Finanzlage Burgenland
Stabilität sichern. Schulden abbauen. In die Menschen investieren.
Das Burgenland hat in den vergangenen Jahren viel investiert – nicht in Prestige, sondern in Lebensqualität, Gesundheit, Pflege und Infrastruktur. Gleichzeitig sind die Finanzschulden von 2019 bis 2025 langsamer gestiegen als in jedem anderen Bundesland. Nach der Investitionsphase folgt jetzt der nächste Schritt: Sparen, wo es möglich ist; weiter investieren, wo es nötig ist.
1. Ausgangspunkt: Die Finanzlage vollständig beurteilen
- Das Burgenland hat in den vergangenen Jahren viel investiert. Nicht in Prestige, sondern in Lebensqualität, in Gesundheit, Pflege und Infrastruktur – in Daseinsvorsorge. Das war eine bewusste politische Entscheidung.
- Gleichzeitig waren diese Jahre von unvorhersehbaren Krisen geprägt, die allen Bundesländern zu schaffen gemacht haben: Corona, Ukraine-Krieg, Energiekrise, massive Teuerung, Jahrhunderthochwasser und steigende Gesundheitskosten.
- Zusätzlich hat das Land Versäumnisse früherer Bundesregierungen so gut es geht kompensiert – Stichwort Inflation und Rezession – und Gemeinden sowie Familien in außergewöhnlichen Belastungssituationen unterstützt.
- Trotz dieser Investitionen und Krisen sind die Finanzschulden (gemäß Anlage 6 C / VRV 2015) langsamer gewachsen als in jedem anderen Bundesland. Von 2019 bis 2025 stiegen sie im Burgenland um 10,6 Prozent – der mit Abstand niedrigste Wert aller neun Bundesländer.
- 2026 hat das Burgenland ein eigenes Haushaltsstabiltätsgesetz mit einer Schuldenbremse vereinbart. Auf dieser Basis werden Darlehen getilgt. Von der Schuldenobergrenze ist Gesundheit bewusst ausgenommen. Es gilt: „Sparen, wo es möglich ist. Investieren, wo es nötig ist.”
Kennzahlen Land Burgenland: “Wir haben solide Finanzen”
Rechnungsabschluss 2025:
| Kennzahl | Stand / Aussage |
|---|---|
| Nettofinanzierungssaldo 2025 | 39 Mio. € besser als im Nachtragsvoranschlag |
| Operativer Geldfluss 2025 (Saldo 1) | +42,6 Mio. € (Rechnungsabschluss 2025) |
| Sachaufwand seit 2022 | rund -24 % auf 112 Mio. € |
| Finanzschulden 2019–2025 (gemäß VRV 2015/6C) | Burgenland +10,6 % – geringster Anstieg aller Bundesländer |
| Finanzschulden 2025 pro Kopf | 3.182 € (gemäß VRV 2015/6C) |
| Gesetzliche Schuldenbremse (ab 2027) | 600 Mio. € (Gesundheit ausgenommen) |
| Darlehen zurückbezahlt (Stand August 2026) | rd. 105,7 Mio. € |
| Neuer Darlehensstand (Stand August 2026) | rd. 553 Mio. € |
Kernbotschaft
Im Burgenland wurde in außergewöhnlichen Jahren außergewöhnlich viel investiert. Es wurden Werte geschaffen, Kliniken gebaut, die Pflege gesichert. Gleichzeitig sind die Kennzahlen des Landes stabil, die Finanzschulden sind laut VRV 2015/ Anlage 6C weniger stark gestiegen als in jedem anderen Bundesland.
2. Zum Bericht des Burgenländischen Landes-Rechnungshofes
Bei einer rückblickenden Betrachtung fehlen aus Sicht des Landes wesentliche Elemente für eine vollständige Beurteilung der heutigen Finanzlage:
- Im Prüfzeitraum (2020 – 2026) ist sehr viel passiert. Das Burgenland hat wie kaum ein anderes Bundesland auf internationale Krisen und auf Versäumnisse des Bundes reagiert.
- Es muss auch gefragt werden: Was steht den Verbindlichkeiten gegenüber? Reale, bilanzierte Vermögenswerte und Infrastruktur, die für die Menschen geschaffen wurde.
