Zur Hausgeschichte
Das Burgenländische Landesmuseum ist seit 1938/39 in dem Häuserblock, der von der Meierhofgasse, der Museumsgasse, dem Jerusalemplatz und der Sandor Wolfgasse begrenzt wird, untergebracht. Dieser Häuserblock gehörte viele Jahrzehnte lang jüdischen Eigentümern, befand sich aber außerhalb des beim Nachbargebäude beginnenden jüdischen Viertels.
Die Jüdische Gemeinde in Eisenstadt und die Weingroßhändlerfamilie Wolf, Besitzer von vier Häusern des Häuserblocks. Eine erste Judengemeinde erhielt 1388 die Ansiedlungserlaubnis. Das erste Ghetto, begrenzt von Hauptstraße, Esterházyplatz, Haydngasse und Weiglgasse wurde 1671 nach Ausweisung der Juden aufgegeben. Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung eines neuen Judenviertels beim Esterházyschen Meierhof, westlich vom Schlossgrund, genannt Unterberg. Es bildete bis 1938 als selbstständige Gemeinde ein Unikum in Europa. Eine der bedeutendsten und prominentesten Familien des jüdischen Viertels von Eisenstadt war die reiche Weinhändlerfamilie Wolf. Die Wurzeln der Familie reichen bis in die Wiener jüdische
Gemeinde zurück. In Eisenstadt ist erst der ca. 1718 verstorbene Benjamin Wolf Austerlitz greifbar, der höchstwahrscheinlich als Wiener Exulant vor 1690 über Nikolsburg nach Eisenstadt gekommen war und somit zu den Gründervätern der wiedererrichteten Gemeinde zählte. Sein Urenkel Joachim übernahm erstmals den ursprünglichen Vornamen Wolf zu seinem Familiennamen, sodass er als Stammvater (im engeren Sinn) der Familie Wolf bezeichnet werden kann. Er war 1790 auch Gründer der Weinhandlung Wolf, die im späten 19. und im 20. Jahrhundert als Weingroßhandlung Leopold Wolf’s Söhne bekannt war. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts kaufte die Firma Weine der Umgebung auf, exportierte nach Wien und Umgebung, dann nach Böhmen, Mähren, Österreichisch- und Preussisch-Schlesien, später nach Russisch-Polen und nach Süddeutschland. In den 1850er Jahren traten Adolf und Ignatz Wolf an die Seite ihres Vaters Leopold Wolf als Teilhaber in die Firma ein. Nach dessen Tod 1866 wurden die beiden Brüder Firmeninhaber. Als die Reblaus um 1880 die Weingärten Frankreichs vernichtete und Frankreich sich gezwungen sah, große Mengen an Wein einzuführen, deckte die Firma Wolf eine großen Teil dieses Bedarfs. 1885 erwarb die Firma die Wiener Weinhandlung Bauer, die zwar als eigenes Unternehmen weiter bestand, aber als Teilhaberfirma der Firma Leopold Wolf’s Söhne geführt wurde. Etwas später (1890) gründete die Firma eine Filiale in Fiume, die dalmatinische Weine in den Verkehr brachte und italienische Weine importierte. Nach dem Verbot der Aufzuckerung des Weines in Ungarn verlegte die Firma ihre Süßweinerzegung 1908 nach Ebenfurth. Ab 1901 waren die Firmeninhaber Ernst Wolf, Leopold Wolf und Alexander (Sándor) Wolf. Letzterer war Gründer des Wolf-Museums und Besitzer von vier der insgesamt fünf Häuser, in denen seit 1939 das heutige Landesmuseum untergebracht ist.
Gemeinde zurück. In Eisenstadt ist erst der ca. 1718 verstorbene Benjamin Wolf Austerlitz greifbar, der höchstwahrscheinlich als Wiener Exulant vor 1690 über Nikolsburg nach Eisenstadt gekommen war und somit zu den Gründervätern der wiedererrichteten Gemeinde zählte. Sein Urenkel Joachim übernahm erstmals den ursprünglichen Vornamen Wolf zu seinem Familiennamen, sodass er als Stammvater (im engeren Sinn) der Familie Wolf bezeichnet werden kann. Er war 1790 auch Gründer der Weinhandlung Wolf, die im späten 19. und im 20. Jahrhundert als Weingroßhandlung Leopold Wolf’s Söhne bekannt war. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts kaufte die Firma Weine der Umgebung auf, exportierte nach Wien und Umgebung, dann nach Böhmen, Mähren, Österreichisch- und Preussisch-Schlesien, später nach Russisch-Polen und nach Süddeutschland. In den 1850er Jahren traten Adolf und Ignatz Wolf an die Seite ihres Vaters Leopold Wolf als Teilhaber in die Firma ein. Nach dessen Tod 1866 wurden die beiden Brüder Firmeninhaber. Als die Reblaus um 1880 die Weingärten Frankreichs vernichtete und Frankreich sich gezwungen sah, große Mengen an Wein einzuführen, deckte die Firma Wolf eine großen Teil dieses Bedarfs. 1885 erwarb die Firma die Wiener Weinhandlung Bauer, die zwar als eigenes Unternehmen weiter bestand, aber als Teilhaberfirma der Firma Leopold Wolf’s Söhne geführt wurde. Etwas später (1890) gründete die Firma eine Filiale in Fiume, die dalmatinische Weine in den Verkehr brachte und italienische Weine importierte. Nach dem Verbot der Aufzuckerung des Weines in Ungarn verlegte die Firma ihre Süßweinerzegung 1908 nach Ebenfurth. Ab 1901 waren die Firmeninhaber Ernst Wolf, Leopold Wolf und Alexander (Sándor) Wolf. Letzterer war Gründer des Wolf-Museums und Besitzer von vier der insgesamt fünf Häuser, in denen seit 1939 das heutige Landesmuseum untergebracht ist.

