend und in der Artenzusammensetzung nur schwach ausgeprägt.
Forstlich gesehen zählt das Gebiet zum Wuchsgebiet 5.2 (Bucklige Welt) des Hauptwuchsgebietes „Östliche Randalpen“. Das Ödenburger Bergland ist als kristallines Grundgebirge einer der östlichen Ausläufer der Zentralalpen.
Die im Gebiet entwickelten Eichen- und Eichen-Hainbuchenwälder entsprechen der potentiellen natürlichen Vegetation dieser Höhenstufe des zuvor erwähnten Wuchsgebietes. Bodensaure, mitteleuropäische Eichen-Hainbuchenwälder befinden sich im Gebiet an ihrer östlichen Verbreitungsgrenze. Damit ist eine hohe Verantwortung für die Abdeckung dieser Arealränder und der Sicherung des Gesamtverbreitungsgebietes des Lebensraumtyps verbunden.

Schutzinhalte

Die Gebietsausprägung des Lebensraumtyps 9170 Labkraut Eichen-Hainbuchen-wald Galio Carpinetum entspricht der bodensauren Ausprägung des Labkraut-Eichen-Hainbuchen-Waldes (Galio sylvatici-Carinetum subass. Luzuletosum). Aufgrund der nährstoffarmen, bodensauren Verhältnisse tritt die Hainbuche (Carpinus betulus) gegenüber der dominanten Traubeneiche (Quercus petraea) deutlich zurück und deutet auf die enge Verzahnung der Bestände zu den bodensauren Eichenwäldern (Luzulo Quercetum) an. Strukturell sind die Bestände ausgesprochen totholzreich und weisen ein Bestandsalter zwischen 50 und 70 Jahren auf. Bezogen auf den Phasenzyklus ungestörter Bestände unter Urwaldbedingungen dürfte die Fläche der späten Initialphase bis frühen Optimalphase zuzuordnen sein und erst am Beginn einer der Waldgesellschaft entsprechenden Strukturierung stehen.
Floristisch sind die durchwegs bodensauren Bestände sehr arm und weitgehend von Grasartigen geprägt, Zwergsträucher wie etwa Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) fehlen aufgrund der kontinentalen Lage weitgehend, lediglich die Besenheide (Calluna vulgaris) tritt stellenweise auf.