Netzwerk Kind Burgenland

Ziel und Nutzen von Frühen Hilfen
Familien brauchen Unterstützung, damit sie ihren Kindern gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen bereitstellen können. Sei es durch soziale Netzwerke (Familie, Freunde, Nachbarn, Bekannte etc.) oder durch Unterstützung und Hilfe von Fachleuten und Institutionen. Dies gilt insbesondere für Familien in belastenden Situationen. Hier setzen Frühe Hilfen an.  Frühe Hilfen werden auf regionaler und lokaler Ebene etabliert, sind multiprofessionell zusammengesetzt und unterstützen Eltern und Kinder in der frühen Kindheit.

„Frühe Hilfen“ zielen darauf ab, allen Kindern und Eltern Gesundheit zu ermöglichen. Frühe Hilfen helfen vor allem Familien mit höheren Belastungen und ermöglichen damit gleiche soziale und gesundheitliche Chancen für alle Familien und Kinder. Früh erkannt und rechtzeitig gegengesteuert kann individuelles Leid effizient vermindert werden und enorme Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen eingespart werden. Frühe Hilfen sind in anderen Ländern oder einzelnen Regionen seit Jahren erfolgreich etabliert und haben einen sehr hohen „Return on investment“.

Umsetzung im Burgenland

Am 14. Oktober 2015 fand in Eisenstadt die Auftaktveranstaltung für das Netzwerk Kind Nord statt, bei dem über 100 Interessierte anwesend waren. Neben Begrüßungsworten von LR Mag. Norbert Darabos und BGKK-Obmann Hartwig Roth informierte Dr. Sabine Haas über das Konzept der Frühen Hilfen und den Status Quo der Umsetzung in ganz Österreich. Prim. Dr. Hans Peter Wagentristl betonte in seinem Vortrag die Wichtigkeit der Frühen Hilfen und warum es ein System von Spezialisten für Menschen in schwierigen Lebensabschnitten braucht. Die Umsetzung der Frühen Hilfen im Burgenland in Form des „Netzwerk Kind“ wurde von Karina Wapp, M.A., Projektleiterin seitens des Landes Burgenland präsentiert, Mag. Thomas Eminger von der Volkshilfe Burgenland stellte das Team der Familienbegleitung vor.

LR Darabos betonte die Wichtigkeit der Frühen Hilfen und deren Nutzen: „Internationale Studien weisen auf ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis von Frühen Hilfen hin. In Deutschland wurde eine prospektive Kosten-Nutzen-Analyse zu Frühe Hilfen durchgeführt. Frühe Hilfen helfen die Folgekosten bei Vernachlässigung oder Misshandlung eines Kindes zu minimieren und leisten einen wesentlichen Beitrag, dass es gar nicht so weit kommt.“

Im Burgenland werden zwei regionale Frühe-Hilfen-Netzwerke („Netzwerk Kind Burgenland“) aufgebaut. Ab 15. Oktober 2015 nahm das Netzwerk Kind Nord in den Bezirken Neusiedl/See, Eisenstadt-Umgebung, Mattersburg und Oberpullendorf die Arbeit auf, die Umsetzung im Netzwerk Kind Süd in den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf startete mit der Auftaktveranstaltung am 21. April 2016 im Krankenhaus Oberwart.

Die Netzwerke, in denen alle Angebote für Familien und Kleinkinder integriert sein sollen, dienen der bedarfsgerechten Unterstützung von Familien in belastenden Situationen (indiziertes Angebot). Kern ist ein regionales Netzwerk, das als multiprofessionelles Unterstützungssystem mit koordinierten vielfältigen Angeboten für Eltern und Kinder in der Lebensphase der frühen Kindheit fungiert. Bezüglich der funktionierenden Vernetzung braucht es die Aufgabe des Netzwerk-Managements mit Verantwortung für den Aufbau der Kooperationen sowie für die kontinuierliche Pflege des Netzwerks. Das Zentrum der vertiefenden Unterstützung stellt die Familienbegleitung über einen längeren Zeitraum in Kooperation mit einer Vielfalt von vernetzten Angeboten, die bedarfsorientiert eingesetzt werden, dar. Die Familienbegleitung im Netzwerk Kind Burgenland wird von einem eigens geschulten, interdisziplinären Team der Volkshilfe Burgenland organisiert. Maßnahmen zur Vernetzung von Angeboten, niederschwelliger Zugang durch aufsuchende Angebote und die Stärkung der Familien zur Selbsthilfe sind zentrale Eckpunkte von Frühe-Hilfen-Netzwerken.