- Der Rechnungshof blickt zurück, die Schuldenbremse wirkt nach vorne: Eine rückblickende Prüfung bildet nicht vollständig ab, was inzwischen beschlossen und umgesetzt wurde: gesetzliche Schuldenbremse, Schuldenobergrenze, Ausgabenbremse und konkrete Tilgungen.
Kernbotschaft
Aus den Zahlen eines rückblickenden Prüfberichts folgt keine vollständige Beurteilung der heutigen Finanzlage. Ergebnis, tatsächliche Geldflüsse, Verbindlichkeiten, Vermögen und der inzwischen eingeschlagene Stabilisierungskurs müssen gemeinsam betrachtet werden.
2.1 „Knapp 1 Mrd. Euro Verlust“: Ergebnis- und Finanzierungshaushalt sauber unterscheiden
Der Begriff “Verlust” ist irreführend, da die Mittel nachhaltig in öffentliche Leistungen investiert und damit Werte geschaffen wurden.
Wenn der Begriff „Verlust“ verwendet wird, muss auch gefragt werden: Wie sieht dieser Wert in anderen Bundesländern aus? Warum vergleichen andere Landes-Rechnungshöfe nicht in dieser Form?
Erebnis- und Finanzierungshaushalt bilden unterschiedliche Datenlagen ab:
Der vom Landes-Rechnungshof betrachtete Ergebnishaushalt (2020-2026) kann nicht so behandelt werden, als würde er allein die gesamte finanzielle Situation des Landes beschreiben.
- Der Ergebnishaushalt stellt Erträge und Aufwendungen gegenüber. Darin enthalten sind auch buchhalterische Größen wie Abschreibungen, Rückstellungen und andere Aufwendungen, die wirtschaftlich diesem Jahr zugerechnet werden. Diese bedeuten nicht automatisch, dass in diesem Jahr tatsächlich Geld in gleicher Höhe ausgegeben wurde. Das Ergebnis wird eben durch nicht unmittelbar zahlungswirksame Vorgänge beeinflusst.
- Deshalb ist ein negatives Nettoergebnis von rund 1 Mrd. Euro nicht mit 1 Mrd. Euro Geldabfluss oder einer Neuverschuldung in derselben Höhe gleichzusetzen.
- Umgekehrt gilt bei Investitionen: Wird heute ein Gebäude errichtet, fließt dafür tatsächlich Geld ab. Im Ergebnishaushalt wird der entstandene Vermögenswert aber nicht im selben Jahr vollständig als Aufwand verbucht, sondern über seine Nutzungsdauer abgeschrieben.
- Gleichzeitig werden Darlehensrückzahlungen im Ergebnishaushalt nicht abgebildet. Auch deshalb bildet diese eine Kennzahl aus Sicht des Landes die finanzielle Entwicklung nicht vollständig ab.
Die Landesregierung betrachtet daher insbesondere den Finanzierungshaushalt. Vereinfacht gesagt zeigt dieser, wie viel Geld tatsächlich eingegangen ist und ausgezahlt wurde.
Und hier ergibt sich für 2020 bis 2026 ein völlig anderes Bild: Hier stehen wir nicht bei 1 Mrd. € “Verlust”, sondern bei rd. 386 Mio. € bzw. rd. 317 Mio. € Abgang, je nach Saldo:
- Der Nettofinanzierungs-Saldo im Betrachtungszeitraum 2020 bis 2026 ergibt
386.093.267,86 Euro.- Damit liegt das Burgenland bei einer Pro-Kopf-Betrachtung im guten Mittelfeld.
