Landschaftsschutzgebiet Südburgenländisches Hügel- und Terrassenland

Südburgenländisches Hügel- und Terrassenland

Bezirke Oberwart und Güssing, LGBl. Nr. 30/1974

20 Gemeinden haben Anteil am Landschaftsschutzgebiet Südburgenländisches Hügel- und Terrassenland. Es umfaßt mehrere für das Südburgenland charakteristische Landschaften zwischen dem Pinka- und Stremtal.
Der Durchbruch der Pinka durch das Kristallin der südburgenländische Schwelle zwischen Woppendorf und Burg vollzieht sich in einer landschaftlich bemerkenswerten Engtalstrecke. Der natürliche, von Augehölzen begleitete Bachlauf der Pinka grenzt an steile Hangwälder und Felsabbrüche mit einer interessanten Flora.
Südlich der Mündung des Tauchenbaches in die Pinka erhebt sich der Eisenberg weit sichtbar aus der Ebene. Die Bezeichnung rührt vermutlich von den frühgeschichtlichen Eisenschmelzstätten her, die hier mehrfach gefunden wurden. Trotz seiner geringen Höhe von 415 m bietet er eine weite Fernsicht und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele im südlichen Bugenland. Die über Glimmer- und Chloritschiefern ausgebildeten steinigen und podsoligen Braunerden eignen sich sehr für den Weinbau. An den Südhängen des Eisenberges stocken ausgedehnte Weingärten, die von einem interessanten Vegetationsmosaik aus Trockenrasen, Krüppelwald und Waldsäumen durchsetzt sind.
Die Tschaterberge sind gleich dem Eisenberg aus kristallinen Schichten aufgebaut, die dem Penninikum angehören, dem untersten tektonischen Stockwerk der Zentralalpen. Die Weinberge des Klein- und Hochtschaterberges erheben sich mit 365 m und 341 m aus der geschlossenen Waldlandschaft, die von bodensauren Eichenwäldern bewachsen ist. Die Eigenart der Kulturlandschaft wird von alten, einstöckigen Preßhäusern mit anderer Struktur als jene in Heiligenbrunn geprägt.
Die Ehrensdorfer Platte wird von den südöstlichen Ausläufer des Südburgenländischen Hügel- und Terrassenlandes gebildet. Die flache, aus pannonen Sedimenten aufgebaute Waldlandschaft ist in 230 m bis 320 m Höhe gelegen.
Der Punitzer Wald, der das tertiäre Hügel- und Terrassenland zwischen Strem und Pinka bedeckt, ist das größte zusammenhängende Waldgebiet des Südburgenlandes.
Südlich von Kirchfidisch ist der Hohensteinmaißberg gelegen, ein über pontischen Süßwasserkalken und Dolomiten ausgebildetes Waldgebiet. Nahe dem Hohensteinmaißberg befindet sich die Kalkwiese, eine der schönsten sumpfigen Waldwiesen im südlichen Burgenland. Sie ist in Form einer artenreichen Pfeifengras-Streuwiese mit einer Reihe floristischer Kostbarkeiten ausgebildet.
Im südlichen Teil des Landschaftsschutzgegbietes grenzt das Südburgenländische Hügel- und Terrassenland an das Stremtal, ein insgesamt 60 km langes Sohlental. Die Niederung des Stremtales zählt zu den schönsten Wiesenlandschaften im Südburgenland, ist jedoch von der Aufgabe extensiv bewirtschafteter Wiesen zugunsten von Forsten und Brachen gekennzeichnet.
Der Abfall des Hügellandes in das bis zu 80 m tiefer gelegene Pinkatal vollzieht bereits den Übergang zur Kleinen Ungarischen Tiefebene. Die teilweise bewaldeten Steilhänge sind kleinflächig mit Weingärten durchsetzt und prägen mit den typischen kleinen Kellerbauten die Kulturlandschaft der "Pinkataler Weinstraße".