Was passiert konkret im Rahmen des Angebots?
Am Beginn steht der persönliche Erstkontakt durch die Familienbegleiter/innen mit der Familie, der einer gelingenden Beziehungsaufnahme und der Abklärung der familiären und persönlichen Situation (Ressourcen wie Belastungen) dient. Der Kontakt zu den Familien erfolgt aktiv und bedarfsgerecht, Frequenz und Gestaltung werden an Situation und Wunsch der Familien angepasst. Im Bedarfsfall werden neben der Betreuung durch die Familienbegleiter/in spezifische Angebote aus dem Multiprofessionellen Netzwerk vermittelt.

Fakten zum Projekt:

Netzwerk Kind unterstützt
Das Leben mit einem Kind bringt viel Freude, kann manchmal aber auch verunsichern und über-fordern. Die Familienbegleitung des Netzwerk Kind berät bei vielen Fragen, zum Beispiel wenn

  • In der Schwangerschaft unerwartete Veränderungen auftreten
  • Wenig Unterstützung vom Partner oder auch der Partnerin und im familiären Umfeld da ist
  • Das Kind mehr Aufmerksamkeit braucht, als sie geben können
  • Das Geld nicht mehr reicht
  • Es einem Familienmitglied psychisch schlecht geht
  • Das tägliche Zusammenleben in der Familie schwierig ist

Die richtige Hilfe finden
Eine persönliche Betreuung durch speziell ausgebildete Fachkräfte kann ich schwierigen Situationen entlasten und unterstützen. Netzwerk Kind hilft Ihnen und Ihrer Familie kostenlos dabei, die richtige Unterstützung zu bekommen: von persönlicher Beratung über Begleitung bei Behördenwegen bis hin zu Anleitung und Unterstützung bei Pflege, Versorgung und Erziehung Ihres Kindes. Die Arbeit vom Netzwerk Kind endet aber nicht mit der Vermittlung von Unterstützungsleistungen. Wir stehen Ihnen auch danach unterstützend zur Seite und begleiten Sie weiterhin.

Einfach melden
Für Fragen und persönliche Termine:

Servicestelle Netzwerk Kind
netzwerkkind@bgkk.at
HOTLINE:
02682/608-5700

Wir beraten Sie gerne kostenlos bei sich zu Hause.
Alle Informationen werden absolut vertraulich behandelt.

Downloads:

1. Netzwerktreffen

Im Zuge des gemeinsamen Projektes von Land und BGKK  „Netzwerk Kind – Frühe Hilfen“ fand am 16. November 2016  im Vinatrium in Deutschkreutz das 1. Netzwerktreffen statt.

Netzwerk Kind bietet Familien in schwierigen Lebenssituationen bedarfsgerechte Unterstützung und vermittelt spezifische Angebote aus dem regionalen Netzwerk.

Unter dem Motto "Gemeinsam an einem Strang ziehen - statt Konkurrenzdenken" konnten beim Vernetzungstreffen Kontakte geknüpft und so neue Netzwerkpartner gewonnen werden. Bei den eigens dafür vorbereiteten Workshops kam es zu einem interessanten Erfahrungs- und Informationsaustausch aus der Praxis, der auch gezeigt hat, wie wichtig solche Veranstaltungen in Hinsicht auf eine interdisziplinäre und  wertschätzende Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes sind.

Workshopthemen:
1) Frühe Hilfen – Gemeinsam für mehr Gerechtigkeit
2) Betreuungskontinuität durch Familienbegleitung
3) Netzwerk für bedürfnisgerechte Unterstützung
4) Familiensysteme im Wandel der Zeit

Aufgrund der vielen positiven Feedbacks ist ein weiteres Netzwerktreffen mit allen Netzwerkpartnern geplant.

Bilder vom Netzwerktreffen zum Download: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25

Bildtext: v.l. Mag. Thomas Eminger (GF Volkshilfe Burgenland), LR Mag. Norbert Darabos, Hartwig Roth (Obmann der BGKK)

Bildtext: v.l. Prim. Dr. Hans Peter Wagentristl (KH der Barmherzigen Brüder Eisenstadt), Dr. Sabine Haas (Nationales Zentrum Frühe Hilfen), Mama und Kind (Name unbekannt), Karina Wapp, M.A. (Land Burgenland), Mag. Thomas Eminger (GF Volkshilfe Burgenland)