- Der Saldo 5 im selben Betrachtungszeitraum (erweitert um Einzahlung/Auszahlung Darlehen)
beträgt 317.496.387,53 Euro.
| Betrachtung | Was wird abgebildet? | Kernaussage |
|---|---|---|
| Ergebnishaushalt | Erträge und Aufwendungen; auch Abschreibungen und Rückstellungen | Wie haben sich Nettoergebnis und Ressourcenverbrauch entwickelt? |
| Finanzierungshaushalt | Tatsächliche Ein- und Auszahlungen | Wie haben sich die tatsächlichen Geldflüsse entwickelt? |
| Gesamtbeurteilung | Geldflüsse + Schulden + Vermögen + Stabilisierungskurs | Erst die Zusammenschau ergibt ein vollständiges Bild. |
Ein Ergebnishaushalt ist nicht dasselbe wie ein Kontoauszug. Wer die finanzielle Lage insgesamt beurteilt, muss auch betrachten, welche Werte den Verbindlichkeiten gegenüberstehen und welchen Stabilisierungskurs wir inzwischen umgesetzt haben. Das Land nimmt den Finanzierungshaushalt als vergleichbare Größe her.
3. Werte und Vermögen: Was steht den Verbindlichkeiten gegenüber?
Genau hier setzt die vollständige Betrachtung an: Wenn im Ergebnishaushalt Abschreibungen auf Vermögen auf die Nutzungsdauer gerechnet berücksichtigt werden, muss in der politischen Gesamtbetrachtung auch die andere Seite sichtbar gemacht werden.
- Welches Vermögen gibt es überhaupt? Welche Werte wurden geschaffen?
- Wofür wurde investiert?
- Welche Infrastruktur steht den Menschen heute zur Verfügung?
10 Entscheidungen, die das Burgenland seit 2020 stärker gemacht haben:
- Gesundheit ausgebaut statt abgebaut: neue Klinik Oberwart, Absicherung der fünf Klinikstandorte und Neubau Gols; Gesundheit Burgenland: 2025 rund 35.000 stationäre und 183.000 ambulante Patienten, 20.500 Operationen;
- Pflege neu aufgestellt: Anstellungsmodell für bislang insg. 797 pflegende Angehörige; Aufbau von 71 Pflegestützpunkten bis 2029; acht bereits in Betrieb, 15 bis Ende 2026;
- Öffentlicher Verkehr flächendeckend ausgebaut: VBB und BAST mit 1,8 Mio. Fahrgästen und 97 Buslinien 2025.
- Energieunabhängigkeit vorangetrieben: Es ist gelungen, die Energieunabhängigkeit von 50 Prozent auf rund 75 Prozent zu erhöhen seit 2021; Ziel: energieunabhängig, energiesicher und klimaneutral bis 2030.
- Wirtschaft und Arbeitsplätze gestärkt: 18,7 Mio. Euro Wirtschaftsförderung lösten 2025 118,3 Mio. Euro Investitionen aus; 4.393 Arbeitsplätze gesichert, 303 neu geschaffen.
- Bildungschancen verbessert: Gratiskindergarten seit 2019; seit 2020 rund 15 Mio. Euro für Englisch in Volksschulen, seit 2023 rund 6 Mio. Euro für kostenlose Nachhilfe.
- Kultur in allen Bezirken abgesichert: KUZ Mattersburg und Güssing generalsaniert, Tabor als KUZ ausgebaut, Neusiedl in Planung; künftig ein Kulturzentrum in jedem Bezirk. Dazu Friedensburg Schlaining, Synagogen Schlaining und Kobersdorf sowie Volksgruppenhaus als Werte, die bleiben.
- Tourismus auf Rekordkurs gebracht:3,38 Mio. Nächtigungen 2025 – neuer Rekord nach bereits 3,29 Mio. im Jahr 2024.
- Mindestlohn eingeführt: seit 2020 burgenländischer Mindestlohn im Einflussbereich des Landes – begonnen mit 1.700 Euro netto, inzwischen auf rund 2.400 Euro netto weiterentwickelt.
- Finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinden gesichert: Exklusive Bundesmittel und Sozialhilfeleistungen wurden allein im Jahr 2025 rd. 94 Mio. Euro an Gemeinden ausbezahlt.
