Ein multikultureller Landstrich: deutsch, kroatisch und ungarisch
Hellmut Andics anlässlich 25 Jahre Rabnitztaler Malerwochen/1995
Exemplarisch für die Szene sind die von Harro Pirch alljährlich veranstalteten Rabnitztaler Malerwochen. 1971 lud er einige seiner Freunde für einige Sommerwochen in sein Turmhaus. Dort sollten sie malen, zeichnen, töpfern, fotografieren, schreiben, ungestört vom äußeren Erfolgszwang, etwas abliefern zu müssen. Was ihnen gerade einfiel. Aus dem Einfall, sich ein gemeinsames Urlaubsvergnügen zu machen, wurde die Idee, Künstler verschiedenster Stilarten bis zur diametralen Gegensätzlichkeit nebeneinander arbeiten zu lassen. Keine Sommerakademie - hier wollte und will bis heute keiner den anderen etwas lehren. Kein Symposion, bei dem einer den anderen informieren wollte. Es fehlte von Anfang an jede Regelung des gegenteiligen Mitteilungsbedürfnisses, obwohl oft mehr geredet als gemalt wurde. Kommen und gehen, wann man will, und machen, was man will - ein sich selbst zum Dauerzustand organisierendes Chaos. Dass es ein fruchtbarer Dauerzustand war, zeigte die Ausbeute bei den Präsentationen zum alljährlichen Abschluss. Was so lange existiert, beweist allein schon durch die Existenz seinen Sinn.

