ÖSTERREICHISCHES BIENENGESUNDHEITSPROGRAMM 2016


Das „Österreichische Bienengesundheitsprogramm“  wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft von der erweiterten Arbeitsgruppe Bienen des Beirates der österreichischen Tiergesundheitsdienste erarbeitet.

Tierärzte, die Modul 1 und 2 der Fachtierärzteausbildung „Bienen“ oder die Zusatzausbildung „Bienengesundheit“ im Mindestausmaß von acht Unterrichtseinheiten abgeschlossen haben, können nun österreichische Imker im Rahmen des Bienengesundheitsprogramms betreuen. Gemäß Vorgaben der SRL Imkereiförderung ist von den Tiergesundheitsdiensten der Biene Österreich ein Verzeichnis der Tierärzte zu melden, welche die Mindestqualifikationserfordernisse erfüllt haben. Falls Sie in dieses Verzeichnis aufgenommen werden möchten, oder Interesse an der Zusatzausbildung "Bienengesundheit" haben, ersuche ich um Rückmeldung. 


Wie läuft das Programm für Tierärzte und Imker ab?
Beide müssen Teilnehmer beim zuständigen Landestiergesundheitsdienst sein und ein Betreuungsvertrag muss zwischen Imker und Betreuungstierarzt abgeschlossen und von der TGD-Geschäftsstelle für gültig erklärt werden. Einmal pro Jahr ist eine Betriebserhebung durchzuführen, mit Erhebung des Ausgangszustandes, Begehung des Betriebes und Inspektion von Bienenstöcken, Kontrolle des Varroabefalls und auf Anzeichen der Amerikanischen Faulbrut, Einschätzung des Gesundheitszustandes, Durchsicht der Aufzeichnungen, Ausfüllen des Betriebserhebungsprotokolls und Abgabe von Empfehlungen (siehe Anhang).


Im Rahmen des  EU-kofinanzierten Imkereiförderprogrammes 2017 – 2019  wird diese Betriebserhebung zu 80% gefördert. 


Der förderbare Aufwand für die Betriebsberatung und -erhebung umfasst Kosten für
• Honorar für die Betriebsberatung und -erhebung vor Ort nach dem im 
  „Österreichischen Bienengesundheitsprogramm 2016“ vorgegebenen Ablauf (mindestens 2 Stunden),

• Reisekosten,

• Vorbereitung und Nachbereitung,

• Verfassen eines Betriebserhebungs-/Beratungsprotokolls Bienen 
Für Betreuungstierärzte im Rahmen des Tiergesundheitsdienstes werden die Tarife gemäß der Vereinbarung zwischen der Landwirtschaftskammer Österreich und der Österreichischen Tierärztekammer vom März 2012 zugrunde gelegt. Die Betriebserhebung wird zentral über die Geschäftsstellen der Tiergesundheitsdienste verrechnet. Der Imker sucht um Förderung bei der Biene Österreich an. Der förderbare Pauschalbetrag beträgt € 207, davon werden 80% d.h. € 165,60 gefördert.
Die Teilnahme am Bienengesundheitsprogramm bietet dem Imker auch weitere finanzielle Vorteile. Der Zuschuss für Investitionen in technische Ausstattung oder imkerliche Kleingeräte beträgt maximal 40 % der anrechenbaren Kosten. Bei einer nachweislichen Teilnahme am „Qualitätsprogramm Biene Österreich“ und am „Österreichischen Bienengesundheitsprogramm 2016“ erhöht sich der Zuschuss auf maximal 50 % der anrechenbaren Kosten.  Im Imkereiförderprogramm werden auch Laboruntersuchungen bezuschusst.

Imker haben binnen 12 Monaten nach Teilnahmebeginn eine verpflichtende Varroaschulung zu absolvieren. Weiters verpflichten sie sich Maßnahmen zur Varroa-Bekämpfung durchzuführen und zu dokumentieren und an der Erhebung der Winterverluste im Rahmen der Datenerhebung „COLOSS“ teilzunehmen (http://bienenstand.at/).  

Sowohl Imker, als auch Tierärzte müssen nach Ausbildungsabschluss an anerkannten Weiterbildungsveranstaltungen im Mindestausmaß von vier Stunden in vier Jahren teilzunehmen.  

Die Durchführung des Bienengesundheitsprogramms erfolgt auch durch den Verein „Biene Österreich“ als Dachverband der österreichischen Imkerverbände, mit dem Unterschied, dass statt der verpflichtenden Betriebserhebung eine freiwillige Betriebsberatung durch nominierte, speziell ausgebildete Berater in Anspruch genommen werden kann.

Bei Interesse an einer Teilnahme am Bienengesundheitsprogramm erhalten Sie nähere Informationen in der Geschäftsstelle.