4. Was ist für dieses Geld konkret entstanden?
Transparenz bedeutet, klar vorzulegen, was investiert wurde. Dabei soll gefragt werden: „Wie viel wurde ausgegeben?“, aber auch: „Was ist dafür entstanden, worin wurde investiert?“
Von 2020 bis 2025 inklusive LVA 2026 wurden rund 3,064 Milliarden Euro für zentrale Leistungen, Investitionen und Unterstützungen alleine seitens des Landes eingesetzt.
| # | Bereich | Was bei den Menschen konkret ankommt | Betrag |
|---|---|---|---|
| 1 | Beste medizinische Versorgung | Krankenanstalten; neue Klinik Oberwart; Herzchirurgie; 5-Spitäler-Garantie; Notarzthubschrauber; Ausbau medizinischer Versorgung | 1.370,9 Mio. € |
| 2 | Pflege und soziale Dienste | 71 Pflegestützpunkte; Anstellungsmodell für betreuende Angehörige; Altenwohn- und Pflegeheime; Qualitätssicherung; Behindertenhilfe | 129,9 Mio. € |
| 3 | Starke Gemeinden | Landesbedarfszuweisungen; Sonderprojekte; Unterstützung kommunaler Haushalte; PEBHaftungen | 251,7 Mio. € |
| 4 | Neue Mobilität | VBB; BAST; Ausbau Busangebot; bessere Erreichbarkeit im ländlichen Raum | 271,1 Mio. € |
| 5 | Energie, Klima, Natur | Raus aus Öl; Photovoltaik; Windenergie; Energieautarkie; E-Mobilität; Natur- und Landschaftsschutz | 230,1 Mio. € |
| 6 | Breitband und Digital | Glasfaser- und Breitbandinfrastruktur; Digital Burgenland | 5,7 Mio. € |
| 7 | Leistbares Leben | Handwerkerbonus; Sozial- und Klimafonds; Wohnbeihilfe; Schulstartgeld; Mittagessenförderung; (WBF) Wohnbauförderung | 463,6 Mio. € |
| 8 | Familien und Kinder | Gratiskindergarten/-krippe; Ausbau Betreuung; Förderung Personal; Unterstützung Gemeinden | 274,6 Mio. € |
| 9 | Katastrophenhilfe | Hochwasser-, Unwetter- und sonstige Katastrophenschäden; Hilfen für Betroffene und Gemeinden | 41,2 Mio. € |
| 10 | Altlastenabbau | Abbau/Beendigung Swap-Geschäfte; Bereinigung Altlasten; Reduktion langfristiger Risiken | 25,7 Mio. € |
Summe 2020–2026
Rund 3,064 Mrd. Euro für zentrale Leistungen, Investitionen und Unterstützungen seitens des Landes.
Krisen gehören in jede ehrliche Rechnung:
- Corona. Ukraine. Energiekrise. Hochwasser. Zusätzliche Gemeindehilfen. Inflation. Rezession. Teuerung.
- 2022 wurde etwa mit dem Sozial- und Klimafonds früh ein einzigartiges Entlastungsmodell in der Teuerungswelle geschaffen, das heute zahlreiche Unterstützungen für Wohnen, Energie und Familien bündelt.
- Diese Ausgaben waren keine Prestigeprojekte und keine Ausgaben, die sich jemand politisch ausgedacht hat, weil gerade Geld übrig war. Das waren Antworten auf reale Krisen. Und auch daran bemisst sich politische Verantwortung.
- Wenn etwas passiert, können sich die Menschen nicht aussuchen, ob es ins Landesbudget passt. Sie müssen darauf vertrauen können, dass ihr Land da ist.
- Ein Jahrhunderthochwasser kann man nicht mit dem Hinweis beantworten, dass es im Budget gerade nicht vorgesehen war. Wenn Menschen ihr Zuhause verlieren, muss ein Land helfen.
5. Bundesländervergleich: investiert – und Schulden trotzdem am wenigsten ausgeweitet
Das Land hat investiert. Der Vergleich (gemäß VRV 2015 / 6C) zeigt: Die Finanzschulden des Burgenlands sind von 2019 bis 2025 trotz Investitionen mit 10,6 Prozent im Bundesländervergleich mit Abstand am wenigsten gestiegen. Auch der Finanzschuldenstand pro Kopf mit Ende 2025 zeigt mit 3.182 Euro pro Einwohner ein stabiles Ergebnis, hier liegt das Burgenland im guten Mittelfeld.
