Die Schlacht von Mogersdorf/St. Gotthard und der Friede von Eisenburg/Vasvár 1664. Rahmenbedingungen, Akteure, Auswirkungen und Rezeption eines europäischen Ereignisses

Immer noch interessiert die Schlacht von Mogersdorf, wie das am Schlößlberg befindliche kleine Museum und die imposante, zwischen 1963 und 1964 von Ottokar Uhl errichtete Gedächtniskapelle belegen. Sowohl in Ungarn als auch in Kroatien und in Österreich, aber auch darüber hinaus gibt es eine lebendige, mit der Schlacht verbundene Erinnerungskultur. Auf Initiative des Landes Burgenland organisierten zur 350. Wiederkehr des Schlachtereignisses Karin Sperl (Burgenländisches Landesarchiv), Martin Scheutz (Institut für Geschichte der Universität Wien/Institut für Österreichische Geschichtsforschung) und Arno Strohmeyer (Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg) eine internationale Tagung am ehemaligen Schlachtort. Internationale Referentinnen und Referenten aus Deutschland, aus Italien, aus Österreich, aus der Türkei, aus Ungarn und aus den Vereinigten Staaten trafen nach langer Vorbereitungszeit im September 2014 am Ort der ehemaligen Auseinandersetzungen, aber auch am Friedensort Eisenburg/Vasvár zusammen.

Nicht nur die Schlacht selbst, deren Akteure (etwa der kaiserliche Feldmarschall Montecuccoli, der osmanische Großwesir Fazıl Ahmed Pascha) und der Friedensschluss, sondern auch eine vergleichende Betrachtungsweise der militärischen Organisationsstrukturen des „kaiserlichen“ Heeres und der osmanischen Truppenverbände wurden im Rahmen der Tagung eingenommen. Besonderes Augenmerk lenkte die Tagung auf die vielschichtige Erinnerungsgeschichte von Krieg wie Frieden 1664 und die zeitgenössische Wahrnehmung dieser Ereignisse in den damaligen Medien und in Selbstzeugnissen. Ein thematisch reicher und unterschiedlichen Forschungsansätzen verpflichteter Tagungsband ist das vorliegende Resultat dieser intensiven Diskussionen in Mogersdorf. Der Band verdeutlicht zudem, dass es nicht nur „eine“Interpretation der Ereignisse von 1664 gibt, sondern dass vor unterschiedlichen Zeithorizonten ganz verschiedene „Narrative“ gewählt wurden, um Schlacht und Friedensschluss in den politischen Kontext der jeweiligen Zeitgeschichte einzupassen.

Inhaltsverzeichnis

Karin Sperl, Martin Scheutz, Arno Strohmeyer (Hg.):
Die Schlacht von Mogersdorf/St. Gotthard und der Friede von Eisenburg/Vasvár 1664. Rahmenbedingungen, Akteure, Auswirkungen und Rezeption eines europäischen Ereignisses
Burgenländische Forschungen, Band 108
Eisenstadt 2016
ISBN 978-3-901517-80-8
erhältlich im Burgenländischen Landesarchiv unter ines.illedits@bgld.gv.at bzw. 057-600/2351