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Phänomen Haydn – crossover
Landesmuseum Burgenland: Wanderer zwischen Kulturen

Das Landesmuseum ist der Ort der Geschichte und der Lebenswelt, aber es ist auch ein Ort des „crossovers“, des Übergangs zwischen Gestern und Heute, zwischen dem historischen Westungarn und dem gegenwärtigen Burgenland, zwischen Ethnien und Kulturen. Haydn begegnet uns hier als ein Wanderer zwischen Welten, zwischen Hoher Kunst und Volkstraditionen. Die vielfältige Lebens- und Arbeitswelt wird anhand von Zeitgenossen Haydns illustriert.

Ausstellungsraum AULA

Die Aula des Landesmuseums Burgenland spannt mit ihren sehr unterschiedlichen
Exponaten einen weiten Bogen der Erinnerung an Joseph Haydn. Erreicht zurück in die Geschichte dieses Hauses und nähert sich den heutigen Spuren Haydns im Alltag.
Besucher stehen mit der so genannten „Älteren Haydnorgel“ einem imposanten
Herzstück dieses Museums gegenüber. Sie stand ursprünglich in der Eisenstädter Bergkirche. Vermutlich schrieb Haydn für dieses Instrument seine „Große Orgel-Solomesse“ und spielte bei deren Aufführung im Jahre 1768 selbst den Orgelpart.
Für eine der Eisenstädter Kirchen verfasste Joseph Haydn das „Alleluja“ in
G-Dur für gemischten Chor, Streicher und Orgel. Ursprünglich kaufte der jüdische
Weinhändler Sándor Wolf – in dessen früherem Haus sich heute dieses
Museum befindet – dieses Autograph an und stellte es in seiner Sammlung
aus. Über den Zweiten Weltkrieg in zwei Teile getrennt, kann die Notenhandschrift
hier erstmals wieder vereint präsentiert werden.

Großer Sonderausstellungsraum
Wandernde Melodien – Haydn und die Volksmusiken

Entgegen allen späteren Staats- und Landesgrenzen bildete Haydns Lebensraum
eine topografische Einheit. Die Residenzen seiner langjährigen Dienstherren, der Fürsten Esterházy, waren in ländlicher Umgebung gelegen. Das Miteinander unterschiedlicher Kulturen hatte Haydns musikalische Eindrücke aber schon von Kindheit an geprägt. Haydn war auf Schritt und Tritt mit der ländlichen Lebens- und Arbeitswelt und mit den musikalischen Ausdrucksformen der verschiedenen Volksgruppen konfrontiert:
Dass viele Themen Haydns Volksliedcharakter hatten, trug zweifellos schon
zu Lebzeiten zu seiner Popularität bei.
Eines der bekanntesten Beispiele ist sicherlich das „Kaiserlied“. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde von einzelnen Nationen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie der Anspruch erhoben, dass sich sein Ursprung in den eigenen Liedern finden ließe. Die ausgewählten Beispiele in diesem Raum zeigen eine wesentlich kompliziertere Entstehungsgeschichte dieses Motivs.

Erkersaal
Eisenstädter Lebenswelt zur Haydnzeit

In der königlich ungarischen Freistadt Eisenstadt lebten und wohnten zur Zeit Haydns rund 1.700 Einwohner. Sie gehörten unterschiedlichen sozialen Schichten an. Die Oberschicht der Bevölkerung bestand aus Adeligen, Beamten und Angehörigen der freien Berufe – dazu zählten z. B. Apotheker und fürstliche Beamte.
Die Mittelschicht setzte sich aus wenigen Kaufleuten sowie aus Handwerkern zusammen, diese wiesen aber beträchtliche Einkommensunterschiede auf. Während Schneider und Stiefelmacher wenig verdienten, gehörten etwa Weißgerber zu den wohlhabenden Bürgern. Am unteren Ende des sozialen Gefälles standen die Hauer und Taglöhner, die Knechte, Mägde und Bediensteten. Sie bildeten die größte Zahl der Erwerbstätigen der Stadt.
In diesem Ausstellungsabschnitt können Sie acht Menschen von unterschiedlicher
Herkunft und sozialem Stand begegnen. Wir kennen das Wenige ihres Lebens aus schriftlichen Quellen. Doch finden wir in ihnen einen Spiegel des täglichen Lebens, in seiner Geschäftigkeit, seiner Not, seiner Trauer und Freude. Mit einigen von ihnen pflegte Haydn auch persönliche Kontakte. Er erwies ihnen gerne kleine Freundschaftsdienste und bezeugte damit seine besondere Wertschätzung für diesen Bekanntenkreis.

Führungsangebote:

  • "Im Rythmus des 18. Jahrhunderts
    ..... und Haydn mittendrin"
     
  • „museum aktiv. Mitmachführung - Im Rhytmus des 18. Jahrhunderts“
    "Und eins, zwei, drei ........... vor und zurück"

     
  • Im Rhythmus des 18. Jahrhunderts - Wir spielen Haydn - Kinderworkshop