Die Wolf-Häuser. Heimat für das Wolf-Museum und das Landesmuseum
Der Häuserblock befand sich außerhalb des jüdischen Viertels. Besitzer von Nr. 223 war ein gewisser Moritz Schlesinger. Nr. 224 bis 227 gehörten der Familie Wolf, die die Häuser vor der Verlegung des Firmensitzes der Weinhandelsfirma in das nahe
gelegene Wertheimer-Haus (heute Österreichisches Jüdisches Museum in Eisenstadt) auch als Firmenzentrale, später in der Hauptsache für Wohnzwecke und die Unterbringung des von Sándor Wolf zusammengestellten und 26 Räume umfassenden Wolf- Museums nutzten (Letzteres befand sich in den Häusern Nr. 226 und 227). Die nur in den Häusern Nr. 224, 225 und 226 vorhandenen Keller, die im Laufe der Zeit durch Durchbrüche zu einer gemeinsamen Kellerei vereinigt worden waren, dienten bis zu den Vorbereitungen zum Neu- bzw. Umbau des Häuserblockes in den 1960er Jahren der Weinlagerung.
Bis 1976 bildeten die Häuser für sich selbstständige Gebäude. Sie gehörten verschiedenen Bauperioden an, wurden vermutlich durch Einzelkäufe erworben und hatten alle ein beträchtliches Alter. Der letzte bekannte Umbau vor der Errichtung des neuen Burgenländischen Landesmuseums in den 1960er und 1970er Jahren erfolgte 1920 durch Franz Schneider. Der Neu- bzw. Umbau zu einem für die damalige Zeit hochmodernen Landesmuseum wurde in den Jahren 1968 bis 1976 nach den Plänen der Architekten Hans Puchhammer und Günther Wawrik durchgeführt. Die drei Häuser mit den Plannummern 225 bis 227 mit ihrer schönen Fassade wurden saniert. Es blieb auch der Komplex mit den reizvollen Innenhöfen erhalten, der dem Besucher die typische Atmosphäre alter burgenländischer Bürgerhäuser vermittelt. Trotz des kompromisslosen Hinzufügens eines modernen Neubaus, der eine große zweigeschossige Ausstellungshalle, den Mosaikkeller und den Verwaltungstrakt umfasst, gelang es, den Ensemblecharakter durch Farbgebung und Abstimmung der Gebäudehöhen zu erhalten. Die gekonnte Verbindung von Altem und Modernem fand allgemein Zustimmung.
Am 30. März 2006 wurde das Landesmuseum Burgenland Neu eröffnet. 80 Jahre nach der Gründung und 30 Jahre nach der letzten Umgestaltung war es dringend notwendig geworden, das Haus und die Schausammlung auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen. Fluchtwege, Alarmanlage, Brandschutz, Beleuchtung, sanitäre Anlagen, behindertengerechter Zugang wurden den modernen Anforderungen angepasst und neben der Neugestaltung der Schausammlung auch eine Neugestaltung von Shop und Führungslinie und die Entwicklung attraktiver Präsentationsmethoden verwirklicht.
Das einzigartige Ambiente des Hauses ist aber erhalten geblieben und offenbart sich nicht zuletzt in den ehemaligen Wohn- und Bibliotheksräumen von Sándor Wolf, von denen einige noch weitgehend erhalten sind.

