TIERARZNEIMITTEL

Die Abgabe von Tierarzneimitteln ist nach Maßgabe der Veterinär-Arzneispezialitäten-Anwendungsverordnung in folgenden Fällen möglich:

  • im Rahmen eines Krankheitsfalles zur Behandlung oder Weiterführung der Therapie (Nachbehandlung),
  • als medizinische Vorbeugemaßnahme gegen Erkrankungen von Tieren (Prophylaxe) und
  • im Rahmen eines Krankheitsfalles zur Behandlung weiterer vorher unauffälliger Tiere innerhalb derselben epidemiologischen Einheit, bei denen das Auftreten gleichartiger klinischer Erscheinungen zu erwarten ist (Metaphylaxe).

Erscheint der Einsatz von Tierarzneimitteln notwendig, hat der TGD-Betreuungstierarzt den Betrieb zu besuchen, die Diagnose zu stellen und gegebenenfalls entsprechend abzusichern und  die Therapie sowie erforderlichenfalls Maßnahmen der Prophylaxe oder Metaphylaxe festzulegen.

Die Abgabe, Anwendung und Rückgabe der Tierarzneimittel und die Wartezeit sind zu dokumentieren.

Für die Anwendung bestimmter Tierarzneimittel (Injektionspräparate, Euterinjektoren, Fütterungsarzneimittel) durch den Tierhalter, ist eine gesonderte Ausbildung erforderlich. 

Tierarzneimittel, die an Tierhalter abgegeben werden dürfen, werden durch KundmachungOpens external link in new window (Veterinär-Arzneispezialitäten Anwendungsverordnung 2010) in den „Amtlichen Veterinärnachrichten" hierfür freigegeben.

 - Handlungsplan im Rahmen der Metaphylaxe gem. §14 TGD-VO 2009

 

Übersicht und Bedeutung der verwendeten Abkürzungen: 

NE

Abgabemöglichkeit nicht eingeschränkt 

TGD

Abgabe im Rahmen des Tiergesundheitsdienstes (TGD) erlaubt 

TGD-AB

Abgabe ist im Rahmen des TGD nur auf Basis besonderer veterinärmedizinischer Erfordernisse gestattet und der Einsatz ist durch geeignete objektivierbare diagnostische Maßnahmen zu rechtfertigen. 

TGD/NE

Abgabe zur Herstellung von Fütterungsarzneimitteln nur im Rahmen des TGD erlaubt /Abgabemöglichkeit zur sonstigen peroralen Anwendung nicht eingeschränkt

Die Agabe von homöopathischen Tierarzneimittel an einen TGD-Betrieb ist möglich.

Die Abgabe an Nicht-TGD-Betriebe nur homöopathischen Arzneispezialitäten zur oralen und äußerlichen Verabreichung.

Die Dokumentationspflicht bei Abgabe/Anwendung von Homöopathika unterscheidet sich nicht von anderen Tierarzneimitteln!

Initiates file download- Homöopathische Tierarzneimittel

Initiates file download- Mengenstrom-Verordnung

 

 

FÜTTERUNGSARZNEIMITTEL

Initiates file download- Fütterungsarzneimittel

 

 

 

INFORMATIONEN ZUR RECHTSKONFORMEN TIERARZNEIMITTELANWENDUNG

Eine tierärztliche Behandlung und somit auch die Arzneimittelanwendung stehen in engem Zusammenhang mit den Vorgaben des Tierschutzgesetzes. Dieses sieht die Verpflichtung jedes Tierhalters vor, seine Tiere bei Krankheit und Verletzung unverzüglich ordnungsgemäß zu versorgen, erforderlichenfalls unter Heranziehen eines Tierarztes. Ein verspätetes Beiziehen (die Folgen der Erkrankung bzw. der Verletzung sind bereits fortgeschritten) eines Tierarztes stellt bereits eine Gesetzesüberschreitung des Tierhalters dar.

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