Kernbotschaft
Das Burgenland hat seine Finanzschulden seit 2019 (gemäß VRV 2015 / 6C) mit Abstand am wenigsten ausgeweitet – trotz hoher Investitionen in Daseinsvorsorge und Infrastruktur. Auch der Schuldenstand pro Einwohner mit Ende 2025 zeigt ein stabiles Bild, das Burgenland liegt hier auf Platz 4.
6. Investieren, dann stabilisieren: das finanzpolitische Modell
In den vergangenen Jahren wurde nachhaltig investiert, auch antizyklisch. Andere Bundesländer haben Kliniken geschlossen, während im Burgenland die neue Klinik Oberwart eröffnet wurde und Gols in Planung ist. Jetzt wird stabilisiert. Das ist der Kern der burgenländischen Finanzpolitik und des Haushaltsstabilitätsgesetzes.
6.1 Vorhandenes Vermögen nutzen statt neue Kredite aufnehmen
Bestes Beispiel sind die Wohnbauförderungsdarlehen. Das Modell beginnt mit einer begünstigten Rückzahlungsmöglichkeit für die Darlehensnehmerinnen und Darlehensnehmer selbst. Der finanzielle Vorteil kommt damit zunächst den Häuslbauern zugute.
- Geplante Gesamterlöse 2026/2027: rund 750 Mio. Euro.
- Bis 30. Juni 2026 bereits rund 305 Mio. Euro kumulierter Verkaufserlös laut Budgetvollzug.
| Vorgesehene Mittelverwendung | Betrag |
|---|---|
| Spitäler | 400 Mio. € |
| Infrastruktur | 100 Mio. € |
| Renaturierung und Hochwasserschutz | 50 Mio. € |
| Schuldentilgung | 200 Mio. € |
Politische Einordnung
Es wird nicht Vermögen verkauft, um laufende Löcher zu stopfen. Es wird Vermögen aktiviert, um Schulden abzubauen, Zinsen zu sparen und gleichzeitig notwendige Zukunftsinvestitionen zu finanzieren.
6.2 Die Landesregierung hat sich für eine Schuldenbremse entschieden
- Nicht der Bund hat sie vorgeschrieben. Nicht der Rechnungshof. Die Landesregierung selbst hatentschieden, dass es eine klare Obergrenze geben muss.
- Gesetzliche Schuldenobergrenze: 600 Mio. Euro (Gesundheit ausgenommen)
- Ausgabenbremse und langfristiger Stabilitätspfad.
- Ziel: rund 200 Mio. Euro Schuldenabbau bis 2027.
- 2026 wurden laut aktuellem Stand bereits rund 105,7 Mio. Euro an Darlehen getilgt. Weitere Rückzahlungen sind in Planung.
Kernbotschaft
Das Land Burgenland baut Schulden ab und spart dabei Zinsen.
6.3 Sparen dort, wo es möglich ist.
- Sachaufwand seit 2022: rund minus 24 Prozent
- Laufende Kosten werden reduziert (Aufnahmestopp bei Personal, mit begründeten Ausnahmen)
- Organisationsstrukturen werden effizienter
- Es wird nicht dort gespart, wo die Menschen auf das Land angewiesen sind. Es wird weiter dortinvestiert, wo es nötig ist.
- Gesundheit ist bewusst von der Schuldenbremse ausgenommen. Das ist keine Schwäche der Schuldenbremse, sondern eine politische Priorität.
7. Landesholding: Es wurden Werte geschaffen
Die Landesholding Burgenland muss mitbetrachtet werden, wenn über die Finanzlage des Landes gesprochen wird. Sie ist ein wesentliches Instrument des Landes, um Daseinsvorsorge sicherzustellen, öffentliche Leistungen anzubieten und strategisch wichtige Investitionen dort zu ermöglichen, wo der Markt Leistungen nicht oder nicht in ausreichendem Maß bereitstellt.
- Im Mittelpunkt steht ein klares Ziel: die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Burgenländerinnen und Burgenländer in allen Regionen gut und sicher leben können.
- Dabei muss zwischen den unterschiedlichen Aufgabenbereichen der Holding differenziert werden.
- In Bereichen wie Gesundheit und Pflege, die gemeinnützig ausgerichtet sind, geht es nicht um Gewinne. Hier geht es um verlässliche Versorgung, langfristig abgesicherte Arbeitsplätze und Lebensqualität. Auch diese Bereiche sind selbstverständlich angehalten, ihre Aufgaben so effizient und wirtschaftlich wie möglich zu erfüllen.
