Haidel Nicklelsdorf

Salbei - Haidel Nickelsdorf

Naturräumliche Beschreibung

Das nordwestlich von Nickelsdorf gelegene, 12.25 ha große Natur- und Europaschutzgebiet liegt an einer steil zur Leithaniederung hin abfallenden Terrassenkante der Parndorfer Platte. Pannone Sande und saure Donauschotter bilden das geologische Ausgangssubstrat der trockenen, in den Kuppenlagen nur schütter bewachsenen Böden. Der wasserzügige Schotter und die austrocknende Wirkung des Windes an den Kuppen der Steilhänge ermöglichten das Überdauern einer artenreichen, ehemals beweideten Trockenvegetation.
Das Gebiet ist in den oberen Hang- und Kuppenlagen durch sehr trockene Standortsbedingungen und durch starke Sonneneinstrahlung geprägt. Die Vegetationsstruktur weist daher immer wieder Bestandeslücken auf und ist niederwüchsig. In weniger trockenen Beständen kann die Vegetation dichter und höherwüchsiger sein und leitet zu Halbtrockenrasen über. Die auf zwei Dritteln des Gebietes entwickelten Trockenrasen werden durch die Dominanz von Horstgräsern geprägt; weiters sind Sukkulente, Winter- und Frühlingsannuelle sowie trockenheitsresistente Moose stark am Bestandesaufbau beteiligt, Zwergsträucher treten hingegen zurück. Während es sich bei den mäßig trockenen Hangbereichen um sekundäre Trockenrasen handelt, vermitteln die extrem trockenen, abgeblasenen Kuppen den Eindruck primärer Trockenrasen, die auch ohne menschliche Einwirkung bestehen bleiben würden. Da die Flächen jedoch kleinflächig miteinander verzahnt sind, würde eine Verbuschung der Hangbereiche zwangsläufig auch zu einer Beschattung der primären Trockenrasen und damit zu deren Weiterentwicklung hin zu Trockengebüschen führen. Die Trockenrasen werden einmal im Jahr beweidet.
In den flacheren, weniger exponierten Bereichen treten Glatthaferwiesen auf, die auf Grund einer nur mäßig intensiven Bewirtschaftung einen artenreichen Pflanzenbestand aufweisen. Die Wiesen stehen im engen Kontakt mit den Trocken-rasen und werden einmal im Jahr gemäht.

Schutzinhalte

Die basenarmen Schotterböden der steilen Hänge des Gebietes tragen artenreiche azidophile Silikattrockenrasen mit einer bemerkenswerten Flora. Die vorkommenden Trockenrasengesellschaften (Avenulo pratensis-Festucetum valesiacae ranunculeto-sum illyrici und Potentillo arenariae-Agrostietum vinealis caricetosum humilis) entsprechen dem Lebensraumtyp 6240 *Subpannonische Steppen-Trockenrasen. Am Hangfuß tritt die trockene Ausbildung einer Knollen-Hahnenfuß-Glatthaferwiese (Ranunculo bulbosi-Arrhenateretum) des Typs 6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) auf. Von überregionaler Bedeutung ist ein kleines Vorkommen des Waldsteppen-Beifusses (Artemisia pancicii). Auch die Große Küchenschelle (Pulsatilla grandis), die zahlreich vorhanden ist, zählt zu den Schutzinhalten des Gebietes.