- Andere Unternehmensbereiche der Holding sind klar gewinnorientiert ausgerichtet und sollen entsprechende wirtschaftliche Erträge erwirtschaften.
- Gerade deshalb greift eine Betrachtung der Landesholding allein anhand ihrer Verbindlichkeiten zu kurz. Den Verbindlichkeiten stehen reale, bilanzierte Vermögenswerte gegenüber.
- Der Geschäftsbericht der Landesholding legt die wirtschaftliche Entwicklung und Vermögenssituation jährlich transparent offen. Die Bilanz der Landesholding und ihrer Gesellschaften erfolgt konsolidiert und übersichtlich – damit agiert das Burgenland vorbildlich im Ländervergleich.
- Investitionen in ein Krankenhaus, einen Pflegestützpunkt, eine Landesberufsschule, ein Kulturzentrum oder ein Volksgruppenhaus sind kein „konsumierter Euro“. Es entstehen Gebäude, Infrastruktur und Einrichtungen, die einen dauerhaften Wert darstellen und den Menschen über viele Jahre zur Verfügung stehen.
Bilanzsummen per Ende 2025:
- Bilanzsumme Land per 31.12.2025: 2,4 Mrd. Euro
- Bilanzsumme Holding per 31.12.2025: 3,97 Mrd. Euro
- In Summe: 6,27 Mrd. Euro
Pro-Kopf-Gegenrechung (Land und Holding):
| Gegenrechnung pro Einwohner | Wert |
|---|---|
| Vermögenswerte | rund 21.233 € |
| Verschuldung (Land und LHB) | rund 6.344 € (laut Statistik Austria) |
| Verhältnis | Vermögen ist rund 3,5-mal so hoch wie die Pro-Kopf-Verschuldung |
Anschaulicher Vergleich
Wenn jemand sagt: Dieser Mensch hat 200.000 Euro Wohnkredit – aber verschweigt, dass ihm ein Haus im Wert von 500.000 Euro gehört, dann ist das keine seriöse Beschreibung seiner finanziellen Lage. Genauso wenig funktioniert es bei einem Land.
7.1 Wirtschaftspolitik: dort einspringen, wo Private nicht liefern
- Das Land greift ein, wo strategische Betriebe und Arbeitsplätze gefährdet sind – dort, wo es Sinn macht.
- Ziel ist: Standorte sichern, Arbeitsplätze erhalten, Unternehmen stabilisieren und Werte aufbauen.
- Wenn möglich, werden Beteiligungen nach erfolgreicher Sanierung wieder abgegeben – Beispiel Sanochemia.
7.2 Daseinsvorsorge ist kein Geschäftsmodell
- Es gibt Bereiche, in denen Gewinn ein richtiger Maßstab ist. Und es gibt Bereiche, in denen Gewinn nicht der politische Zweck sein kann.
- Das politische Ziel eines Krankenhauses lautet nicht: „Wie viel Gewinn haben wir gemacht?“ Sondern: „Wurde der Patient gut behandelt?“
- Das Ziel eines Pflegeheimes lautet nicht: „Wie hoch ist die Rendite?“ Sondern: „Wird die Großmutter gut gepflegt – unabhängig davon, wie viel Geld ihre Familie hat?“
- Natürlich müssen auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen effizient sein. Aber Gesundheit und Pflege werden nicht dadurch erfolgreich, dass sie möglichst viel Gewinn abwerfen. Sie sind erfolgreich, wenn sie für die Menschen funktionieren.
- Wenn jemand einen Schlaganfall bekommt, zählt jede Minute. Dann muss die beste medizinische Versorgung verfügbar sein – nicht nur für jemanden, der sich eine Privatklinik leisten kann.
- Wenn ein älterer Mensch pflegebedürftig wird, muss eine gute Betreuung möglich sein – nicht nur für eine Familie, die sich mehrere tausend Euro im Monat leisten kann.
- Unsere politische Aufgabe ist nicht, Angebote nur für jene sicherzustellen, die sie sich ohnehin leisten können. Unsere Aufgabe ist: gute Versorgung für alle.
Die Landesholding erwirtschaftet nachhaltige Gewinne und baut öffentliche Infrastruktur konsequent aus. Das zeigen die Zahlen aus dem Geschäftsbericht 2025:
Es wird investiert, nicht konsumiert:
- 413 Mio. € in Sachanlagen 2025 investiert
Das Eigenkapital wächst:
- 257 Mio. € Eigenkapital des Konzerns
- 729 Mio. € erweitertes Eigenkapital (+ 84 % seit 2016)
Vermögen, das dem Land und den Menschen gehört:
- 2,838 Mrd. € Anlagevermögen
- 2,131 Mrd. € Finanzverbindlichkeiten netto
- + 706 Mio. € Vermögensüberhang (+151 Mio. € gegenüber Vorjahr)
Der Konzern arbeitet profitabel:
- 39,7 Mio. € Jahresüberschuss 2025
8. Vertrauen durch Ergebnisse
Die Menschen können die Landesregierung an Ergebnissen messen; Was versprochen wurde, wurde auch gehalten: Gratiskindergarten, Mindestlohn im Landedienst und im landesnahen Bereich, eine 5-Spitäler-Garantie, neue Klinik Oberwart, Klinik Gols in Planung, Ausbau der Pflege, Anstellung pflegender und betreuender Angehöriger, Ausbau des öffentlichen Verkehrs und vieles mehr.
Jetzt stehen Haushaltsstablisierung und Schuldenabbau ganz oben auf der Agenda. Auch daran kann die Landesregierung gemessen werden – an der versprochenen Schuldenbremse, an der 600 - Millionen Euro – Obergrenze, daran, dass die Menschen im Land davon profitieren.
Vertrauen
Vertrauen heißt: sagen, was man tut – und tun, was man gesagt hat.
9. Ausblick bis zum nächsten Finanzausgleich
Die finanzpolitische Linie des Burgenlandes verbindet drei Ziele: den laufenden Haushalt stabilisieren, Schulden strukturell abbauen und gleichzeitig jene Investitionen absichern, die Versorgung und Lebensqualität langfristig gewährleisten.
| Zeithorizont | Finanzpolitische Linie |
|---|---|
| Kurzfristig | Haushaltsstabilitätsgesetz umsetzen und Tilgungspfad fortführen. |
| Mittelfristig | Investitionen auf Gesundheit, Pflege, Energie, Mobilität, Gemeinden und demografisch notwendige Infrastruktur konzentrieren. |
| Bis zum FAG 2028 | Auf eine auskömmliche Aufgabenfinanzierung drängen. Länder und Gemeinden tragen wachsende Aufgaben in Gesundheit, Pflege und Daseinsvorsorge; die Finanzierung muss dieser Aufgabenverteilung Rechnung tragen. Gesundheit: Geld soll Leistung folgen. |
| Ziel 2030 | Nulldefizit laut Zukunftsplan. |
10. Schluss / Conclusio
Finanzdebatten sind wichtig. Aber sie müssen ehrlich, offen, fair und vollständig geführt werden. Das Burgenland steht solide da, das zeigen die Zahlen.
Am Ende geht es gerade bei dieser Finanzdebatte um mehr. Es geht auch darum:
- ob der Schlaganfallpatient rechtzeitig behandelt wird,
- ob die Großmutter gut gepflegt wird,
- ob Eltern einen Kinderbetreuungsplatz bekommen,
- ob die Feuerwehr funktioniert,
- ob die Gemeinde investieren kann,
- ob man auch am Land ohne eigenes Auto mobil sein kann,
- ob Arbeitsplätze erhalten bleiben,
- ob Menschen in einer Krise Hilfe bekommen.
Und gleichzeitig geht es darum, dass eine solide Basis hinterlassen wird, auf der nachfolgende Generationen aufbauen können.
Deshalb verbindet die Burgenländische Landesregierung beides: Verantwortung für die Menschen heute. Und Verantwortung für die Finanzen von morgen. Infrastruktur schon jetzt für die Zukunft garantieren. Stabilität sichern. Schulden abbauen. In die Menschen investieren.
